Bergkarabach

Krieg frisst Menschlickeit

22.10.2020
Der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach verursacht schlimmes Leid. Hoffnungszeichen hilft Menschen in Not.
Der Krieg vertreibt die Menschen und verursacht unsägliches Leid. Tausende  flüchten aus Bergkarabach nach Armenien.
Der Krieg vertreibt die Menschen und verursacht unsägliches Leid. Tausende flüchten aus Bergkarabach nach Armenien.
Im Interview zum Tag der sozialen Gerechtigkeit: Klaus Stieglitz, Zweiter Vorstand und Menschenrechtsexperte von Hoffnungszeichen e.V.
Im Interview zum Tag der sozialen Gerechtigkeit: Klaus Stieglitz, Zweiter Vorstand und Menschenrechtsexperte von Hoffnungszeichen e.V.

Autor/in

Klaus Stieglitz
Zweiter Vorstand

Wenn Männer in Armenien trauern, rasieren sie sich nicht. Zurzeit wachsen dort die Bärte, denn der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach fordert mehr und mehr Opfer. Raketen aus Aserbaidschan regnen auf die Stadt Stepanakert, und Armenien beschießt aserbaidschanische Positionen. In den Grenzgebieten zwischen Bergkarabach und Aserbaidschan toben heftige Kämpfe. Dabei betont Aserbaidschan, dass Bergkarabach völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörte. Armenien hingegen unterstreicht den autonomen Status Bergkarabachs und sieht die Region als armenische Exklave.

Um Bergkarabach führten das christlich geprägte Armenien und Aserbaidschan bereits 1992 bis 1994 einen Krieg, bei dem beide Seiten für großes Leid der Zivilbevölkerung des jeweils anderen Landes verantwortlich waren. Im Ergebnis zementierte dieser Konflikt den prägenden Einfluss Armeniens auf Bergkarabach und seine rund 145.000 Einwohner. Seither leben nur noch wenige Aserbaidschaner in Bergkarabach. Als am 27. September der Konflikt erneut hochkocht, beschuldigen sich Armenien und Aserbaidschan gegenseitig der kriegerischen Aggression. Die Türkei unterstützt heute das vorwiegend schiitische Aserbaidschan massiv. Armenien rechnet mit der Unterstützung Moskaus. Die Menschen, die mit dem Krieg nichts zu tun haben wollen, sind seine größten Leidtragenden: Zivilisten, Frauen, Kinder und ältere Menschen sind gezwungen, sich in Kellern vor dem Beschuss der jeweils anderen Seite zu verstecken.

Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Kaukasusregion Bergkarabach besteht schon seit über 100 Jahren. Nach dem Zerfall der Sowjetunion begann ein Krieg, der 20.000 Menschenleben kostete. Offiziell endete er 1994, doch immer wieder kommt es an den Grenzen der selbsternannten „Republik Arzach“ zu tödlichen Gefechten. Die Folgen für die mehrheitlich christliche Bevölkerung sind katastrophal.
Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Kaukasusregion Bergkarabach besteht schon seit über 100 Jahren. Nach dem Zerfall der Sowjetunion begann ein Krieg, der 20.000 Menschenleben kostete. Offiziell endete er 1994, doch immer wieder kommt es an den Grenzen der selbsternannten „Republik Arzach“ zu tödlichen Gefechten. Die Folgen für die mehrheitlich christliche Bevölkerung sind katastrophal.

Tausende Menschen werden zu Flüchtlingen. Für den völkerrechtlichen Grundsatz, dass die Zivilbevölkerung nicht Kampfobjekt, sondern Schutzobjekt bei Kriegshandlungen ist, scheinen sich beide Konfliktparteien nicht zu interessieren. Wo aber Waffen rücksichtslos auf Zivilisten gerichtet werden, dort frisst der Krieg die Menschlichkeit.

Die von diesem Krieg betroffene Zivilbevölkerung sieht sich einer immer dramatischeren Zuspitzung der humanitären Notlage ausgesetzt: Bomben, Granaten und Kamikaze-Drohnen töten Menschen, Familienangehörige. Zudem kann die anstehende Ernte nicht eingefahren werden; damit steht ein harter Hungerwinter vor der Tür und die Corona-Pandemie kann mit voller Wucht zuschlagen. In dieser Kriegssituation brauchen die notleidenden Menschen unsere Hilfe.

Downloads

Statement on the Nagorno-Karabakh conflict (EN/RU/DE)

Statement by Sign of Hope on the Nagorno-Karabakh conflict | Заявление организации Hoffnungszeichen | Sign of Hope e.V. (Символ надежды) по поводу конфликта в Нагорном Карабахе | Stellungnahme von Hoffnungszeichen zum Bergkarabach Konflikt (October 2020)

Land: Bergkarabach

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