Kenia

Not durch sintflutartige Regenfälle

Schwere Niederschläge haben im Westen Kenias für großes Leid gesorgt. Sturzfluten und Schlammlawinen überrollten das Land – mit verheerenden Folgen.
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Überschwemmungen und Erdrutsche haben im Westen Kenias ganze Landstriche zerstört. Hoffnungszeichen-Mitarbeiter Tityon Ambrose macht sich vor Ort ein Bild der Lage.
Überschwemmungen und Erdrutsche haben im Westen Kenias ganze Landstriche zerstört. Hoffnungszeichen-Mitarbeiter Tityon Ambrose macht sich vor Ort ein Bild der Lage.

„Der Regen überraschte mich und meine Kinder in der Nacht“, erzählt Selina Joseph unter Tränen. „Meine Tochter und meine beiden Söhne schrien. Immer mehr Wasser drang in unser Haus. Auf einmal machte es einen lauten Schlag und ein Baum krachte gegen unsere Hütte.“ Das Haus der Familie konnte den Naturgewalten nicht länger standhalten: „Plötzlich stürzte alles ein. Ich suchte verzweifelt unter den Trümmern und den Wassermassen nach meinen Kindern. Ich hörte sie weinen und nach Hilfe schreien. Doch ich konnte sie nicht schnell genug finden. Ich musste mitansehen, wie sie vom Wasser mitgerissen wurden.“ Die dreifache Mutter verlor an diesem Tag ihre Kinder in den Fluten.

Wassermassen bringen Zerstörung und Leid

Im Bezirk West Pokot in Kenia teilen einige Menschen das gleiche schwere Schicksal wie Selina. Auch sie wurden von den Sturzfluten und Schlammlawinen überrascht und verloren Familienangehörige oder Freunde. „Es ist schrecklich, wie die Wassermassen nicht nur Straßen wegspülen und Felder vernichten, sondern auch Menschen mitreißen und ertränken. Dazu kommen noch Erdrutsche, die zahlreiche Menschen verschüttet haben“, berichtet Hoffnungszeichen-Mitarbeiter Damiano Mascalzoni schockiert. Der gebürtige Italiener, der seit 18 Jahren in Afrika lebt, verantwortet derzeit den Bau und Betrieb unserer Klinik im ostugandischen Kosike. Daher befindet er sich nur unweit entfernt von der Region in Kenia, in der insbesondere der Stamm der Pokot von den Regenfällen schwer getroffen wurde. „Ich habe schon viele Fluten gesehen, aber noch nie in solch einem Ausmaß. Es regnet und regnet, und aus dem Hochland rollen richtige Flutwellen herunter. Für viele gab es kein Entkommen.“

Überlebende der Katastrophe werden von der Angst vor weiteren Unwettern verfolgt. „Ich habe jede Nacht schreckliche Albträume, in denen mich eine erneute Flut mitreißt und ich ertrinke. Ich habe große Angst, dass es weiter regnet und wir von weiteren Schlammlawinen und Überschwemmungen getroffen werden“, erzählt Leah Cheponyorio Taruk traumatisiert. Sie verlor in den Wassermassen ihr gesamtes Hab und Gut: ihr Vieh, ihre Gemüsegärten, ihr Haus. Die Frau ist verzweifelt: „Wo sollen wir wohnen? Was sollen wir essen? Ich weiß nicht, wie ich meine Kinder ernähren soll. Ich habe alles verloren.“

Auch andere Staaten in Ostafrika sind von den Überschwemmungen betroffen. Mindestens 2,5 Millionen Menschen leiden nach Angabe des Nothilfebüros der Vereinten Nationen unter den Überflutungen. Als Ursache für die Starkregenfälle im östlichen Afrika gilt die ungewöhnlich hohe Temperatur des Indischen Ozeans – die vermehrte Verdunstung führt zu stärkeren Regenfällen als üblich. Meteorologen prognostizieren weiter anhaltende Regenfälle. „Die Lage könnte sich noch weiter verschlimmern“, befürchtet auch Damiano Mascalzoni. „Dem Wasser folgen Krankheiten, Seuchen und Hunger. Die Überlebenden brauchen nun dringend sauberes Wasser, Hygieneartikel und Nahrung.“

Betroffenen der Flutkatastrophe beistehen

Derzeit befindet sich ein Hoffnungszeichen-Team in der Überschwemmungsregion im Westen Kenias, um den Menschen mit lebensnotwendigen Gütern beizustehen. Mehrere Haushalte sollen Hilfspakete mit Nahrungsmitteln wie Mais, Bohnen, Reis und Öl erhalten – eine Familie ist so für mehrere Wochen versorgt. Daneben möchten wir der Bevölkerung Hygieneartikel, Medikamente, Wasserkanister und Decken übergeben.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, gemeinsam mit Ihnen möchten wir den Betroffenen in Kenia beistehen sowie für die Opfer und Hinterbliebenen dieser Naturkatastrophe beten. Mit Ihrer Spende schenken Sie den Menschen Hoffnung inmitten des Leids und senden ihnen ein Zeichen der Solidarität. Wir danken Ihnen für jede Gabe, die Sie erübrigen können!

So können Sie helfen:

  • 15 € - Hygieneartikel und Medikamente
  • 40 € - Decken und Wasserkanister
  • 90 € - Nahrungsmittelpaket für eine Familie

Vielen Dank!

Diese Hilfe in Kenia unterstützen

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