Südsudan

Zurück in die Heimat - doch auch hier herrscht Hunger

22.07.2020
Die Hoffnung auf ein besseres und sicheres Leben veranlasst viele ehemalige Flüchtlinge, nach Jahren in ihre Heimat zurückzukehren. Doch der Neuanfang ist schwer. Wir helfen Rückkehrern mit Nahrungsmitteln.
Nach Flucht und Vertreibung und einem Dasein fern der Heimat kehren viele  Südsudanesen voller Hoffnung in ihre Heimatdörfer zurück. Doch auch in  Gemeinden wie Tonga herrschen Hunger und Entbehrung.
Nach Flucht und Vertreibung und einem Dasein fern der Heimat kehren viele Südsudanesen voller Hoffnung in ihre Heimatdörfer zurück. Doch auch in Gemeinden wie Tonga herrschen Hunger und Entbehrung.

Autor/in

Chol Thomas Dongrin
Hoffnungszeichen-Mitarbeiter in Ostafrika

„Rückkehr“: Ein Wort, dessen Bedeutung viel mit Neuanfang und Frieden gemeinsam hat. Vielleicht verbinden einige von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, mit diesem Begriff besondere und gute Erinnerungen. Auch im Südsudan, der seit Jahrzehnten unter lokalen und überregionalen Konflikten leidet, ist „Rückkehr“ ein Ausdruck, der vor allem für Hoffnung steht.

Angesa George gehört zu den Menschen, die nach langer Flucht und Entbehrung in ihren Heimatort zurückgekehrt sind. Die vierfache Mutter lebt wieder in Tonga, einer Ortschaft im Bundesstaat Upper Nile. Angesa und ihre Familie wurden Ende 2013 zu Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen aus ihrer Heimat vertrieben. Über fünf Jahre lang lebten sie im Nachbarland Sudan, immer dem Hunger und der Unsicherheit ausgesetzt. Nach dem Friedensvertrag 2018 schien sich das Blatt zu wenden und die 30-Jährige kehrte wie viele andere in ihr Heimatdorf zurück.

Erschwerter Neustart

Voller Zuversicht begann Angesa auf ihrem kleinen Stück Land Getreide anzubauen, doch heftige Regenfälle und Überschwemmungen machten ihre erste Ernte zunichte. Hunger und Unterernährung aufgrund von Nahrungsmittelmangel sind unter den Rückkehrern in Tonga weit verbreitet.

Aber nicht nur mit den Folgen klimatischer Veränderungen haben die Menschen zu kämpfen. Hinzu kommen schlechte hygienische Bedingungen, die zur Ausbreitung von Krankheiten wie Durchfall, Tuberkulose oder Covid-19 führen können. Erkrankungen sind auch bei Angesa ein Thema: Ihre Familie lebt in einer undichten Hütte, die Regen und nächtliche Kälte nicht abhält. Dadurch erkranken die Kinder immer wieder an Malaria und Lungenentzündung.

In vielen Familien herrschen auch, oft durch Kriegstraumata hervorgerufen, Misshandlungen und sexuelle Gewalt. Pater Johnson Obec von der Diözese Malakal beschreibt die Situation vieler Rückkehrer als dramatisch: „Angesa und ihre Familie hatten durch die Flucht alles verloren, und der Neustart in der Heimat gestaltet sich schwierig. So ergeht es leider vielen. Im Allgemeinen sind vor allem Kinder und Schwangere aufgrund der dürftigen Ernährung oftmals schwer mangelernährt und von Blutarmut betroffen. Vorrangig während der Regenzeit treten verstärkt Malaria und Lungenentzündung auf. Ihr Wasser holen sich die Menschen aus einer offenen Quelle am Fluss, den sie sich mit den Tieren teilen, und dies führt häufig zu Krankheiten wie Durchfall.“

Der Hunger ist die größte Sorge

In Zusammenarbeit mit der katholischen Diözese Malakal haben wir aufgrund dieser Notlage ein Projekt initiiert, um besonders bedürftige Rückkehrer dabei zu unterstützen, in der Heimat wieder Fuß zu fassen. Um den schweren Anfang zu bewältigen und um die Zeit bis zur nächsten Ernte zu überbrücken, wollen wir 750 von der Diözese bereits ausgewählten und registrierten Haushalten im Dorf Tonga Nahrungsmittel übergeben. Insbesondere auf sich gestellte Mütter, Kranke und Versehrte werden berücksichtigt.

Mit einem 50-kg-Sack Sorghum-Hirse pro Familie mit durchschnittlich fünf Personen ist einen Monat lang ihre tägliche Ernährung gesichert. Etwa 2.250 Kinder und 1.500 Erwachsene sollen diese Nothilfe erhalten. Pater Obec merkt an: „Die Verteilung von Nahrungsmitteln an eine große Gruppe von Menschen lindert nicht nur die unmittelbare Not. Sie sorgt auch dafür, dass Spannungen entschärft werden und sich die Menschen insgesamt sicherer fühlen.“

Angesas Familie und vielen weiteren Vätern und Müttern können wir mit diesem Projekt die akute Sorge um ihre Ernährung nehmen. Weiterhin hoffen die Rückkehrer in Tonga auf eigene Ernteerträge, doch bis dahin sind die Menschen sehr auf unsere Hilfe angewiesen.

Bitte helfen Sie daher mit Ihrer Spende unter dem Stichwort „Südsudan“. 40 Euro kostet ein großer Hilfssack für eine Familie. Beträge darüber hinaus sind wichtig, um auch den aufwendigen und zugleich notwendigen Transport der Güter zu ermöglichen. Jede kleine oder größere Gabe stillt den Hunger der Menschen und legt für viele den Grundstein für eine Zukunft in ihrer Heimat. Herzlichen Dank!

Spenden

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Rückkehr ins nördliche Südsudan 

Mit dem Friedensabkommen im September 2018 wurde der Bürgerkrieg im Südsudan formal beigelegt. Seitdem kehren Tausende einst in den Sudan Geflüchtete zurück in ihre südsudanesische Heimat. Hoffnungsvoll aber mittellos harren die Familien in ihren Dörfern aus. Hoffnungszeichen möchte knapp 4.000 Hungernden mit Nahrung beistehen. Diese beschaffen wir in der Stadt Renk und verschiffen sie nach Tonga. Dort übergeben Mitarbeiter der Diözese Malakal die Hilfssäcke an die Bedürftigsten.
Mit dem Friedensabkommen im September 2018 wurde der Bürgerkrieg im Südsudan formal beigelegt. Seitdem kehren Tausende einst in den Sudan Geflüchtete zurück in ihre südsudanesische Heimat. Hoffnungsvoll aber mittellos harren die Familien in ihren Dörfern aus. Hoffnungszeichen möchte knapp 4.000 Hungernden mit Nahrung beistehen. Diese beschaffen wir in der Stadt Renk und verschiffen sie nach Tonga. Dort übergeben Mitarbeiter der Diözese Malakal die Hilfssäcke an die Bedürftigsten.

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