Äthiopien

Dürre bedroht Familien

10.02.2016
Äthiopien droht wegen einer schweren Dürre die schlimmste Hungerkrise seit Jahrzehnten. Besonders betroffen ist das Volk der Afar.
Äthiopien: von Dürre und Hungersnot bedroht.

Autor/in

Marcel Kipping
Leiter Internationale Hilfe & Zusammenarbeit

Die Region Afar im Nordosten Äthiopiens ist besonders von der anhaltenden Trockenheit betroffen. Die Versorgung der Gemeinden basiert auf Ziegenwirtschaft. Doch aufgrund des immer geringer werdenden Weidelands und der schwindenden Wasserressourcen verzweifeln immer mehr Familien. Hatten sie früher zahlreiche Ziegen und sogar Kamele zur Eigenversorgung, so bleibt vielen gerade einmal eine Handvoll Nutztiere übrig. Die Gesundheitsstationen in der Region verzeichnen daher eine zunehmende Mangelernährung. Vor allem Kleinkinder und schwangere Frauen, aber auch alte Menschen sind betroffen, denn ein wichtiger Bestandteil ihrer Nahrung ist die Ziegenmilch. Mit der drastischen Verringerung der Herden reicht das Wenige nicht aus, um die Familien zu versorgen. „Wer schwach ist, wird anfälliger für Krankheiten”, berichtet Valerie Browning, Projektkoordinatorin unseres lokalen Partners Afar Pastoralist Development Association. „So wundert es kaum, dass Fälle von Atemwegs- und Durchfallerkrankungen sowie Malaria und Masern deutlich zunehmen.“ Manche Familien greifen zu einer Verzweiflungstat: Sie schlachten ihre letzten Ziegen, um das Fleisch essen zu können. Doch damit entreißen sie sich ihrer Lebensgrundlage.

Zerstörtes Weideland

Wiederkehrende Dürreperioden in den letzten Jahren haben großflächig Weideland in unfruchtbares Gebiet verwandelt. Eine starke Bodenerosion setzte ein. Fruchtbarer Boden, der zuvor von Pflanzen zusammengehalten worden war, löste sich und wurde nach und nach durch Regen und Wind abgetragen. Zurück bleibt karges Vulkangestein. In vielen Gemeinden der Region Afar hatte es zwar im August und September 2015 noch geregnet, doch war dies der erste Regen seit einem Jahr.
Hoffnungszeichen und der lokale Projektpartner stehen den ärmsten Familien bei. In einem langfristigen Entwicklungszusammenarbeitsprojekt sollen wieder Weideflächen geschaffen werden. Dazu werden Dämme errichtet, um den Abfluss von Regenwasser zu verlangsamen, so dass es einsickern kann. Pflanzensamen werden zudem gesät. Ziel ist auch, die Ziegenherden im Laufe der Zeit wieder zu vergrößern, damit die Familien den Blick in die Zukunft richten können. So wollen wir an 300 Familien je zehn Ziegen übergeben – neun weibliche und eine männliche – um den Fortbestand zu sichern. Eine Ziege, inklusive Transport, Futter und Impfungen, kostet rund 44 Euro. Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns, wenn Sie uns bei diesem Vorhaben (Spenden-Stichwort: „Äthiopien“) unterstützen möchten. Vielen Dank!

Land: Äthiopien

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