Äthiopien

Dem Tod entfliehen

23.08.2021
Der Krieg in Tigray spitzt sich weiter zu und weitet sich nun auf die Region Afar aus. Es fehlt den Menschen am Nötigsten. Eine Hungerkatastrophe droht.
Viele Familien werden aufgrund des andauernden Konflikts in der Region Tigray aus ihrer Heimat vertrieben.
Viele Familien werden aufgrund des andauernden Konflikts in der Region Tigray aus ihrer Heimat vertrieben.

Mit Kindern auf der Flucht

Es war mitten in der Nacht, als Gewehrsalven Fatuma Yayo Abedella aufschreckten. „Meine Kinder schliefen. Plötzlich knallte es furchtbar. Ich hatte schreckliche Angst“, erzählt die 40-Jährige schockiert und den Tränen nahe. Am nächsten Morgen sah sie, wie die Nachbarn eilig alles zusammenrafften, was sie tragen konnten. „Sie sagten mir, dass Soldaten kämen und wir fliehen sollten. Ich nahm meine drei Kinder, und wir verließen unser Zuhause. Wir ließen alles zurück. Wir wollten nur überleben.“ Drei Tage floh die Mutter mit ihren Liebsten vor den Kämpfen, ständig in der Sorge, von den Soldaten eingeholt zu werden. Vollkommen erschöpft erreichten sie schließlich den Distrikt Chifra und fanden endlich Schutz, wie uns AHA, eine unserer lokalen Partnerorganisation in Äthiopien im August berichtete.

Der Gewalt hilflos ausgeliefert

Der militärische Konflikt zwischen der äthiopischen Regierung unter Ministerpräsident Abiy Ahmed und den regionalen Machthabern der sog. Volksbefreiungsfront von Tigray im Norden Äthiopiens hat ein neues Ausmaß an Brutalität angenommen. Die Gewalt ist mittlerweile auf weitere Gebiete des Landes übergeschwappt, darunter auch die Region Afar, aus der Fatuma stammt. Bereits Geflohene, die verzweifelt nach Hilfe suchten, werden erneut durch die heranziehenden Kämpfe vertrieben. „Über 70.000 Flüchtlinge sind vor den anhaltenden Kämpfen an der Grenze zwischen Tigray und Afar geflohen“, berichtet ein Mitarbeiter unserer lokalen Partnerorganisation APDA.

Die Vereinten Nationen (VN) warnen vor einer enormen Hungerkatastrophe im Land. Die Zahl der mangelernährten Kinder wächst. Mehr als 100.000 Kinder seien in den kommenden Monaten vom Hungertod bedroht, teilte das VN-Kinderhilfswerk mit. Neben dem Hunger sind die Menschen traumatisiert von den Gräueltaten, die sie erleben müssen. Systematische und massenhafte Vergewaltigung wird als Kriegswaffe eingesetzt, so berichtet Der Spiegel.

Hoffnungszeichen nimmt sich der Not der Menschen an und hat akute Nothilfemaßnahmen mit lokalen Partnerorganisationen in die Wege geleitet. Dabei werden sowohl Geflüchtete aus Tigray als auch Menschen, die sich noch im Krisengebiet befinden, von unseren erfahrenen Partnern vor Ort mit Lebensmitteln, Hochenergiekeksen, Decken und Matratzen versorgt. Mit 20 Euro helfen Sie mangelernährten Kindern mit Spezialnahrung. Ein Beitrag von 30 Euro ermöglicht einer Familie wichtige Nahrungsmittelhilfe. Danke für Ihre segensreiche Gabe!

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