DR Kongo

Neue Perspektiven für Straßenkinder

03.08.2015
Hoffnungszeichen unterstützt die Partnerorganisation PEDER seit Jahren im Einsatz für Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben – für die jungen Menschen eine unverzichtbare Hilfe.
Hoffnungszeichen unterstützt die Partnerorganisation PEDER seit Jahren im Einsatz für Straßenkinder und -jugendliche

Wie im gesamten Land hat sich auch auf den Straßen der Provinzhauptstadt Bukavu das Phänomen der Straßenkinder in den letzten Jahren erheblich verstärkt. Kinder verlassen ihr Zuhause und sind gezwungen, auf der Straße zu leben, da sie aufgrund der Armut ihrer Eltern zu wenig Essen bekommen oder weil sie vor Gewalt innerhalb der Familien flüchten. Viele der jungen Menschen besuchen weder eine Schule, noch haben sie Kontakt zu ihren Familien. Das Leben auf der Straße hat die meisten von ihnen hart gemacht. Sie sind traumatisiert, da sie häufig Opfer von Gewaltverbrechen werden. Viele von Ihnen müssen unter unhygienischen Umständen hausen und sind häufig Krankheiten ausgesetzt. Ihr minimales Einkommen bestreiten sie in der Regel durch Betteln, gering bezahlte Lohnarbeit oder Prostitution. Sie leben täglich von der Hand in den Mund und haben keine regelmäßige Mahlzeit am Tag. Drogen gehören häufig zum Alltag der Kinder, um Kälte, Hunger und die prekären Lebensumstände kurzzeitig vergessen zu können.

Gesundheit, Bildung und Qualifizierung sichern

Hoffnungszeichens Partnerorganisation PEDER ist eine karitative Einrichtung der Erzdiözese Bukavu, die sich bereits seit 25 Jahren der sozialen und beruflichen Reintegration von Straßenkindern widmet. Über das Stadtgebiet von Bukavu verteilt, betreibt die Organisation vier Rehabilitierungs- und Schulungszentren, in denen die Kinder und Jugendlichen psychologische und soziale Betreuung, eine warme Mahlzeit, sauberes Wasser und ein übergangsweises Zuhause finden. Hoffnungszeichen unterstützt die Organisation seit Beginn der Zusammenarbeit 2007 kontinuierlich beim Erwerb von Nahrungsmitteln. So kann in den Zentren ein tägliches Mittagessen für über 700 Kinder und Jugendliche zubereitet werden. Neben der Arbeit in den Zentren betreuen Sozialarbeiter die Kinder auf der Straße und legen besonderen Wert auf die Zusammenführung mit ihren Familien.
Grundbildung und Berufsausbildung gehören zu den zentralen Aktionsbereichen der Organisation. Unterricht in Lesen, Schreiben und Rechnen wird den Kindern und Jugendlichen in den Zentren ebenso angeboten wie qualifizierte Ausbildungen zum Schreiner, Automechaniker, Schneider oder Friseur. Hoffnungszeichen unterstützte mit Ihrer Hilfe PEDER im vergangenen Jahr zudem mit neuen Werkzeugen, Maschinen und Materialien für die Ausbildungswerkstätten, so dass rund 130 Jugendliche eine fundierte Berufsausbildung mit einem Zertifikat abschließen konnten. Die Absolventinnen und Absolventen erhalten dadurch neue Zukunftsperspektiven.

Menschenrechte wahren und Betreuung erweitern

Als weiteres wichtiges Arbeitsfeld von PEDER ist der rechtliche Beistand für verurteilte oder inhaftierte Kinder und Jugendliche weiterentwickelt worden. In der DR Kongo haben sich die – oft ungerechtfertigten und willkürlichen – Festnahmen von minderjährigen Straßenkindern sowie die verzögerte Bearbeitung der Fälle in den letzten Jahren gehäuft. In Zusammenarbeit mit dem Jugendgericht hat PEDER im vergangenen Jahr rechtlichen Beistand durch einen Anwalt sowie soziale Betreuung vor und nach der Freilassung geleistet. Damit konnte über 90 Jugendlichen geholfen werden.
Hoffnungszeichen unterstützte dieses 2014 durchgeführte Pilotprojekt und möchte gern mit der Partnerorganisation die Aktivitäten in den nächsten Monaten weiterführen.

Mit Ihren Spenden, liebe Leserinnen und Leser, bewegen Sie viel für die jungen Menschen, die in Bukavu auf der Straße leben müssen. Für 38 Euro bekommt ein Straßenkind ein Jahr lang ein warmes Mittagessen. Die mehrwöchige juristische Betreuung eines Jugendlichen kostet etwa 200 Euro. Bei allem stehen den Kindern und Jugendlichen erfahrene Mitarbeiter zur Seite, die mit dem nötigen Fingerspitzengefühl und Fachwissen eine Verbindung zu ihnen aufbauen. Jeder Beitrag zählt und kommt den Straßenkindern unmittelbar zugute (Spenden-Stichwort „DR Kongo“). Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung.

 

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