Nordkenia

Vorsorge und Hilfe für Groß und Klein

22.09.2019
Im Gesundheitszentrum in Illeret bekommen Kranke, mangelernährte Kinder und Schwangere Hilfe. Seit mehreren Wochen greift eine Malaria-Epidemie um sich, die es einzudämmen gilt.
Galte Tabiye hat dank der Hilfe im Gesundheitszentrum in Illeret eine schwere Malaria-Erkrankung überlebt. Jetzt ist sie schwanger und kommt zur Vorsorgeuntersuchung.
Galte Tabiye hat dank der Hilfe im Gesundheitszentrum in Illeret eine schwere Malaria-Erkrankung überlebt. Jetzt ist sie schwanger und kommt zur Vorsorgeuntersuchung.

Galte Tabiye hat einen langen Leidensweg hinter sich. Jung verheiratet und schwanger erkrankte sie vor anderthalb Jahren plötzlich schwer. Ihre Familie hielt ihre Krankheit für einen bösen Zauber, einen Fluch, und versuchte, ihr mit den im ländlichen Kenia noch weit verbreiteten schamanischen Heilmethoden zu helfen. Doch der Zustand der jungen Frau verschlechterte sich, sie verlor ihr Ungeborenes, ihr Mann verließ die scheinbar „Verhexte“.

Erst eine vor Ort tätige ehrenamtliche Gesundheitshelferin konnte die lebensbedrohliche Erkrankung richtig deuten. Sie alarmierte unseren Mitarbeiter James Ayolo, der im Gesundheitszentrum im nahegelegenen Illeret tätig ist. Er brachte die junge Frau in die kleine Klinik; hier wurde bei Galte Tabiye Malaria diagnostiziert und endlich fachkundig behandelt.

Heute, anderthalb Jahre später, ist sie ganz gesund. Sie hat wieder geheiratet und erwartet ein Kind. „Ich weiß, dass ich beinahe gestorben wäre“, sagt sie leise. Die 20-Jährige ist sehr dankbar für die Hilfe, die sie erhalten hat. Heute ist sie zur Schwangerschaftsvorsorge in Illeret. Seit man ihr Leben rettete, hat Galte Tabiye großes Vertrauen in die Mitarbeiter der medizinischen Einrichtung. Regelmäßig kommt sie nun zu den Vorsorgeuntersuchungen und will auch ihr Kind hier zur Welt zu bringen.

Malaria-Epidemie als große Gefahr

Zum Gesundheitszentrum in Illeret, ganz im Norden Kenias an der Grenze zu Äthiopien, gehört noch die zwölf Kilometer entfernte Station in Sielicho. Beide Einrichtungen werden gerade von Hoffnungszeichen, unterstützt durch Bild hilft e.V., renoviert. In Sielicho soll zudem eine Wasserversorgung mit Regenauffangbecken installiert werden. Trotz der Bauarbeiten läuft der Betrieb weiter, denn in dem abgeschiedenen Einzugsgebiet mit 20.000 Menschen ist der Bedarf an medizinischer Hilfe sehr hoch.

Dürre und Trockenheit herrschen im Bezirk Marsabit wie kaum sonst wo in Kenia. Die hier lebenden Menschen gehören dem Stamm der Dassenech an, die in erster Linie als Viehhirten ihr Auskommen suchen. Unterernährung und Armut sind weit verbreitet. Doch wenn es hier, wie im Jahr 2017, einmal stark regnet, lauern neue Gefahren. James Ayolo bezeichnet diesen Regen als „verkleideten Segen“: Obwohl jeder lang anhaltende Niederschlag sehr wichtig ist, kommt es in Folge auch zur Ausbreitung der gefährlichen Moskitos, die Malaria übertragen.

Nach großen Erfolgen im Kampf gegen die heimtückische Infektionserkrankung ist die Zahl der Malaria-Erkrankungen zuletzt gestiegen, so die Weltgesundheitsorganisation. 435.000 Menschen erlagen 2017 dem Tropenfieber. Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen ruft dazu auf, die weltweiten Anstrengungen wieder zu verstärken.

Auch in Illeret wütet die Krankheit seit dem Sommer. Dutzende Erkrankte wandten sich an die Gesundheitseinrichtung. Hoffnungszeichen stellte umgehend 1.500 imprägnierte Moskitonetze und Medikamente zur Verfügung. Mithilfe eines medizinisch ausgestatteten Geländewagens wollen wir auch Menschen in entfernteren Dörfern aufsuchen und behandeln. Die Moskitonetze wurden vor allem Frauen und stillenden Müttern übergeben. Sieso Lokomeri ist eine von ihnen. Zum Schlafen bettet die 25-Jährige ihr Kind jetzt immer unter das schützende Netz.

Hilfe für Mütter und Kinder

Der Malaria-Ausbruch hat unseren Mitarbeitern im Gesundheitszentrum in Illeret zusätzlichen Einsatz abverlangt. Schon im Normalbetrieb ist hier viel zu tun. Kranke werden untersucht, mangelernährte Kinder erhalten eine kraftspendende Spezialnahrung und Schwangere werden geburtsvorbereitend betreut. Auch die ehrenamtlichen Gesundheitshelfer, von denen eine Galte Tabiye das Leben rettete, werden hier geschult; sie leisten in den umliegenden Gemeinden wertvolle Aufklärungsarbeit.

Liebe Leserinnen und Leser, bereits mit 20 Euro (Spendenstichwort „Kenia“) schenken Sie einer Mutter, die vor Ort entbindet, ein „Mama-Paket“ mit wichtigen Hygieneartikeln wie Seife, Desinfektionsmittel, einem Handtuch und Creme. Mit 45 Euro erhalten drei mangelernährte Kleinkinder zwei Wochen lang lebensrettende Spezialnahrung. 100 Euro sind ein wichtiger Beitrag zur Vorbeugung oder Behandlung der Malaria. Danke, dass Sie den Kranken und Bedürftigen in Nordkenia beistehen!

Diese Hilfe in Kenia unterstützen

Thema: Not- & Kata­strophen­hilfe

Erfahren Sie mehr auf unserer Themenseite
Gesundheit für Hirtenvolk der Dassenech
Erfahren Sie mehr auf unserer Projektseite

Diese Seite teilen

Verwandte Neuigkeiten

Bericht
Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 - Verursacher der Lungenkrankheit Covid-19 - im Querschnitt. Seit Dezember 2019 verbreitete sich der Erreger zunächst in der chinesischen Stadt Wuhan, und in der Folge weltweit. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte seine Ausbreitung am 11. März 2020 zur Pandemie.
03.11.2021 Appell zur globalen Solidarität
Das Coronavirus hält die Welt in Atem und sorgt in vielen Teilen der Welt für großes Leid. Hoffnungszeichen e.V. baut seine humanitäre Hilfe und medizinische Fürsorge gezielt aus. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende.
Bericht
Kibera gilt mit rund 250.000 Menschen als größter Slum Kenias und ganz  Afrikas. Eingepfercht in kleinen Wellblechhütten leben viele der Familien von  umgerechnet weniger als einem Euro am Tag in extremer Armut.
18.04.2021 Kenia
Im Slum Kibera leben die Menschen dicht gedrängt in Armut und unter schrecklichen hygienischen Verhältnissen. Händewaschen oder Abstand halten ist kaum möglich. Der Hunger nimmt zu.
Bericht
Wetterextreme wie Dürren erschweren das Leben der Menschen in den ländlichen Gegenden von Marsabit County. Besonders die Kleinsten sind oft mangelernährt und krank, und es fehlt an medizinischer Hilfe.
25.05.2020 Kenia
Im Norden Kenias leiden zahlreiche Familien unter Hunger und Armut. Wir bringen Hilfe zu den Vernachlässigten – besonders jetzt in Zeiten des Coronavirus.