Armenien

Hoffnung säen gegen Einsamkeit und Elend

19.10.2018
In den bevorstehenden bitterkalten Wintermonaten ist das Leben für bedürftige Menschen in Dschadschur besonders erbarmungslos. Hoffnungszeichen spendet Trost mit Hilfspaketen.
Alvard Avgjan (r.) musste fast alle Möbel veräußern, um Medikamente für ihren schwerkranken Mann kaufen zu können. Das Hilfspaket, das ihr unsere Mitarbeiterin Aljona Zeytunyan bringt, ist für sie eine große Entlastung.
Alvard Avgjan (r.) musste fast alle Möbel veräußern, um Medikamente für ihren schwerkranken Mann kaufen zu können. Das Hilfspaket, das ihr unsere Mitarbeiterin Aljona Zeytunyan bringt, ist für sie eine große Entlastung.

Autor/in

Ildiko Mannsperger
Spenderbetreuung & Öffentlichkeitsarbeit

Wonach riecht das Elend? Für unseren armenischen Mitarbeiter Wigen Aghanikjan ist es der modrige Geruch nach von Schimmel befallenen Wänden, den er sofort mit den elenden Lebensbedingungen im nordarmenischen Dschadschur verbindet. Neben dem Geruch sind es die Schicksale der verarmten Menschen, die ihm nach seinen Besuchen nicht aus dem Sinn gehen. Zu groß ist das Leid der Dorfbewohner. Auch die Geschichte der 37-jährigen Alvard Avgjan geht ihm nicht aus dem Kopf. Gemeinsam mit ihrem Mann, ihren zwei Töchtern im Teenageralter und ihrem elfjährigen Sohn lebt sie in einem vom Erdbeben 1988 zerstörten Haus. Ihr zerfallenes Heim besteht aus einem einzigen Raum, in dem die fünfköpfige Familie lebt. Privatsphäre gibt es hier nicht. Drei alte Eisenbetten, ein Tisch und ein alter Schrank stehen in dem zugigen und klammen Raum – das ist alles, was die Familie besitzt. Teile der Dachabdeckung sind eingerissen, sodass es ins Innere tropft. Im Haus ist es kalt und feucht.

Den Ehering für Medikamente verkauft

Alvard hat händeringend nach Arbeit gesucht, doch die wirtschaftliche Situation vor Ort ist schwierig. Weil sie keine Festanstellung fand, verdient sie sich etwas dazu, indem sie ihrem Nachbarn beim Brotbacken hilft. Doch das Geld reicht nicht zum Leben. Ihr Ehemann hat Blutkrebs und liegt im Krankenhaus in der nächstgrößeren Stadt. Weil sie sich nicht anders zu helfen wusste, hat die zerbrechlich wirkende Frau ihren Ehering verkauft, um Geld für die dringend benötigten Medikamente und die Krebsbehandlung in der Klinik aufzubringen, erzählt sie unseren Mitarbeitern unter Tränen. Auch die Möbel hatte sie nach und nach veräußern müssen. Umso dankbarer ist sie für das Hilfspaket von Hoffnungszeichen. Darin enthalten sind wichtige Grundnahrungsmittel wie Mehl, Öl und Salz, aber auch Seife und Waschmittel.

Alt, geschwächt und allein

Auch Ashak Serobjan führt ein Leben in bitterer Armut. Der hagere 79-Jährige wartet vor seinem Häuschen, weil es draußen in der Sonne wärmer ist als drinnen. In den kalten Wintermonaten behält er seinen Mantel und die Wollmütze den ganzen Tag über an. Die Kälte setzt ihm merklich zu, denn er ist krank. Vor fünf Jahren hatte er einen Herzinfarkt und seitdem sammelt sich Wasser in seiner Lunge. Wie geschwächt der alte Mann ist, zeigt sich, als er die wenigen Schritte in sein kleines Häuschen gehen möchte. Er muss sich an der Wand abstützen und atmet schwer. Das Sprechen bereitet ihm Mühe, doch er möchte erzählen. Denn oft kommt es nicht vor, dass jemand bei ihm ist, mit dem er sich unterhalten kann. Die meiste Zeit verbringt er alleine in seinem dunklen Zimmer. Nun redet er sich mit leiser Stimme den Kummer von der Seele.

Er erzählt von seiner geringen Rente, die nicht reicht zum Überleben. Medikamente konnte er sich schon seit Langem nicht mehr kaufen. Immer wieder gähnt er, Ashak Serobjan ist müde. Müde von der Kälte, müde vom einsamen Leben in bitterer Armut. Doch beim Anblick des Nahrungsmittelpakets von Hoffnungszeichen regt sich eine neu gewonnene Lebensfreude in ihm. „Richtet den Menschen in Deutschland meinen herzlichen Dank aus“, bittet er unsere Mitarbeiter bei der Übergabe der Hilfsgüter. Als Wigen das Essen in das zerfallene Häuschen bringt, steigt er ihm wieder in die Nase – dieser modrige Geruch. Doch dazu hat sich noch ein anderer Geruch gemischt – der von Essen und Seife aus den Paketen und damit auch ein kleines bisschen Hoffnung auf bessere Zeiten.

Liebe Leserin, lieber Leser, in den nächsten Wochen möchten sich unsere Mitarbeiter wieder auf den Weg nach Dschadschur begeben und besonders bedürftigen Familien, Alleinstehenden und älteren Menschen mit Lebensmittelpaketen beistehen. Wird auch Ihr Hilfspaket dabei sein? Mit 60 Euro können Sie bedürftige Menschen wie Alvard Avgjan und Ashak Serobjan mit wichtigen Nahrungsmitteln wie Reis, Öl, Salz und Tee unterstützen. Ihre Gabe ist ein großer Segen und ein Zeichen der Hoffnung für die Dorfbewohner. Vielen Dank!

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