Irak

Zurück in die zerstörte Heimat

30.11.2016
Der Kampf um Mossul zwingt hunderttausende Menschen zur Flucht. Aber auch erste Heimkehrer wagen sich in die Dörfer rund um die Stadt zurück.
Menschen, die in ihre vom IS verlassenen Ortschaften rund um Mossul zurückkehren, finden zerstörte Häuser vor.
Menschen, die in ihre vom IS verlassenen Ortschaften rund um Mossul zurückkehren, finden zerstörte Häuser vor.

Mossul – eine der vom sogenannten Islamischen Staat (IS) gehaltenen Hochburgen fällt. Doch der Krieg um die Stadt gefährdet unzählige Menschenleben. 1,5 Millionen Bewohner waren zu Beginn der Kampfh andlungen Anfang Oktober in der Stadt eingeschlossen. Der IS benutzt Zivilisten als menschliche Schutzschilde, führt Massenhinrichtungen durch und zwingt Kinder an die Waff en. „Das Vorgehen des IS ist an Skrupellosigkeit nicht mehr zu überbieten: Jetzt zieht er schon Neunjährige ein und macht sie zu Kindersoldaten“, äußerte sich Entwicklungs-Staatssekretär Th omas Silberhorn (CSU) nach seiner Reise in den Irak gegenüber der Rheinischen Post.

Zugang zu Nahrungsmitteln und anderen Gütern gibt es so gut wie nicht – hier ist unsere Hilfe nötig.
Zugang zu Nahrungsmitteln und anderen Gütern gibt es so gut wie nicht – hier ist unsere Hilfe nötig.

Erste Rückkehrer wagen den Neubeginn

Wer irgend kann, versucht vor den Kämpfen aus der Stadt zu fliehen – bis zu eine Million Menschen könnten nach Angaben der Vereinten Nationen auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. Auch wenn dieses Drama absehbar war, gestaltet sich die Versorgung der Flüchtlinge schwierig. Rund um Mossul entstehen Lager, in die täglich tausende Menschen strömen. Doch in viele Ortschaft en vor den Toren der Stadt, aus denen der IS bereits zurückgedrängt wurde, kehren nach und nach Bewohner zurück. Gemeinsam mit unserem lokalen Partner Assyrian Aid Society – Iraq (AAS-I) wollen wir diesen Menschen beistehen. „Gerade die Versorgung der Rückkehrer ist eine wesentliche humanitäre Aufgabe“, betont Ashur Sargon Eskrya, Leiter unserer Partnerorganisation. Erste Bestandsaufnahmen zeigen, dass öffentliche Gebäude wie z. B. Schulen oder Krankenhäuser, Kirchen, aber auch viele Wohnhäuser beschädigt oder zerstört sind. Geschäfte und Läden sind geplündert oder ebenfalls zerstört, eine Infrastruktur ist nicht vorhanden. „Die Sicherheitslage ist in vielen Ortschaft en aber schon recht gut, nur gelegentlich gibt es noch Gefechte mit IS-Kämpfern, die sich irgendwo in Tunneln oder Kellern verstecken“, berichtet unser Partner.
Ob die Kämpfe im Irak bald beendet sein werden, ist derzeit nicht abzusehen. Trotzdem haben die Menschen Hoffnung und viele lassen sich von einer Rückkehr in ihre Heimat nicht abhalten. Sie finden zerstörte Häuser vor und die meisten haben den Verlust von Angehörigen zu beklagen.

Wir möchten gerade den Rückkehrern in dieser schweren Anfangszeit beistehen. Unsere Partnerorganisation steht bereit, um insgesamt 540 Familien mit Hilfspaketen zu unterstützen. Eines dieser Nahrungsmittelpakete mit Gütern wie Reis, Bulgur, Nudeln, Milch, Zucker, Tomatenpaste, Öl und Fleischkonserven im Wert von 54 Euro (Spendenstichwort: „Irak“) versorgt eine Familie einen Monat lang mit dem Nötigsten. Danke für jede Gabe.

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