Südsudan

Von Hunger und Armut gezeichnet

18.02.2021
In der Region Rumbek stürzen Konflikte, Wetterextreme und die Corona-Pandemie viele Familien in den Hunger. Die Krankenstation der Diözese hilft Menschen in Not.
Amer Mayom ist bedrohlich krank und unterernährt. Armut und Hunger zehren  an den Kräften des kleinen Mädchens. Lebensrettende Hilfe erhält das Kind in der Krankenstation der Diözese Rumbek.
Amer Mayom ist bedrohlich krank und unterernährt. Armut und Hunger zehren an den Kräften des kleinen Mädchens. Lebensrettende Hilfe erhält das Kind in der Krankenstation der Diözese Rumbek.

Autor/in

Chol Thomas Dongrin
Hoffnungszeichen-Mitarbeiter in Ostafrika

Die kleine Amer Mayom (Name geändert) steht erst am Anfang ihres Lebens und muss bereits großes Leid erfahren. Das sechs Monate alte Kind ist schwer erkrankt, leidet unter ständigem Durchfall und Fieber. Das Mädchen ist schwach und der Körper ausgezehrt. Die Arme sind dürr, nicht viel dicker als ein Daumen. Es scheint, als würde das zierliche Kind förmlich im Kleid versinken. Durch die Mangelernährung verliert Amer ihre Haare. Die, die ihr verblieben sind, verfärben sich grau. Der zerbrechliche Leib des Mädchens ist gezeichnet von der Armut, in der sie sich mit ihrer Mutter Mary Alual (Name geändert) wiederfindet und in der zahlreiche Menschen in der Region Rumbek leben.

„Amer kam schon schwach zur Welt. Sie war sehr weinerlich und wurde oft krank. In unserem Dorf gibt es keine medizinische Hilfe. Ich selbst bin oft krank, habe kaum etwas zu essen und kann dadurch mein Kind nicht ausreichend versorgen“, klagt Mutter Mary Alual. „Zu sehen, wie Amer Qualen leidet, ist für mich kaum zu ertragen. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass mein Kind wieder gesund wird.“

Beistand für Kinder…

Die oftmals letzte Rettung für schwer erkrankte und mangelernährte Kinder ist die Krankenstation der Diözese Rumbek. Viele Mütter nehmen teilweise kilometerweite Wege auf sich – so auch Mary Alual mit Amer. An der Klinik angekommen wird das Kind umgehend von Chol Ajuong untersucht – der Ernährungsberater erkennt sofort: „Amer ist untergewichtig, ihre Haut ist schlaff, der Bauch aufgebläht – das sind eindeutige Zeichen einer schweren Mangelernährung. Die Messung ihres Oberarmumfangs mit einem speziellen Maßband zeigt einen Wert im roten Bereich – das Kind ist akut unterernährt! Das Fieber lässt sich auf eine ernste Malaria-Erkrankung zurückführen. Wir müssen das Kind umgehend behandeln.“ Zudem wird Amer an die Missionarinnen der Nächstenliebe überwiesen. In deren Ernährungsprogramm kommt sie stationär unter und erhält Aufbaunahrung wie energiereiche Kekse und Spezialmilch, die ihr helfen soll, wieder vollständig zu Kräften zu kommen.

Der Zustand von Amer ist für das Klinikpersonal leider kein seltener Anblick. Täglich besuchen Mütter mit ihren mangelernährten und kranken Kindern die Krankenstation der Diözese. Die Nahrungsmittelkrise hat verarmte Familien schwer getroffen. Die meisten Haushalte besitzen keinerlei Rücklagen und leben von der Hand in den Mund. Die Landwirtschaft und Viehhaltung bilden die traditionelle Lebensgrundlage der Menschen. Diese ist jedoch durch Konflikte und unkalkulierbare Wetterextreme gefährdet. Hinzu kommen die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Preise von Lebensmitteln steigen und werden damit unbezahlbar für viele Haushalte.

… und ältere Menschen

Hoffnungszeichen unterstützt seit mehreren Jahren die Gesundheitseinrichtung der Diözese Rumbek sowie die Ordensschwestern bei ihrem lebensrettenden Einsatz für die Ärmsten. Nicht nur mangelernährte Kinder profitieren vom Angebot unserer Partner. Auch psychisch Kranke, Waisen, Versehrte und ältere Menschen erhalten Hilfe.  

Die 60-jährige Martha Ajok (Name geändert) ist seit etwa sechs Jahren im Zentrum der Missionarinnen. Die Frau leidet unter Epilepsie. Ihr Körper ist übersät von Narben, die von Ohnmachtsanfällen und damit einhergehenden Stürzen herrühren. Bei einem schweren Unfall verlor die Frau ihren linken Arm und teilweise Finger der rechten Hand. „Ich war schwer verwundet, doch in der Klinik versorgte man mich. Außerdem erhalte ich Lebensmittel wie Reis, Linsen, Salz und Speiseöl, die mich vor dem Hunger bewahren. Die Kleidung und Schlafmaterialien sind ein Segen, für die ich Gott und Ihnen unendlich dankbar bin“, erzählt die gebrechliche und doch lebensfrohe Frau.

Regelmäßig erhalten unsere Partner von uns wichtige Nahrungsmittel und Hilfsgüter wie Seife, Bettzeug und Kleidung, die sie an die Bedürftigsten weiterreichen. Für die Behandlung mangelernährter Kinder wie Amer stellt Hoffnungszeichen den Schwestern Hochenergiekekse und Spezialmilch zur Verfügung.

Liebe Leserinnen und Leser, diese segensreiche Hilfe für die Ärmsten ist dank Ihrer Unterstützung möglich. Lassen Sie uns weiterhin den Menschen der Region Rumbek – ob jung oder alt – Beistand leisten. Danke für jede Gabe!

So können Sie helfen:

  • 20 € - Bekleidung für eine Person
  • 25 € - Spezialnahrung für ein Kind wie Amer
  • 50 € - Ein großer Sack Reis für viele Hungernde
  • 100 € - Bettzeug und Matratzen für eine Familie

Vielen Dank!

Spenden

Diese Hilfe im Südsudan unterstützen

Projekt: Hoffnung in Rumbek

Jeden Tag ist der Andrang in der Klinik in Rumbek groß. Mütter, die mit ihren Kindern oft stundenlange Fußmärsche hinter sich haben, warten geduldig.
Jeden Tag ist der Andrang in der Klinik in Rumbek groß. Mütter, die mit ihren Kindern oft stundenlange Fußmärsche hinter sich haben, warten geduldig.
Erfahren Sie mehr auf unserer Projektseite

Diese Seite teilen