Katar

Anpfiff zur Ungerechtigkeits-WM

18.11.2022
Zwischen Reichtum, Menschenrechtsverletzungen und Ausbeutung: Anlässlich des Starts der Fuß-ball-WM in Katar macht Hoffnungszeichen | Sign of Hope e.V. auf die prekäre Lage der Arbeits-migranten im Wüstenstaat aufmerksam.
Harte Arbeit in glühender Hitze – doch Rechte für die vorwiegend ausländischen Arbeiterinnen und Arbeiter in Katar sind nicht vorhanden oder werden missachtet.
Harte Arbeit in glühender Hitze – doch Rechte für die vorwiegend ausländischen Arbeiterinnen und Arbeiter in Katar sind nicht vorhanden oder werden missachtet.

"Während Spitzenfußballer enorme Summen an Geld einstriechen, beträgt der Mindestlohn für einen Gastarbeitenden in Katar nur 247 Euro. Dabei ist die Arbeitssicherheit für viele Arbeiterinnen und Arbeiter katastrophal", erklärt Menschenrechtsexperte Klaus Stieglitz. „Einen Profi-WM-Fußballer in Katar könnte man dagegen als Arbeitsmigranten erster Klasse betrachten. Seine Arbeitsbedingungen sind unvergleichlich viel besser. Die Ungleichheit dieser Arbeitsbedingungen stellt auch eine tiefe Ungerechtigkeit dar“, so der Menschenrechtsvorstand von Hoffnungszeichen | Sign of Hope e.V., der Organisation für Menschenrechte, humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Mit dem Anpfiff zur Fußballweltmeisterschaft am 20. November wird noch stärker als bereits in den letzten Monaten die Missachtung der Menschenrechte im Golfstaat in den Mittelpunkt rücken. „Es ist ein Anpfiff zu einer Ungerechtigkeits-WM“, betont Stieglitz, „sie wird ein grelles Schlaglicht auf die globale soziale Ungleichheit werfen.“

Menschenrechtsorganisationen wie Hoffnungszeichen sind sich einig, dass Katar die Perspektivlosigkeit der Arbeitsmigranten in ihren Herkunftsländern für eine systematische Ausbeutung nutzt. Bei einer dort üblichen Sechstagewoche und einer Arbeitszeit von 48 Stunden beträgt der Stundenlohn rund 1,20 Euro. Ein Großteil der 2,4 Millionen ArbeitsmigrantInnen in Katar kommt aus Nepal, Indien und aus afrikanischen Ländern wie Kenia oder Uganda. Dort ist Armut und Arbeitslosigkeit weit verbreitet. Das treibt die Menschen nach Katar, wo sie unter schlimmsten Arbeitsbedingungen schuften. „Es treffen hier Welten aufeinander“, betont Klaus Stieglitz. „Wir wollen das sichtbar machen. Die Regierung von Katar muss gewährleisten, dass alle Arbeitsmigranten unter angemessenen Bedingungen leben können, in Freiheit und Würde und unter Wahrung ihrer Menschenrechte“, fordert Klaus Stieglitz. „Vielleicht kann die Fußball-WM dazu beitragen, dass es dazu wirklich kommt.“

Downloads

  • "Anpfiff zur Ungerechtigkeits-WM" (Pressemeldung vom 18.11.2022)

    Zwischen Reichtum, Menschenrechtsverletzungen und Ausbeutung: Anlässlich des Starts der Fuß-ball-WM in Katar macht Hoffnungszeichen | Sign of Hope e.V. auf die prekäre Lage der Arbeitsmigranten im Wüstenstaat aufmerksam

Diese Seite teilen

Verwandte Neuigkeiten

Presse
Klaus Stieglitz in Ostuganda bei einer Verteilung von Nahrungsmittelhilfe.
29.07.2022 Jubiläum
Seit einem Vierteljahrhundert engagiert sich Klaus Stieglitz bei Hoffnungszeichen | Sign of Hope e.V., seit 2008 in verantwortlicher Position als Zweiter Vorstand.
Presse
Die Folgen des Klimawandels bedrohen die Rechte zahlreicher Menschen, insbesondere in Ländern des glo-balen Südens.
06.12.2021 Tag der Menschenrechte
Die Folgen des Klimawandels bedrohen die Menschenrechte eines immer größeren Teils der Weltbevölkerung. Darauf macht Hoffnungszeichen | Sign of Hope e.V. anlässlich des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember aufmerksam.
Presse
Gebetstag für verfolgte Christen
09.11.2021 Gebetstag für verfolgte Christen
Am 14. November erinnert der Gebetstag für verfolgte Christen weltweit an ihr schweres Schicksal. Die Menschenrechtsorganisation Hoffnungszeichen | Sign of Hope e.V. fordert aus diesem Anlass die Achtung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit.