Armenien

Hilfe zur Selbsthilfe in bitterer Not

11.04.2017
Dschadschur – Armut, eiskalte Winter, Perspektivlosigkeit. Seit Jahren stehen wir den Menschen vor Ort mit Hilfslieferungen zur Seite. Doch es bedarf auch weiterer Wege.
Unsere Mitarbeiterin Aljona Zeytunyan besuchte im Februar die Familie Chatoyan. Die gespendete Milchkuh half ihnen, den Winter zu überstehen.
Unsere Mitarbeiterin Aljona Zeytunyan besuchte im Februar die Familie Chatoyan. Die gespendete Milchkuh half ihnen, den Winter zu überstehen.

Ansprechpartner/in

Marcel Kipping
Leiter Internationale Hilfe & Zusammenarbeit

Es ist Februar in Dschadschur, es ist düster und kalt. Nebel umhüllt das Dorf. Die Kälte dringt in die Häuser und provisorischen Unterkünfte der Menschen. Unsere lokalen Mitarbeiter Wigen Aghanikjan und Aljona Zeytunyan übergeben vor Ort Lebensmittelpakete an die ärmsten Familien. Dabei besuchen sie auch die Chatoyans und werden von fünf strahlenden Kindern begrüßt. Die Familie hat im Rahmen eines neuen Projektes von Hoffnungszeichen und unserer armenischen Partnerorganisation Development Principles eine Milchkuh bekommen.

„Endlich wieder frische Milch“

Rückblick Oktober 2016: Familie Chatoyan sammelt Heu und Gras. Unterstützung bekommen sie dabei von ihren Nachbarn. Die Frauen und Männer sind äußerst engagiert. Zwar beginnt in Dschadschur bald der Winter, mit Tiefstwerten von bis zu minus 40 Grad die entbehrungsreichste Zeit, aber es gibt Anlass zur Hoff nung. Die Familie Chatoyan ist eine von 17 weiteren, die im Dezember eine trächtige Milchkuh bekommen werden. „Die Menschen fassen neuen Mut“, berichtet Wigen. Heute zeigt sich: Die trächtigen Kühe konnten den Winter in bisher leerstehenden Ställen und durch das im Herbst gesammelte Futter gut überstehen. Neben der Lieferung der Kühe stellt unser armenischer Partner zudem tiermedizinische Betreuung und Spezialfutter zur Verfügung. Acht der Kühe haben bereits gekalbt. Die Kälber werden später an weitere Familien übergeben. Kurzfristig dienen die Kühe zur Selbstversorgung der Familien mit Milch. Langfristig können die Familien durch den Verkauf von Milch- und Fleischprodukten neues Einkommen generieren. Besonders die Kinder freuen sich, endlich wieder frische Milch zu trinken. Eine trächtige Kuh kostet 720 Euro, für 68 Euro können sie und ihr Kalb ein Jahr lang mit Spezialfutter und ggf. medizinisch versorgt werden. Die Geburt der Kälber wird von einem Tierarzt betreut und kostet jeweils 45 Euro. Wigen und Aljona unterstützen unsere Partnerorganisation Development Principles bei der Auswahl der Begünstigten und berichten an unser Büro in Konstanz. So wird Transparenz gewährleistet und eine nachhaltige Entwicklung angestoßen.

Liebe Spenderinnen und Spender, mit Ihren Gaben ermöglichen Sie seit vielen Jahren die Übergabe von Hilfspaketen in Dschadschur. Die Pakete werden von den Einwohnern des Dorfes auch weiterhin bitter benötigt. Sie geben den Menschen Hoffnung und helfen ihnen, die kalten Wintermonate zu überstehen. Gemeinsam mit Ihnen, mit unseren armenischen Partnern und mit den Einwohnern von Dschadschur gehen wir mit dem „Milchkuhprojekt“ nun einen weiteren Schritt und ermöglichen Hilfe zur Selbsthilfe. Vielen Dank für Ihre Spenden.

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