Uganda

"Wir wollen mithelfen!"

18.12.2017
Die Menschen in Kosike leben abgeschnitten vom Rest der Welt in großem Hunger und ohne ärztliche Versorgung. Der geplante Bau einer Klinik wird ihr Leben verändern.
Christin Kabusja hält ihre Tochter Alise im Arm. Sie macht sich Sorgen, weil die Einjährige Bauchweh hat vor Hunger.
Christin Kabusja hält ihre Tochter Alise im Arm. Sie macht sich Sorgen, weil die Einjährige Bauchweh hat vor Hunger.

Autor/in

Ildiko Mannsperger
Spenderbetreuung & Öffentlichkeitsarbeit

Bei jedem Schlagloch fährt es mir durch Mark und Bein – ich muss mich festhalten, damit ich nicht vom Sitz rutsche und schicke ein Stoßgebet zum Himmel, dass die Fahrt bald vorbei ist. Ich sitze im Hinterraum des Jeeps, der mich zu unserem Projektort bringt. Die Anfahrt ist alles andere als sanft: Die Straßen bestehen nur aus Dreck und so holpern wir mehr, als dass wir fahren. Der Geländewagen wirbelt Staub auf – es hat seit Monaten nicht geregnet. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir Kosike – ein abgelegenes Dorf im Nordosten von Uganda. Hier wird Hoffnungszeichen eine Klinik für die primäre Gesundheitsversorgung bauen.

Leid ist so viel mehr als nackte Zahlen

Ich bin gespannt, was mich in der Region Karamoja erwartet. Sie gilt als eine der ärmsten in ganz Uganda. Bisher besteht mein Wissen nur aus Zahlen: Die Lebenserwartung der Menschen liegt bei 47 Jahren, 82 % von ihnen leben unter der Armutsgrenze und 15 % aller Kinder können ihren fünften Geburtstag nicht feiern – weil sie davor sterben. Vor Ort geraten diese Zahlen in den Hintergrund, denn jeder Mensch hat seine persönliche Geschichte zu erzählen. Es sind Geschichten von Bedürftigkeit und der Hoffnung auf ein besseres Leben. Besonders berührt hat mich Christin Kabusja. Als ich mit ihr spreche, schauen mich ihr Sohn Paulo Krob, drei Jahre alt, und ihre einjährige Tochter Alise neugierig an. Christin erzählt, dass die Bäuche ihrer Kinder ungewöhnlich aufgebläht seien und sie ständig über Schmerzen klagen würden: „Sie haben keine Kraft, weil ich ihnen nicht genug zu essen geben kann. Ich mache mir große Sorgen.“

Der Mangel an Nahrung ist eines von vielen ernstzunehmenden Problemen in Kosike. In der ausgetrockneten Erde lässt sich nur wenig anbauen, doch die Dorfbewohner überraschen mich mit ihrer Zuversicht: „Ich bin hoffnungsvoll, dass meine Kinder von Hoffnungszeichen gute Nahrung erhalten werden, solche, die sie stark macht“, betont sie, und ihre Augen fangen an zu leuchten. Ihre Kinder sind ihr ganzer Stolz, bei deren Geburten sie ihr Leben riskiert hat.

In den Wehen zu Fuß zur Klinik

Die nächste Klinik ist im 14 km entfernten Amudat angesiedelt. Die einzigen Transportmittel dorthin sind die eigenen Füße oder – mit großem Glück – eines der alten Motorräder im Dorf. Christin hatte Glück – ihr Mann konnte sie kurz vor der Geburt mit dem Motorrad nach Amudat fahren. Beschämt denke ich daran, dass mir die Fahrt im Geländewagen schon beschwerlich vorkam. Welch eine Tortur muss dieser Weg für eine Frau in den Wehen auf dem Motorrad sein? Die Botschaft, die ich aus diesem und vielen weiteren Gesprächen höre, ist deutlich: Die vernachlässigten Menschen brauchen die Klinik!

Es ist heiß und ich merke, wie meine Kehle trockener wird – ich brauche dringend etwas zu trinken, doch hier ist Wasser Mangelware. Bis vor kurzem gab es hier noch kein sauberes Wasser. Inzwischen verfügt die Gemeinde über zwei Wasserquellen. Ein von Hoffnungszeichen wiederhergestellter Handbrunnen versorgt die Dorfbevölkerung. Eine zweite Wasserquelle konnte Hoffnungszeichen-Mitarbeiter Asher Abayo mit seinem Team nach mehreren Bohrversuchen finden. Sie soll künftig die Wasserversorgung für die Klinik sicherstellen. Doch die Quelle liegt 1,4 km vom geplanten Klinikgelände entfernt. Über eine unterirdische Leitung soll das Wasser von dort zum Klinikgebäude gelangen. Für dieses Vorhaben benötigen wir noch etwa 14.000 Euro. Die erforderlichen Gräben werden derzeit mit tatkräftiger Unterstützung der Ortsansässigen ausgehoben. Den Boden des 700 x 700 m großen Areals haben sie schon von Bäumen und Gestrüpp befreit. „Wir möchten nicht einfach nur die Hand aufhalten, wir wollen mithelfen“, betont Christin. Die anderen Menschen um sie herum nicken zur Bestätigung. Es ist noch viel zu tun, aber ich bin gerührt von so viel Vertrauen in das Hoffnungszeichen-Projekt.

Liebe Leserin, lieber Leser, seien Sie von Anfang an Teil dieses nachhaltigen Projekts und erleben Sie mit, wie wir für die so lange vernachlässigten Dorfbewohner in Kosike eine Klinik aufbauen. Jede Spende unter dem Stichwort „Uganda“ – ob 25, 50 oder 100 Euro – leistet einen wichtigen Beitrag und wird von den Menschen von Herzen wertgeschätzt.

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