Südsudan

Wird mein Kind wieder gesund?

22.07.2021
Zahlreiche Mütter kommen mit ihren mangelernährten und kranken Kindern Hilfe suchend in die Klinik der Diözese Rumbek. Viele plagt die Sorge, ob ihr Kind wieder gesund wird.
Mary Alual (20) ist voller Sorge – ihr Sohn Jima Kon (2) ist schwer krank. In ihrem Dorf gibt es keine medizinische Hilfe, deshalb ging die Frau in die Klinik in Rumbek.
Mary Alual (20) ist voller Sorge – ihr Sohn Jima Kon (2) ist schwer krank. In ihrem Dorf gibt es keine medizinische Hilfe, deshalb ging die Frau in die Klinik in Rumbek.

Autor/in

Chol Thomas Dongrin
Hoffnungszeichen-Mitarbeiter in Ostafrika

Großes Leid mit zwei Jahren

Angespannt sitzt Mary Alual vor einem Behandlungsraum der Krankenstation in Rumbek und hält dabei ihren Sohn Jima Kon (Name geändert) fest im Arm. Trübe Gedanken gehen der jungen Frau immer und immer wieder durch den Kopf: Wann kommt endlich ein Mediziner? Warum geht es meinem Kind so schlecht? Und vor allem: Wird mein Kind wieder gesund? Die Sorgen der zweifachen Mutter sind groß, denn ihr kleiner Junge muss bereits im zarten Alter von zwei Jahren kaum vorstellbare Qualen erleiden. Beine und Arme von Jima sind dürr, seine Rippen zeichnen sich auf dem Brustkorb ab.

„Alles begann vor zwei Monaten“, erzählt Mary betroffen. „Mein Kind bekam hohes Fieber, musste sich erbrechen und bekam einen geschwollenen Bauch. Er weigerte sich zu essen. Dadurch wurde er immer schwächer. Er kann jetzt nicht mal mehr alleine sitzen, ohne gestützt zu werden.“ Medizinische Hilfe gab es in ihrem Dorf nicht. Deshalb machte sich die Mutter mit ihrem Kind auf den Weg in die Krankenstation der Diözese Rumbek. Dort erkennt Chol Ajuong, Ernährungsberater der Gesundheitseinrichtung, sofort, dass sich Jima in einem lebensbedrohlichen Zustand befindet. Durch Untersuchungen stellt sich heraus, dass das Kind an Malaria sowie einer Durchfallerkrankung leidet. Die Messung des Oberarmumfangs mit einem sog. MUAC-
Band bestätigt die kritische Unterernährung des Jungen. „Wir müssen Jima unmittelbar behandeln. Danach übergeben wir ihn in die Obhut der Missionarinnen der Nächstenliebe, die ihn mit Hochenergie-Keksen und anderer Nahrungsergänzung wieder aufpäppeln“, erklärt Ajuong.

Mithilfe eines speziellen Maßbands bestimmen die Mediziner den Ernährungs- zustand des Jungen. Die gemessenen 10,5 cm Oberarmumfang liegen im roten  Bereich – Jima ist stark unterernährt.
Mithilfe eines speziellen Maßbands bestimmen die Mediziner den Ernährungszustand des Jungen. Die gemessenen 10,5 cm Oberarmumfang liegen im roten Bereich – Jima ist stark unterernährt.

5,5 Mio. Südsudanesen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen

Für Mary Alual ist es das Wichtigste auf der Welt, dass es ihren Kindern gut geht. Doch die Lebenssituation der Frau und ihrer Familie ist geprägt von Unsicherheit und Sorgen. Die Familie wohnt im Dorf Pan-awac, etwa 30 km östlich von Rumbek. Mary und ihr Mann versorgen sich so gut es geht selbst – sie bauen u. a. Sorghum-Hirse und Erdnüsse an. Auch Rinder besitzt die Familie. Doch bei lokalen Konflikten werden immer wieder Felder zerstört und Rinder geraubt. Zudem beeinträchtigen Wetterextreme die Ernteerträge. „Wir haben letztes Jahr Erdnüsse angebaut, aber unsere Pflanzen wurden kurz vor der Ernte durch Überschwemmungen zerstört. Jetzt fehlt es uns an Nahrung, und meine Kinder leiden Hunger“, erzählt Mary.

Zahlreiche Haushalte im Südsudan befinden sich in ähnlichen Lebensumständen wie die Familie von Mary – derzeit benötigen 5,5 Mio. Menschen Nahrungsmittelhilfe. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen warnt, dass im Laufe dieses Jahres 1,4 Mio. Kinder unter fünf Jahren von akuter Mangelernährung bedroht seien, davon bestehe für 300.000 Lebensgefahr. Dr. Abel Alier, klinischer Leiter der Gesundheitsstation in Rumbek, berichtet: „Die Vorräte der Menschen sind aufgebraucht – alles wartet auf die anstehende Haupternte. Kinder können so nicht ausreichend und ausgewogen ernährt werden – aktuell kommen immer mehr mangelernährte Kinder zu uns in die Klinik.“

Kinder sollen gesund aufwachsen

Gemeinsam mit der Diözese und den Ordensschwestern stehen wir den Bedürftigsten in Rumbek mit Nahrungsmitteln und Hilfsgütern bei – insbesondere in dieser schwierigen Zeit. Speziell zur Behandlung unterernährter Kinder wie Jima stellt Hoffnungszeichen den Schwestern wichtige Aufbaunahrung zur Verfügung. Mary Alual kann schon wieder lächeln. Ihr Sohn ist inzwischen seit einem Monat in der Obhut der Missionarinnen und auf dem Weg der Besserung. „Ich bin überglücklich, dass sich mein Sohn so gut erholt hat. Er sieht jetzt gesünder aus und hat deutlich an Gewicht zugelegt. Ich danke allen, die Jima gerettet haben.“

Viele Mütter im Südsudan wünschen sich nichts sehnlicher, als dass ihre Kinder gesund aufwachsen. Ihre Spende macht verzweifelten Müttern wie Mary Mut und kann mangelernährten Kindern wie Jima das Leben retten. Danke für jede Gabe!

So können Sie helfen:

  • 20 Euro - Bekleidung für eine Person
  • 25 Euro  - Spezialnahrung für ein Kind wie Jima
  • 50 Euro - Ein großer Sack Reis für viele Hungernde
  • 100 Euro - Bettzeug und Matratzen für eine Familie
Spenden

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Projekt: Hoffnung in Rumbek

Jeden Tag ist der Andrang in der Klinik in Rumbek groß. Mütter, die mit ihren Kindern oft stundenlange Fußmärsche hinter sich haben, warten geduldig.
Jeden Tag ist der Andrang in der Klinik in Rumbek groß. Mütter, die mit ihren Kindern oft stundenlange Fußmärsche hinter sich haben, warten geduldig.
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