Südsudan

Den Hungernden beistehen

17.03.2021
Viele Kinder in der Diözese Wau leiden Hunger. Um die Mangelernährung einzudämmen, übergeben wir mit unserem Partner, dem Jesuitenorden, Nahrungsmittelpakete an besonders bedürftige Familien.
Dem fünfjährigen Waisen Yohana Alexi ist sein schweres Schicksal ins Gesicht  geschrieben; er wirkt viel älter als er ist. Das Kind ist unterernährt, obwohl  seine Ziehmutter alles versucht, um ihn und ihre eigene Familie zu versorgen.
Dem fünfjährigen Waisen Yohana Alexi ist sein schweres Schicksal ins Gesicht geschrieben; er wirkt viel älter als er ist. Das Kind ist unterernährt, obwohl seine Ziehmutter alles versucht, um ihn und ihre eigene Familie zu versorgen.

Autor/in

Chol Thomas Dongrin
Hoffnungszeichen-Mitarbeiter in Ostafrika

Die Aufregung ist groß an diesem sonnigen Morgen. Schon in aller Frühe haben sich vor der kleinen Schule im Dorf Jebel Kher, wenige Kilometer von der Stadt Wau entfernt, viele Menschen eingefunden. In erster Linie sind es Mütter mit ihren Kindern, die hier seit der Morgendämmerung geduldig warten. Kinder rufen durcheinander, die farbenprächtigen Gewänder der Frauen leuchten trotz des Staubes in der Hitze. Unter ihnen ist die 30-jährige Gizeila Victor. Die fünffache Mutter hat ihren Neffen Yohana Alexi dabei. Der Fünfjährige ist Waise und wurde von seiner Tante aufgenommen, als seine Eltern im vergangenen Jahr starben. „Er hat niemanden außer uns“, sagt sie und legt den Arm um ihn.

Wie schwer es Gizeila fällt, ihre große Familie zu ernähren, wird am körperlichen Zustand von Yohana deutlich. Der Junge wirkt abgemagert und kränklich, und seine Züge sind nicht mehr die eines Fünfjährigen, sondern spiegeln trotz seines Lächelns das ganze Elend seines kleinen Kinderlebens. Gizeila sammelt Feuerholz, und ihr Mann brennt Holzkohle, aber die Einkünfte aus dieser harten Arbeit sind zu gering, um die ganze Familie ausreichend zu ernähren.

Nahrungsmittel entlasten den schweren Alltag

Gizeila war heute Morgen eine der ersten hier in Jebel Kher, denn sie wurde von unserem Partner vor Ort, dem Jesuitenorden, als eine von 200 Empfängerinnen für eine große Hilfsgüterverteilung ausgewählt. Die Frau ist sehr dankbar für diese Unterstützung. „Konkret sind es 210 schwer mangelernährte Kinder und natürlich deren Familien, die bei dieser Verteilung bedacht werden“, erklärt Pater Ambrose von der Maria-Hilf-Gemeinde in Jebel Kher. „Sie erhalten Grundnahrungsmittel wie Mehl, Reis, Milchpulver, Bohnen, Linsen und Öl.“

Auch die 35-jährige Raice Arakanjelo steht in der langen Schlange der Wartenden. Die alleinerziehende Mutter hat zwei ihrer vier Kinder dabei – die Zwillinge Ufo und Ufindo (2). Für Raice ist es allein ganz besonders schwer, ihre Kinder zu ernähren. Die Frau schneidet Gras, das in der Region häufig zum Dachdecken benutzt wird, und verkauft es in Bündeln. Doch die Einkünfte daraus sind gering, und an manchen Tagen verdient Raice überhaupt nichts. In ihrem Gesicht ist die Erschöpfung zu lesen, die der tägliche Überlebenskampf mit sich bringt. Umso größer ist ihre Erleichterung, dass sie bei dieser Hilfsaktion eine der Glücklichen ist, die ein Lebensmittelpaket erhält. Raice trägt den etwa 25 Kilogramm schweren Sack auf dem Kopf und reiht sich in die Gruppe der anderen Frauen ein. Die Gesichter der schwer beladenen Mütter strahlen, und ihre Kinder begleiten sie erwartungsvoll wie in einer fröhlichen Prozession. Die Dankbarkeit der Menschen ist geradezu greifbar.

Nahrhafte Mahlzeiten für mangelernährte Kinder

Gemeinsam mit dem Jesuitenorden haben wir dank der Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender vor kurzem auch in drei Ortschaften in der Diözese Rumbek Lebensmittel an die Familien von insgesamt 240 mangelernährten Kindern verteilt – wir berichteten im Januar. Und die Jesuiten in Jebel Kher setzten dieses Projekt nun zugunsten von 200 Haushalten fort. Unsere Hilfe erreichte Familien, die in der von Unterernährung, wirtschaftlichem Mangel und unzureichender medizinischer Versorgung geprägten Region Wau im Bundesstaat Western Bahr-el-Ghazal besonders hart von Hunger betroffen sind. Die Frauen werden durch den Erhalt der Nahrungsmittel in ihrer täglichen Arbeit entlastet. Entscheidend ist auch, dass durch die Zusammenstellung der Lebensmittelpakete die Zubereitung von abwechslungsreichen und nahrhaften Mahlzeiten möglich ist. Viele mangelernährte Kinder können sich so besser erholen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir auch künftig ähnliche Projekte durchführen.

Liebe Leserinnen und Leser, Sie machen die Umsetzung solcher Verteil-Aktionen möglich. Mit Ihrer Spende können wir Spezialnahrung für mangelernährte Kinder bereitstellen und für Familien in Not Hilfspakete mit wichtigen Nahrungsmitteln schnüren. Jede Gabe ist eine große Unterstützung für Mütter wie Gizeila und Raice und deren Kinder. Haben Sie vielen Dank dafür!

So können Sie helfen:

  • 15 € - Spezialnahrung für mangelernährte Kinder
  • 33 € - Nahrungsmittelpaket für eine Familie
  • 50 € - Ein 50-kg-Sack Bohnen für Hungernde

Vielen Dank!

Spenden

Diese Hilfe im Südsudan unterstützen

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