DR Kongo

Wenn Eltern hilflos sind

19.10.2018
Kinder in der Provinz Sud-Ubangi sind vom Hunger besonders bedroht. Hoffnungszeichen hilft mit Spezialnahrung und befähigt die Eltern, ihre Familien nachhaltig selbst zu ernähren.
Das sog. MUAC-Band zur Messung des Oberarmumfangs zeigt unmissverständlich: Dieses Mädchen ist für sein Alter viel zu dünn. So wie ihr geht es mehr als 4,6 Mio. unterernährten Kindern in der DR Kongo.
Das sog. MUAC-Band zur Messung des Oberarmumfangs zeigt unmissverständlich: Dieses Mädchen ist für sein Alter viel zu dünn. So wie ihr geht es mehr als 4,6 Mio. unterernährten Kindern in der DR Kongo.

Autor/in

Ildiko Mannsperger
Spenderbetreuung & Öffentlichkeitsarbeit

Alle zehn Sekunden stirbt nach Angaben der Vereinten Nationen (VN) weltweit ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger. In der DR Kongo ist die Lage besonders bedrohlich: „13 Mio. Menschen brauchen humanitäre Hilfe“, betonte VN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock bereits im April dieses Jahres auf der Kongo-Geberkonferenz. Dazu kommt: 4,6 Mio. Kinder in der DR Kongo sind unterernährt. Hinter jeder dieser Zahlen steckt eine Familientragödie. Was gibt es Schlimmeres für Eltern, als ihr Kind langsam verhungern zu sehen, jedoch weder die nötigen Mittel noch das Wissen zu haben, wie sie ihm helfen können?

Auch in der Provinz Sud-Ubangi, im Nordwesten des Landes, ist fast die Hälfte aller Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren auf den Hunger zurückzuführen. Um den Menschen nachhaltig zu helfen, hat Hoffnungszeichen gemeinsam mit dem lokalen Partner HPP-Congo ein Ernährungsprogramm ins Leben gerufen, das 200 Kindern und ihren Familien in sechs Dörfern hilft. Dreimal pro Woche erhalten die mangelernährten Kleinen einen nahrhaften Maisbrei, der ihnen neue Kraft schenkt und ihren Hunger stillt.

Hoffnungszeichen unterstützt 200 mangelernährte Kinder in sechs Dörfern mit Spezialnahrung. Ihre Eltern erhalten Schulungen im Anbau von Gemüse, damit sie ihre Familien langfristig selbst versorgen können.
Hoffnungszeichen unterstützt 200 mangelernährte Kinder in sechs Dörfern mit Spezialnahrung. Ihre Eltern erhalten Schulungen im Anbau von Gemüse, damit sie ihre Familien langfristig selbst versorgen können.

Hilfe zur Selbsthilfe

Neben der Kräftigung der Kleinen wollen wir die Dorfbewohner dazu befähigen, auf lange Sicht selbst für sich und ihre Familien zu sorgen. Denn nicht nur Kinder sind Leidtragende der Hungerkrise. Kongolesen berichten, dass sie verzweifelt stundenlang Schnecken suchen, um überhaupt etwas zu essen zu haben. Viele von ihnen haben aufgrund der schwierigen Lebensumstände im Land nie gelernt, Felder ertragreich
zu bestellen. Deshalb ermöglichen wir den Dorfbewohnern Schulungen im Anbau von Gemüse. Kumbu Tati ist einer der Kursteilnehmer. Er berichtet: „Ich bin sehr froh über die Hilfe. Ich habe wichtige Anbautechniken gelernt und weiß jetzt zum Beispiel, wie die Beschaffenheit des Bodens aussehen muss, damit er Ertrag bringt. Ich bin sicher, dass der Kurs unsere Lebensbedingungen hier verbessern wird“, freut er sich. Und fügt hinzu: „Hier gibt es so viel Not. Wir hoffen, dass Hoffnungszeichen unsere Dörfer so umfassend unterstützen kann, dass wir Armut und Hunger vor Ort besiegen können.“

Liebe Leserinnen und Leser, gemeinsam mit unserem Partner möchten wir 200 unterernährten Kindern in Sud-Ubangi beistehen und ihren Eltern helfen, sich und ihre Kinder langfristig und aus eigener Kraft ernähren zu können. Mit 30 Euro können fünf Kinder mit nahrhaftem Maisbrei versorgt werden. Mit 75 Euro unterstützen Sie eine Woche der Landwirtschaftsschulungen für die Dorfbewohner. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe!

Diese Seite teilen