Armenien

Start in die eigene kleine Viehzucht

29.09.2021
Tierzucht ist in der strukturschwachen Provinz Schirak eine vielversprechende Methode zur Existenzsicherung. Auch dieses Jahr erhalten Familien „Startschafe“ als solide Basis für eine kleine Viehwirtschaft.
Mithilfe von Schafzucht erhoffen sich die Eltern ein stabiles Einkommen. Als eine von 30 Familien haben sie im Rahmen unseres diesjährigen Projekts fünf „Startschafe“ erhalten.
Mithilfe von Schafzucht erhoffen sich die Eltern ein stabiles Einkommen. Als eine von 30 Familien haben sie im Rahmen unseres diesjährigen Projekts fünf „Startschafe“ erhalten.

Die erste Zeit als Schafsbesitzer

Der Lärm ist abgeebbt, der Staub hat sich gelegt. Die jungen Burschen aus der Nachbarschaft, die mit großem Geschrei und Vergnügen geholfen haben, das kleine Transportfahrzeug zu entladen, sind gegangen. Nur Tierarzt Arayik Gafaryan und unsere Mitarbeiter Aljona Zeytunyan und Wigen Aghanikjan sind noch da, um Familie Qaloyan bei ihren ersten Schritten als Schafsbesitzer zu begleiten. Vater Artur strahlt. „Meine Vorfahren waren Viehzüchter“, erzählt der 35-Jährige, während er stolz seine fünf Schafe in den Stall geleitet. „Ich denke schon, dass ich das auch gut kann. Wir müssen uns aber noch nach Weideflächen umsehen. Bisher hatten wir nicht genug Geld, um Tiere zu kaufen. Ich habe Gelegenheitsarbeiten, meine Frau backt für Nachbarn Brot. Unsere beiden Töchter sind krank, oft können wir uns ihre Medikamente nicht leisten.“

Die beiden Töchter der Familie Qaloyan leiden an Diabetes bzw. Skoliose. Für die medizinische Behandlung und Medikamente fehlt meist das Geld. Der  Alltag ist geprägt von Entbehrung und Armut.
Die beiden Töchter der Familie Qaloyan leiden an Diabetes bzw. Skoliose. Für die medizinische Behandlung und Medikamente fehlt meist das Geld. Der Alltag ist geprägt von Entbehrung und Armut.

Das Projekt erweitert sich selbst

Familie Qaloyan gehört zu einer Gruppe von 30 Familien in der Region Schirak, die zur Verbesserung ihres Einkommens und als „Startkapital“ für eine eigene kleine Viehwirtschaft fünf Schafe erhalten haben. Die Einkommensmöglichkeiten in der Region sind gering. Die Schafe hingegen benötigen lediglich Weideflächen, einen kleinen Stall und tierärztliche Betreuung. Wolle, Fleisch und Milch werden von den Haltern entweder selbst verwertet oder verkauft.

Das Projekt ist „selbsterweiternd“ ausgelegt: Die jeweils ersten drei Lämmer werden an eine andere Familie übergeben, sodass der Kreis der Empfänger wächst. Alle weiteren Schafe dürfen die Familien behalten oder weiterverkaufen. Artur und seine Frau Liana haben auf jeden Fall vor, ihre Herde zu vergrößern. Die beiden Töchter Nazeli (12) und Meline (10) möchten den Eltern bei der Herstellung von Butter oder Joghurt tatkräftig zur Hand gehen.

Familie Qaloyan und viele andere in der Region Schirak können mit ihrer kleinen Schafzucht einen Weg aus der belastenden Armut finden. Dabei erhalten sie regelmäßig Unterstützung durch den Tierarzt, und bei Problemen können sich die Projektteilnehmer auch gegenseitig unterstützen.

So können Sie helfen:

  • 23 Euro - Heu für die Schafe von zehn Familien
  • 38 Euro - Tierarztbehandlung für zwei Schafherden
  • 92 Euro - Ein Schaf für eine Familie inkl. Transport

Ihre Spende hilft den Familien sehr. Danke für Ihren Beistand!

Diese Hilfe in Armenien unterstützen

 

Thema: Armuts­bekämpfung

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