Uganda

Viel Dankbarkeit, zu wenig Essen

21.09.2018
Der Bau der Hoffnungszeichen-Klinik in Kosike schreitet voran und stimmt die Menschen optimistisch. Gleichzeitig fehlt es am Nötigsten.
Salome Chepteia mit ihrer einjährigen Tochter Cherotich. Das kleine Mädchen leidet an Fieber und Appetitlosigkeit.
Salome Chepteia mit ihrer einjährigen Tochter Cherotich. Das kleine Mädchen leidet an Fieber und Appetitlosigkeit.

Autor/in

Chol Thomas Dongrin
Hoffnungszeichen-Mitarbeiter in Ostafrika

„Der Wasserturm steht!“ Diese freudige Nachricht erreichte uns im vergangenen Monat. „Es dauerte mehr als drei Stunden, den 10.000-Liter-Tank auf den Turm zu hieven“, berichtete Hoffnungszeichen-Koordinator Damiano Mascalzoni über den schwierigen Aufbau, „und mehr als zwanzig Männer packten mit vereinten Kräften an.“ Die unterirdischen Leitungen von der 1,4 Kilometer entfernten Quelle bis zum Klinikgelände waren bereits zuvor verlegt worden. Der Tank sichert nun als Reservoir dem zukünftigen Betrieb der Station eine stabile Wasserversorgung.

Ebenso erfreulich sind die Meldungen über die Wirkung der Behandlungstage in Kosike, die inzwischen aufgrund der hohen Nachfrage zweimal wöchentlich stattfinden. Ambulante Behandlungen, Impfungen und Medikamente sind eine enorme Hilfe für die Menschen der Region und werden dankbar angenommen, erzählen unsere Mitarbeiter vor Ort. Erst bei diesen Gesundheitsberatungen sind die vielen unterernährten Kinder aufgefallen und das stellt Hoffnungszeichen vor neue Aufgaben: Ein Ernährungsprogramm mit Notfallnahrung ist dringend erforderlich.

Die Sorgen einer entkräfteten Mutter

Salome Chepteia zum Beispiel verzweifelt daran, ihre ein Jahr alte Tochter Cherotich kaum mehr versorgen zu können. Sie hatte das kleine Mädchen wegen Fieber und Appetitlosigkeit zur Behandlung in unsere Gesundheitsstation gebracht und die gefürchtete Diagnose erhalten: Unterernährung. „Mein Kind bekommt nicht genug Muttermilch von mir, weil ich selbst kaum zu essen habe“, so habe man ihr erklärt. Die Mahlzeiten der Familie sind karg und einseitig, überwiegend aus Maismehl bestehend.

Salome müsste die kleine Cherotich nun regelmäßig zu Fuß in die 14 Kilometer entfernte Klinik in Amudat bringen, wo unterernährte Kinder Spezialnahrung erhalten. Für die ebenfalls geschwächte Mutter wäre das kaum zu schaffen: Während ihr Mann sich tagsüber um das Vieh kümmert, ist sie auf sich gestellt und für den Haushalt und die insgesamt vier Kinder zuständig. Zudem stockt sie das knappe Familieneinkommen auf, indem sie Steine zerkleinert und als Baumaterial verkauft. Ohne diesen Verdienst würden noch mehr Mahlzeiten ausfallen.

Immer wieder bedankt sich Salome für die Untersuchung ihrer Tochter und die Fiebermedikamente – doch ihre Verzweiflung kann sie nicht verbergen. Sie macht sich große Sorgen um ihr Kind und teilt uns ausdrücklich ihre Hoffnung mit, dass unterernährte Kinder künftig vor Ort in Kosike behandelt werden können.

Der nächste Schritt: Lagermöglichkeiten schaffen

Diese Mutter und ihr Kind sind nur ein Beispiel für die Notlage in Kosike. 94 % der Haushalte dort und in den umliegenden Dörfern leben unterhalb der Armutsgrenze. Insgesamt sind fast 2.000 Kinder in der Region akut von Unterernährung betroffen. Ihnen wollen wir möglichst schnell mit Notfallnahrung helfen. Es fehlt jedoch an Infrastruktur: Nach den Anforderungen der Vereinten Nationen muss die Notfallnahrung in speziellen Containern gelagert werden, die wir dort bisher nicht haben. Deshalb planen wir, zwei zwölf Meter lange Container nach Kosike zu transportieren. Diese sollen nicht nur als Lager dienen, sondern soüberdacht werden, dass ein geschützter Bereich entsteht, in dem wir die Patienten im Ernährungsprogramm direkt versorgen können. Insgesamt rechnen wir mit Kosten von rund 25.000 Euro für die Container, ihren Transport, die Überdachung, ein Doppeltor und die rückwärtige Ziegelwand.

Liebe Leserin, lieber Leser, jede einzelne Spende hilft uns, dieses Projekt bald zu realisieren. Schon 25 Euro ermöglichen die Spezialnahrung für ein unterernährtes Kind wie Cherotich. 70 Euro unterstützen die wöchentlichen Behandlungen der Dorfbewohner. Und für 2.500 Euro können wir einen der Container anschaffen. Jeder Betrag leistet einen wichtigen Beitrag. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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