Konflikt in Äthiopien

Vertreibung, Verfolgung und Hunger

23.11.2021
Die sich im Norden von Äthiopien ausweitenden Kampfhandlungen treiben Hunderttausende in die Flucht und in den Hunger – bitte helfen Sie mit einer Spende.
Die Binnenvertriebenen leben unter schwersten Bedingungen. Viele finden keine  Unterkunft und leben auf der Straße. Notdürftig bauen sie sich eine „Behausung“.
Die Binnenvertriebenen leben unter schwersten Bedingungen. Viele finden keine Unterkunft und leben auf der Straße. Notdürftig bauen sie sich eine „Behausung“.

400.000 Menschen vom Hungertod bedroht

Bombenangriffe, Blockaden, Vergewaltigungen, Verfolgung, Vertreibung und Hunger: Die humanitäre Situation wird von Tag zu Tag schlimmer in Äthiopien. Mehrere hunderttausend Menschen mussten ihr Heimatdorf verlassen und suchen verzweifelt nach Hilfe. „Den Binnenvertriebenen fehlt es an den Nötigsten Dingen, insbesondere an Lebensmitteln und Kleidung", berichtet ein Hoffnungszeichen-Mitarbeiter vor Ort. Die Vereinten Nationen warnen, dass über 400.000 Menschen in den kommenden Monaten vom Hungertod bedroht sind.

Begonnen hat der Konflikt zwischen der äthiopischen Regierung und der von ihr abgesetzten Regionalregierung von Tigray im November 2020 mit Gewalt und Menschenrechtsverbrechen in der Region Tigray, die zudem unter extremer Trockenheit leidet. Inzwischen haben sich die Kämpfe in Nachbarregionen und in Richtung der Hauptstadt Addis Abeba ausgeweitet. „Die Menschen haben Angst und sind verzweifelt. Sie fragen sich, wann die Kämpfe ein Ende haben werden", so unser Mitarbeiter vor Ort.

Im Interview zum Tag der sozialen Gerechtigkeit: Klaus Stieglitz, Zweiter Vorstand und Menschenrechtsexperte von Hoffnungszeichen e.V.

Der Konflikt im Norden Äthiopiens ist eine menschenrechtliche Katastrophe. Die Binnenvertriebenen benötigen jetzt unsere Hilfe.

Klaus Stieglitz

Menschenrechtsvorstand von Hoffnungszeichen

Das Schicksal von Rema Yisemae

Zu den Flüchtlingen zählt Rema Yisemae (Name geändert). Sie lebte mit ihrer Familie im Norden Äthiopiens. Sie war hochschwanger und plötzlich allein, weil der Ehemann verhaftet wurde. Die Geburt musste sie ohne ihren Mann durchstehen. Ihre Familie stand ihr bei, so gut es ging. Aber nicht nur Remas Ehemann wurde verhaftet, sondern auch ihr Bruder. Von beiden fehlt seither jede Spur, was die Familie tief erschüttert.

Rema ist in all dem Chaos und der Angst nach Addis Abeba geflohen und hat Hilfe bei Schwestern der Äthiopisch-katholischen Kirche gefunden. Sie kümmern sich als lokale Partner von Hoffnungszeichen um 45 besonders schutzbedürftige Flüchtlingsfamilien aus Tigray. „Die Hilfe der Schwestern ist für mich eine Antwort auf meine Gebete,“ sagt die alleinerziehende Rema.

Rema hatte Glück im Unglück: Mithilfe der Schwestern der Äthiopisch-katholischen Kirche kann sie ihre Tochter endlich besser ernähren.
Rema hatte Glück im Unglück: Mithilfe der Schwestern der Äthiopisch-katholischen Kirche kann sie ihre Tochter endlich besser ernähren.

Auch in Afar, der östlichen Nachbarregion von Tigray, versuchen Helfer, in der Ortschaft Chifra Flüchtlingen beizustehen. Mitarbeitende unseres Partners Africa Humanitarian Action unterstützen 500 Binnenvertriebene und deren Familien mit Decken, Schlafmatten und Eimern. 250 unterernährte Kinder erhalten Spezialnahrung.

Unsere Unterstützung vor Ort

Die notleidenden Menschen in Äthiopien benötigen jetzt unsere Unterstützung - wir planen Nothilfeprojekte mit unseren Partnern vor Ort, um weitere Bedürftige zu unterstützen. Jede Spende hilft, Kinder vor den schlimmsten Folgen des Hungers zu bewahren und traumatisierten Flüchtlingen beizustehen:

  • 23 Euro - ein Hilfspaket mit Hochenergie-Keksen für ein Kind in Afar
  • 50 Euro - Nahrungsmittel für eine Flüchtlingsfamilie in Addis Abeba für einen Monat

Spenden Sie jetzt mit dem Spendenstichwort „Äthiopien“. Danke, dass wir gemeinsam mit Ihnen den Menschen in Äthiopien unsere Hand reichen können.

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