Äthiopien

Das Wasser bleibt

24.01.2018
Von den durchgeführten Maßnahmen in Kori und Eli Daar sind 11.850 Personen begünstigt. Doch die mit dem Klimawandel verbundenen Dürren beeinträchtigen weit mehr Menschen.
Während ihres letzten Projektbesuchs in Kori (Afar) unterhält sich Hoffnungszeichen- Mitarbeiterin Pia Göser (r.) mit Frauen der Gemeinde Musle, die ihr von den positiven Veränderungen ihres Alltags berichten.
Während ihres letzten Projektbesuchs in Kori (Afar) unterhält sich Hoffnungszeichen-Mitarbeiterin Pia Göser (r.) mit Frauen der Gemeinde Musle, die ihr von den positiven Veränderungen ihres Alltags berichten.

„Wenn früher nachts eine Flut kam, war das Wasser am nächsten Morgen schon nicht mehr da“, erzählt Hasna (40). „Jetzt steht es einige Wochen und der Boden bleibt länger feucht.“ Das ausgetrocknete Flussbett des Li’i führt nur Wasser, wenn es in den entfernten Bergen oder direkt vor Ort regnet. Zwar fließen dann gigantische Wassermengen durch die Ortschaft Musle und die gesamte Region, doch der Druck ist so stark, dass sich das Wasser immer tiefere Gräben gräbt und nur wenig davon auf die umliegenden Weideflächen der Viehnomaden gelangt.

Im 60 m breiten Li’i-Fluss wurde eine dreistufige Schwelle errichtet. Die Konstruktion erstreckt sich rechts und links des Flussbetts über die gesamte Talsohle von 700 m.
Im 60 m breiten Li’i-Fluss wurde eine dreistufige Schwelle errichtet. Die Konstruktion erstreckt sich rechts und links des Flussbetts über die gesamte Talsohle von 700 m.

Wissen stärkt Selbsthilfe

Noch vor zwei Jahren mussten die Frauen hier einen Tagesmarsch zurücklegen – bei mindestens 30 °C – um Wasser zu ihren Wohnstätten zu transportieren (wir berichteten im Januar 2017). Mittlerweile haben sie dank Ihrer Unterstützung und durch die Förderung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein Regenwassersammelbecken in einer maximalen Entfernung von 5 km und eine funktionierende Talsohlschwelle, welche die Wassermassen des Flusses bremst und in die Ebene leitet. In erster Linie dient dieses Wasser der Wiederherstellung des Naturraums, von dem das Volk der Afar seit Jahrtausenden lebt. Was mir auffällt: die Bäume um das Flussbett, das derzeit kein Wasser führt, sind grüner als bei meinem Besuch vor einem Jahr, und fruchtbarer Schlick hat sich entlang der Schwelle gesammelt. Dieser wird genutzt, um neues Gras zu pflanzen. Darüber hinaus konnten die Frauen etwa vier Wochen das Wasser des Flusses verwenden, um zu kochen und Tiere zu tränken. „Wir nutzen das Wasser auch, um unsere Kleider und uns selbst zu waschen“, freut sich Fatma Muhammad (32). „Dann sind auch unsere Kinder seltener krank.“ Die Aufklärung in hygienischen Maßnahmen ist ein wichtiger Teil des Projekts.

Ähnlich positive Veränderungen gibt es im Hoffnungszeichen-Projekt in der Gemeinde Maska in Eli Daar, wo ein verdorrter Wald durch die aktive Mitarbeit der ansässigen Bevölkerung aufgeforstet werden konnte. Den Menschen wurde gezeigt, wie sie mit einfachen Steinmauern die Erosionsgräben verringern und das Wasser so in die Breite leiten können. Während der langen Dürreperioden ist der Wisir-Wald ein wichtiger Weidegrund für die Tiere der Nomaden. Die Afar Pastoralist Development Association – unsere Partnerorganisation vor Ort – zeigt den Menschen, wie sie die Mauern instand halten können, so dass sie noch lange einen Nutzen haben. Der Projektumfang betrug etwa 150.000 Euro, davon konnte Hoffnungszeichen dank Ihrer großzügigen Spenden ca. 46.900 Euro übernehmen.

Die Einwohner sollen sich langfristig selbst helfen können. Dazu benötigen wir Ihre Unterstützung, denn nur gemeinsam können die negativen Auswirkungen des Klimawandels überwunden werden. Für Ihre Spende unter dem Stichwort „Äthiopien“ danken wir Ihnen herzlich.

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