Menschenrechtsaktivist im Interview

Im Einsatz gegen die Trinkwasserverschmutzung

20.12.2019
Der Aktivist Terry Swartzberg macht für Hoffnungszeichen auf die Verschmutzung des Trinkwassers im Südsuduan aufmerksam.
Terry Swartzberg bei seinem Besuch von Hoffnungszeichen in Konstanz.
Terry Swartzberg bei seinem Besuch von Hoffnungszeichen in Konstanz.

Ansprechpartner/in

Eduard Goßner
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

Das durch die Vereinten Nationen 2010 als Menschenrecht anerkannte Recht auf sauberes Wasser wird weltweit allzu oft verletzt – besonders eklatant im Südsudan durch die dort tätigen Erdölkonzerne. Auf diese Problematik will der bekannte Aktivist Terry Swartzberg im Rahmen einer Kampagne von Hoffnungszeichen e.V. aufmerksam machen. Bei einem Besuch in Konstanz beantwortet er Fragen zu den Hintergründen.

Wie sieht die Kampagne aus, die Sie für Hoffnungszeichen unterstützen?

Hoffnungszeichen hat eine wunderbare, groß angelegte Kampagne für den Schutz der Menschen im Südsudan initiiert. Die Ziele dabei sind, dass die Menschen sauberes Wasser bekommen und dass ihre Gesundheit wiederhergestellt wird. Dafür hat Hoffnungszeichen ein großes Netzwerk aufgebaut, das Druck auf die Ölkonzerne und Regierung ausübt.

Was hat die Kampagne im Südsudan bewirkt?

Das Thema Umwelt- und Wasserverschmutzung ist im Südsudan ganz groß geworden. Vor fünf Jahren hätte darüber kein Mensch sprechen dürfen. Jetzt gibt es dazu jeden Tag Berichte, z. B. in den sozialen Medien.

Zu Recht. Hängt nicht viel von dem Leid dort ursächlich mit dem Öl zusammen?

Der Südsudan hat 12 Millionen Einwohner. Davon ist jeder Dritte auf der Flucht. Es herrschen Unrecht, Gewalt, Hunger und Durst. Viel davon hat mit dem Erdöl zu tun. Es wird um das große Geld gekämpft, und es finanziert sich eine korrupte Regierung mit Hilfe der großen Ölkonzerne aus Malaysia und China. Mit dem Abwasser aus ihrer Ölförderung verschmutzen die Konzerne das Grundwasser. Die Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen und auf die Umwelt sind schrecklich.

So ist es aber sicher nicht nur im Südsudan. Geht das Problem nicht viel weiter?

Wenn wir an der Tankstelle stehen, müssen wir ein Bild vor Augen haben: Von einem Kind, das schreit vor Hunger und Durst – im Südsudan, in Peru, in Ecuador oder in einem der anderen erdölfördernden Länder. Rohöl wird auf schmutzigste Art und Weise gewonnen und weiterverarbeitet, und das weltweit. Jedes Mal wenn wir tanken, sollten wir an das Leid und an die lange Kette von Ausbeutung denken, die mit Öl verbunden sind. 

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