Südsudan

Hunger macht Kinder krank - aber wir können helfen!

25.11.2016
Viele mangelernährte Kinder kommen in unsere Gesundheitsstation nach Rumbek. Der Zustand der einjährigen Adeng aber ist besonders dramatisch.
Die kleine Adeng ist ebenfalls stark unterernährt und leidet an einer bakteriellen Infektion. Sie braucht die richtige Medizin und spezielle Ernährung.
Die kleine Adeng ist stark unterernährt und leidet an einer bakteriellen Infektion. Sie braucht die richtige Medizin und spezielle Ernährung.

Autor/in

Chol Thomas Dongrin
Hoffnungszeichen-Mitarbeiter in Ostafrika

Der kleine Meen ist kaum wiederzuerkennen. Vielleicht erinnern Sie sich, liebe Leserinnen und Leser – Meen ist der einjährige, extrem mangelernährte Junge, von dem ich Ihnen im November berichtete. Er litt unter Durchfall, Erbrechen, Mangelernährung und einem fürchterlichen Hautausschlag. Die körperlichen Qualen ließen das Kleinkind ständig schreien und weinen. Sieben Wochen intensive Behandlung später wiegt er fast 6 Kilogramm, seine vorher schlaffe, schorfige Haut ist geheilt und glatt, und seine Augen glänzen fröhlich im nunmehr runden Kindergesicht.

Kann auch Adeng geholfen werden?

Meens Beispiel macht Hoff nung. Denn viele, viele Kinder sind in einem ähnlich schlimmen Zustand wie Meen. Jeden Tag treff en schon in den frühen Morgenstunden Mütter mit ihren Kindern in unserer Klinik ein. „Die Vorräte der letzten Ernte sind quasi aufgebraucht. Daher ist die Einlieferungsquote unterernährter Kinder zurzeit besonders hoch und wir haben Schwierigkeiten, sie alle zu behandeln“, erklärt James Majak, Hoff nungszeichen-Mitarbeiter in der Klinik in Rumbek. „Viele können wir nur ambulant behandeln, und manche müssen wir sogar fortschicken. Oft entlassen wir auch stationär behandelte Kinder früher, damit die Plätze frei werden.“ Yar Makuer und ihre Tochter Adeng Maker (1) werden nicht fortgeschickt; zu katastrophal ist der Zustand des Kindes. Aufgrund von andauerndem Durchfall, ständigem Erbrechen und hohem Fieber ist das kleine Mädchen sehr geschwächt. Ihr Körper scheint nur aus Haut und Knochen zu bestehen, ihre Haut ist faltig wie bei einem alten Menschen, auf ihrem Kopf sind Adern sichtbar. In den tief eingesunkenen Augen stehen beständig Tränen, denn Adeng schreit fast unablässig. Sie meidet den Blickkontakt mit anderen Menschen und lässt sich von niemandem außer ihrer Mutter berühren. „Ich war mit Adeng schon in anderen Krankenhäusern“, berichtet mir Yar Makuer, „und sehr oft mussten ihr mit Spritzen Medikamente verabreicht werden, was ihr jedes Mal sehr weh tat. Es war so schlimm, dass sie an mehreren Körperstellen richtig wund war. Seitdem denkt sie, dass ihr jeder, der ihr zu nahe kommt, wehtun wird.“ Sie zeigt mir die vernarbten Stellen. „Leider hat das alles auch nicht geholfen, ihr Durchfall, das Erbrechen und das Fieber gingen nicht weg“, erzählt die Mutter weiter, während sie die kleine Adeng beruhigend streichelt. „Aber zum Glück traf ich auf der Straße in Rumbek eine Bekannte, die mir von der Hoff nungszeichen-Klinik erzählte. Ihr Kind ist hier behandelt worden. Ich hatte von der Klinik noch nicht gewusst, bin aber gleich hergekommen.“

40 Euro für vier Wochen Hungerhilfe

Die verwitwete Yar Makuer hat vor einigen Jahren schon ein Kind verloren und macht sich daher große Sorgen um die kranke Adeng. Gemeinsam mit ihrem zweiten Mann und sechs weiteren Kindern lebt sie nun, nach ihrer Flucht aus umkämpft en Gebieten, in der Ortschaft Rornhom, etwa 15 Kilometer südlich von Rumbek. Die 37-Jährige ist ebenfalls mangelernährt, was auch ein Grund dafür ist, dass sie nicht genug Milch für ihre kleine Tochter hat. Die Familie lebt von der Landwirtschaft . Durch die sich verkürzenden Regenzeiten und andere klimatische Veränderungen ist diese Existenzgrundlage unberechenbar geworden. Häufig gibt es Ernteausfälle. Hinzu kommen die immer wieder aufflammenden kriegerischen Konfl ikte. Familien wie der von Yar Makuer geht es deshalb schlecht, und viele Kinder sind unterernährt und werden ernstlich krank. Bis vor wenigen Monaten war Adeng ein gesundes Kind, aber dann bekam sie einen rätselhaft en Ausschlag, und der Durchfall begann.
„Das Mädchen ist durch eine bakterielle Infektion oder einen Wurm krank geworden. Was hier hilft , ist ein Antibiotikum“, erklärt mit James Majok, klinischer Mitarbeiter, auf meine Frage nach der Krankheitsursache. Und genau das wird jetzt auch verabreicht; zusätzlich erhält sie Spezialnahrung und normale Nahrung wie Bohnen, Sorghum oder Reis. Auch mit sauberer Wäsche und Seife werden Mutter und Kind ausgestattet.

Meen hat es geschafft – und Adeng kann es auch schaffen! Unter dem Spendenstichwort „Südsudan“ können Sie schon für 10 Euro einem mangelernährten Kind mit Spezialnahrung helfen. Mit 40 Euro ermöglichen Sie eine einmonatige Behandlung im Ernährungsprogramm. Ihre Hilfe lindert das Leid Kranker und Hungernder. Herzlichen Dank.

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