Südsudan

Die Cholera wütet

21.12.2016
Seit November grassiert eine Cholera-Epidemie in Nyal und Umgebung. 141 Fälle haben unsere Mitarbeiter registriert, neun Todesfälle sind zu beklagen.
Viele Kinder sind von der Cholera betroffen. Um ihnen helfen zu können, müssen wir dringend Medikamente und Nahrungsmittel nach Nyal bringen.
Viele Kinder sind von der Cholera betroffen. Um ihnen helfen zu können, müssen wir dringend Medikamente und Nahrungsmittel nach Nyal bringen.

Autor/in

Chol Thomas Dongrin
Hoffnungszeichen-Mitarbeiter im Südsudan

„Täglich registrieren wir mehr Fälle von Cholera“, beschreibt Bithou Chuol, Mitarbeiter der Klinik in Nyal, die dramatische Situation. „Und es ist noch kein Ende abzusehen, im Gegenteil. Die Erkrankten kommen aus dem ganzen Umland. Das zeigt, wie sehr sich die Krankheit bereits ausgebreitet hat.” Nyal ist ein Ort an den Ausläufern des Sumpfgebiets Sudd im Teilstaat Southern Liech. Zu den 52.000 Einwohnern befinden sich in der Gemeinde weitere 45.000 Binnenflüchtlinge, die hauptsächlich aus den Gegenden um Leer und Mayendit stammen, wo aktuell schwere Kämpfe zwischen Regierungs- und Oppositionstruppen stattfi nden. Das bedeutet: Viele Menschen auf engem Raum und das unter extrem schlechten hygienischen Bedingungen.

Cholera ist eine schwere bakterielle Infektionskrankheit; vorwiegend des Dünndarms. Die Infektion erfolgt meist über verunreinigtes Trinkwasser oder die Nahrung. Krankheitssymptome sind extremer Durchfall, starkes Erbrechen und in Folge gesundheitsgefährdende Dehydration. Unbehandelt liegt die Sterblichkeitsrate über 50 %. Mithilfe spezieller Trinklösungen oder intravenöser Flüssigkeitskompensation können 99 von 100 Erkrankten wieder gesund werden.

„Leichtes Spiel“ für die Infektionskrankheit

Von der Epidemie rund um Nyal sind alle Betroff enen. Einheimische als auch Geflüchtete, denn in den provisorischen Flüchtlingslagern fehlt es an allem: Es gibt keine Latrinen, kaum Nahrungsmittel, die Menschen waschen sich im Freien und trinken
Wasser aus dem nahegelegenen Fluss. All das macht es einer Infektionskrankheit wie Cholera leicht. Während ich diesen Bericht schreibe, wurden bereits 141 Erkrankungs- und neun Todesfälle verzeichnet. Doch die Dunkelziff er, so berichtet man mir, scheint sehr hoch zu sein. Viele Kranke erreichen die Hoff nungszeichen-Klinik nicht und in manchen Gebieten ist es nicht möglich, die Neu-Erkrankungen zu erfassen. „Wir befürchten steigende Infektionsraten in den kommenden Wochen. Hinzu kommt der hohe Grad an Unterernährung vieler Menschen. Die geschwächten Körper sind der Krankheit schutzlos ausgeliefert“, erklären mir meine Kollegen.

Hilfe in der Hoffnungszeichen-Klinik

Immerhin kann in Nyal vielen Erkrankten geholfen werden. In unserer Buschklinik wird den Patienten eine spezielle Trinklösung verabreicht. Bei extremer Austrocknung erhalten sie eine Salzlösung als Infusion, um den Wasser- und Elektrolythaushalt im Körper auszugleichen. Doch wichtig ist auch die Aufk lärung der Bevölkerung, wie man sich vor einer Infizierung schützen kann. Krankheit und Hunger sind in Nyal allgegenwärtig, doch durch den Cholera-Ausbruch wächst die Belastung unserer Gesundheitsstation nochmals deutlich. Robert Osborne, der die Hoffnungszeichen-Hilfe koordiniert, erklärt: „Die hohe Anzahl von Flüchtlingen in der Region in Kombination mit dem Cholera-Ausbruch ist für uns eine sehr kritische Situation. Die Krankheitsausbreitung ist kaum zu kontrollieren. Sowohl unsere medizinischen Kapazitäten als auch unsere Möglichkeiten, die Menschen mit Nahrung zu versorgen, sind begrenzt.“ So hat Hof nungszeichen als Soforthilfe eine Lieferung von
überlebenswichtiger Medizin, Nahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern in die Wege geleitet.

Liebe Leserinnen und Leser, bitte unterstützen Sie diese Initiative: Mit 35 Euro helfen Sie einer sechsköpfigen Familie einen halben Monat lang mit einem Nahrungsmittelpaket, das u. a. Reis, Bohnen, Speiseöl und Salz enthält. Die vielen Cholera-Erkrankten benötigen Medikamente und Salzlösungen – 80 Euro sind eine große Hilfe zur Behandlung der Menschen. Vielen Dank für jede Gabe.

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