Uganda

Weg in ein eigenständiges Leben

24.01.2020
In der Gemeinde Adraa erhalten 1.700 Flüchtlinge sowie Einheimische die Möglichkeit, eine landwirtschaftliche Ausbildung zu absolvieren – und damit eine Zukunftsperspektive.
Lukwang Andrew (31) ist stolz auf das, was er erreicht hat. Dank der Ausbildung an der Landwirtschaftsfachschule in Adraa lernte er, Gemüse anzupflanzen: mit Erfolg – seine Pflanzen gedeihen prächtig.
Lotai Mustafa (31) ist stolz auf das, was er erreicht hat. Dank der Ausbildung an der Landwirtschaftsfachschule in Adraa lernte er, Gemüse anzupflanzen: mit Erfolg – seine Pflanzen gedeihen prächtig.

Autor/in

Chol Thomas Dongrin
Hoffnungszeichen-Mitarbeiter in Ostafrika

Lotai Mustafa (31) hat eine schwere Kindheit hinter sich. Mit bereits elf Jahren verlor der gebürtige Ugander beide Eltern. „Es war eine schreckliche Zeit. Ich habe keine Geschwister und keine Verwandten. Ganz allein wusste ich nicht, wie es weitergeht.“ Mit Gelegenheitsjobs hält er sich über Wasser und verdient gerade genug, um täglich eine kleine Mahlzeit kaufen zu können. Sein früherer Nachbar bietet ihm zeitweise ein Dach über dem Kopf an. Lotai ist sich sicher: „Gott war an meiner Seite und hat mir aus dieser schweren Lage geholfen.“

Ausbildung schenkt Selbstständigkeit

2019 änderte sich das Leben des jungen Mannes schlagartig. Der heute 31-Jährige erhält als einer der ersten die Chance, eine Ausbildung an der von den Franziskanerbrüdern und der Diözese Nebbi betriebenen Landwirtschaftsfachschule in Adraa zu absolvieren. Ein wahrer Segen für das Oberhaupt einer mittlerweile sechsköpfigen Familie. Mit weiteren Teilnehmern lernt Lotai, wie er nachhaltig Gemüse anbaut, Geflügel hält oder Baumsetzlinge produziert. Außerdem schreiben die Teilnehmer ihren eigenen Geschäftsplan, um sich nach Abschluss selbst zu versorgen und Überschüsse zu vermarkten.

Lotai absolviert die sechswöchige Intensiv-Ausbildung erfolgreich – für ihn ein Wendepunkt in seinem Leben: „Mein früheres Leben war geprägt von Not. Jetzt bin ich zuversichtlicher. Das, was ich in der Schule in Adraa gelernt habe, verändert mein Leben zum Besseren“. Um auch den umliegenden Gemeinden zu helfen, werden Absolventen der Landwirtschaftsfachschule darin bestärkt, ihr erlerntes Wissen mit Familie und Einwohnern zu teilen. Auch Lotai möchte helfen: „Ich habe das Gefühl, dass ich nicht der Einzige sein sollte, der davon profitiert. Deshalb bin ich froh, meine neuen Fähigkeiten weitergeben zu dürfen.“ Neben den Absolventen werden im Rahmen des Projektes 95 Personen zusätzlich speziell darin geschult, die Rolle des Multiplikators zu übernehmen und als Wissensvermittler zu agieren. Das fördert den Zusammenhalt der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und damit das friedliche Zusammenleben der Einheimischen mit den Flüchtlingen aus dem Südsudan und der DR Kongo. Dieses zukunftsweisende Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.

Liebe Leserinnen und Leser, schenken auch Sie mit einer Spende von 400 Euro (Stichwort „Uganda“) jungen Menschen wie Lotai die Chance, eine Ausbildung an der Landwirtschaftsfachschule in Adraa zu absolvieren. Mit 140 Euro unterstützen Sie die Schulung der Multiplikatoren und investieren in die selbstbestimmte Zukunft ganzer Gemeinden. Wir danken Ihnen von Herzen für jede Gabe!

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