Reimund Reubelt ist am 21.12.2025 im Alter von 68 Jahren heimgegangen. 29 Jahre lang – von April 1994 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Februar 2023 – war Reimund Reubelt unser Geschäftsführer, Erster Vorstand (seit 2008) und Weggefährte. Seit März 2023 war er Ehrenvorsitzender unseres Vereins.
Mit seinem herausragenden persönlichen Einsatz baute er unseren Verein für Menschenrechte, humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit erfolgreich auf und entwickelte ihn weiter. Er stand immer in der vordersten Linie, wenn es darum ging, Not leidenden Menschen in vielen Ländern unserer Welt die Hand zu reichen, damit diese sich aufrichten.
Bevor Reimund Reubelt die Geschäftsführung des Vereins im April 1994 zusammen mit nur einer weiteren Mitarbeiterin übernahm, fristete unsere Organisation ein Mauerblümchendasein. 29 Jahre später, als Reimund Reubelt als Erster Vorstand in den wohlverdienten Ruhestand trat, verbuchte der Verein einen Jahresumsatz von knapp 19 Millionen Euro, führte 71 Projekte in 25 Ländern durch und beschäftigte weltweit rund 85 Mitarbeitende. Er transformierte unseren Verein von einer Hilfsinitiative zu einer professionellen internationalen Organisation, die ihre Dienste nach den höchsten Branchenstandards leistet. Unter Reimund Reubelts Gesamtverantwortung nahm der Verein 158,4 Millionen Euro an Spenden und Fördermitteln ein, mit denen Reimund Reubelt oft lebensrettende Projekte in den Bereichen der Menschenrechtsarbeit, der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit ermöglichte. Diese Projekte waren und sind ein Zeichen der Solidarität unserer Spendergemeinschaft mit denjenigen Menschen auf unserer Welt, die unter Hunger, Durst, Armut, Krieg, Krankheit oder Ausbeutung zu leiden haben. So baute Reimund Reubelt Brücken zwischen Menschen, die helfen wollen, und Menschen, die Hilfe brauchen.
Während seiner zahlreichen Einsätze im globalen Süden in Krisen- und Kriegsgebieten half er persönlich vor Ort, denn die Not der Menschen hat ihn zeitlebens bewegt. Besonders am Herzen lagen ihm in den Projektregionen Kinder und Senioren, weil sie besonders schutzbedürftig sind. Wenn er etwa sah, dass Kinder in Ruanda wegen schlechten Wassers erkrankten, besorgte er für ganze Dörfer Wasserfilter, wenn er erkannte, dass Landstriche im Südsudan und in Uganda von Malaria heimgesucht wurden, richtete er Krankenstationen ein. Wenn er von missbrauchten Frauen aus Kenia hörte, die am Rande der Gesellschaft leben mussten, initiierte er Projekte, um diesen ausgestoßenen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Wenn er erfuhr, dass im Südsudan eine profitgierige und rücksichtslose Ölindustrie das Trinkwasser von 600.000 Menschen vergiftete, stellte er nicht nur die Verantwortlichen zur Rede, er baute auch Tiefbrunnen, die tausenden Menschen wieder reines, sauberes Wasser schenkten. Als er erfuhr, dass Christen in der Türkei unter Druck gerieten, besuchte er die Gefangenen, reiste als Prozessbeobachter nach Südostanatolien und organisierte juristischen Beistand. Wenn er Menschen in Berg-Karabach traf, die nach dem Krieg mit Aserbaidschan durch Minenexplosionen Gliedmaßen verloren, unterstützte er eine orthopädische Klinik in Stepanakert. Selbst leidenschaftlicher Tänzer, empfand er große Freude, wenn auch diese Menschen wieder tanzen konnten.
Reimund Reubelt gab mit seinem Verein der Mitmenschlichkeit Gesicht und Strategie, entwickelte Hoffnungszeichen kontinuierlich fort, festigte jeden Tag das Vertrauen der Spenderinnen und Spender und war seinen Mitarbeitenden leuchtendes Vorbild, verlässlicher Weggefährte und weiser Ratgeber.
Seine Kraft schöpfte er aus seinem christlichen Glauben, auch hier baute er Brücken, denn das Anliegen der Ökumene war ihm eine Herzensangelegenheit. Seine Wurzeln hatte er in seiner Familie. Die Unterstützung seiner Frau, seiner Kinder und später auch seiner Enkel, gab ihm Zuversicht, Mut und Hoffnung.
Reimund Reubelt war ein Mann der Demut, er war voller Dankbarkeit für sein erfülltes Leben. Seine Zugewandtheit, sein Fleiß und seine Tatkraft, seine Ehrlichkeit und Offenheit, seine Weisheit und sein hessischer Charme werden uns in dankbarer Erinnerung bleiben.
Die Mitglieder des Vereins Hoffnungszeichen | Sign of Hope e.V., der Aufsichtsrat, der Vorstand und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Reimund Reubelt zu größtem Dank verpflichtet und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.