Südsudan

Lieblingsfach Mittagessen

25.10.2019
Dank der Schulspeisung schicken immer mehr Familien ihre Kinder in den Unterricht der Loreto-Schule in Maker Kuei.
Die Mahlzeiten sind für viele der über 1.000 Grundschüler ein wichtiger Grund, die Loreto-Schule in Maker Kuei zu besuchen. Viele der Kinder erhalten zu Hause nicht ausreichend zu essen.
Die Mahlzeiten sind für viele der über 1.000 Grundschüler ein wichtiger Grund, die Loreto-Schule in Maker Kuei zu besuchen. Viele der Kinder erhalten zu Hause nicht ausreichend zu essen.

Autor/in

Chol Thomas Dongrin
Hoffnungszeichen-Mitarbeiter in Ostafrika

Daniel Malual ist einer der Ersten, die sich vor der Essensausgabe anstellen. Der Zwölfjährige freut sich sehr auf sein Frühstück – und er hat es auch sehr nötig, denn zu Hause hat er heute noch nichts gegessen. Der Frühstücksbrei wirdin großen blauen und grünen Schüsseln ausgeteilt, und obwohl die Kinder wissen, dass niemand leer ausgeht, gibt es Lärm und Drängelei, genau wie in jeder anderen Schule auf der Welt. Hier allerdings sind die meisten Kinder tatsächlich auf das Essen angewiesen, und nicht wenige kommen in erster Linie deshalb jeden Tag her.

„Ich bin so froh, dass ich hier Essen bekomme.“

Maker Kuei ist eine Gemeinde mit etwa 10.000 Einwohnern, sieben Kilometer nordwestlich der Stadt Rumbek gelegen. Gesundheitsfürsorge und Bildung waren für die Menschen hier lange Zeit nur schwer erreichbar. Krankheiten wie Malaria und Typhus sind weit verbreitet, und viele Kinder unter fünf Jahren sind stark unterernährt. Das liegt nicht nur an mangelnder Nahrung, sondern häufig auch an der Unwissenheit der Menschen über Themen wie gesunde und kindgerechte Ernährung oder Hygiene.

In der Grundschule, die die Loreto-Schwestern in dem Ort seit einigen Jahren auch mit unserer Unterstützung betreiben, war die Abbruchquote sehr hoch und die Beteiligung am Unterricht oft unzureichend. Zum einen fehlte es an ausgewogener Ernährung – ohne diese können Kinder nicht konzentriert lernen, denn damit das Gehirn gut funktioniert, muss der Blutzuckerspiegel ausgeglichen sein. Zum anderen erhalten die Kinder zu Hause oft nicht genügend Essen, sind so müde und abgespannt und machten sich oft gar nicht erst auf den Weg in die Schule.

Um diesen Problemen abzuhelfen, haben die Ordensschwestern als eine Maßnahme die Schulspeisung eingeführt. Zum Frühstück erhalten die Kinder einen nahrhaften Brei, und zum Mittagessen gibt es meistens Sorghumhirse oder Bohnen. Derzeit erhalten 1.146 Kinder vom Kindergartenalter bis zur achten Klasse jeden Schultag diese Mahlzeiten – 300 ältere Internatsschülerinnen werden auch darüber hinaus versorgt. „Seit dem Essensangebot kommen viele Kinder regelmäßiger und insgesamt auch länger zum Unterricht, denn auch die Eltern wissen zu schätzen, dass ihnen die große Sorge um die Ernährung ihrer Kinder zumindest zum Teil abgenommen wird“, erklärt Nyilueth Mayom, die bei unserem Projektpartner mitverantwortlich für die Organisation des Schulbetriebs ist. Der Blick auf die schmausenden Kinder bestätigt das. „Ich bin so froh, dass ich Essen in der Schule bekommen kann. Wenn ich später nach Hause gehe, fühle ich mich nicht so hungrig. Zu Hause mache ich meine Hausaufgaben, auch wenn meine Mutter kein Essen für mich hat“, erzählt Daniel Malual, während er mit seinen Freunden auf dem sandigen Boden hockt und sein Frühstück zu sich nimmt.

Gesundheitsversorgung für alle

Nicht nur die Verpflegung der Schülerinnen und Schüler wird von uns gemeinsam mit Sternstunden e.V. unterstützt, sondern auch die Ernährungstherapie für mangelernährte Kinder. Mary Akoi, die ihren dreijährigen Jungen zur Behandlung bringt, sagt: „Wir sind so dankbar für diese Hilfe.“ Auch ältere und bedürftige Menschen aus der Umgebung, um die sich niemand sonst kümmert, können sich in ihrer Not und bei Hunger an die Schwestern wenden.

Die medizinische Versorgung liegt den Ordensschwestern ebenfalls am Herzen. Diese fand bislang etwas improvisiert in zweckentfremdeten Klassenzimmern statt und beschränkte sich auf die Schüler. Der Bedarf war da und das Know-how der Schwestern vorhanden – so entstand die Idee, eine eigene, ausreichend dimensionierte und ausgestattete Klinik zu errichten, um allen Bewohnern Maker Kueis beistehen zu können. Mit Unterstützung von Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender, und mit Beteiligung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung konnte in nur wenigen Monaten der Bau eines Klinikgebäudes realisiert werden. Hier werden nun seit Mitte des Jahres medizinische Behandlungen, aber auch Gesundheitskurse, Beratungen und Impfungen durchgeführt.

All diese Dienste der Loreto-Schwestern für die notleidende Bevölkerung in Maker Kuei sind durch Ihre Gaben möglich. Im Namen von Schülern wie Daniel Malual oder Müttern wie Mary Akoi: Danke, dass Sie diese wichtige Arbeit durch Ihre Zuwendungen unterstützen!

So können Sie helfen:

  • 15 € - Spezialnahrung für ein mangelernährtes Kind
  • 40 € - Monatliche Verpflegung einer Internatsschülerin
  • 100 € - Mittagessen eines Grundschülers für ein Jahr

Vielen Dank!

Spenden

Diese Hilfe im Südsudan unterstützen

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