Südsudan

Beistand für jeden

23.07.2019
Die Grundschule und das Internat in Maker Kuei wurden durch eine Klinik ergänzt. Jetzt werden hier nicht mehr nur die Schüler behandelt, sondern alle Dorfbewohner.
Kleine Malariapatienten, umsorgt von ihren Müttern, erhalten hier ab jetzt ebenso Hilfe wie alle anderen Kranken, die in ihrer Not die Gesundheitsstation aufsuchen.
Kleine Malariapatienten, umsorgt von ihren Müttern, erhalten hier ab jetzt ebenso Hilfe wie alle anderen Kranken, die in ihrer Not die Gesundheitsstation aufsuchen.

Autor/in

Chol Thomas Dongrin
Hoffnungszeichen-Mitarbeiter in Ostafrika

Blitzsauber sind die gefliesten Böden, strahlend blau die Bettlaken. Das neue Klinikgebäude in Maker Kuei strahlt von außen und innen eine helle, freundliche und hygienische Atmosphäre aus. Im großen Warteraum sitzen die ersten Patienten des Tages. Eine Putzfrau hantiert im Nebenraum mit ihrem Wischmopp zwischen den weißen Stahlrohrbetten, auf denen Mütter mit ihren kranken Kindern auf die Behandlung warten. Ein kleiner Junge hängt am Tropf, zwei Klinikmitarbeiter kümmern sich um ihn.

Mahlzeiten und medizinische Versorgung

Von Anfang an ist ein großes Vertrauen der Bevölkerung in die neue kleine Klinik da. Das ist vor allem dem jahrelangen Engagement der Loreto-Schwestern zu verdanken, die hier in Maker Kuei bei Rumbek eine große Grundschule und ein Mädcheninternat führen. Neben der Stellung als Bildungsinstitut sind die Einrichtungen zu einem nicht unerheblichen Teil auch „Versorger“ für die bitterarmen Menschen. Dreimal täglich bekommen die 300 Schülerinnen des Internats zu essen. Auch die rund 1.000 Grundschüler erhalten in der Mittagspause eine ausgewogene Mahlzeit.

Hier in der Region besucht nur jedes sechste Kind im Grundschulalter eine Schule, und viele gehen frühzeitig ab. Das Angebot der Loretos überzeugt jedoch auch Eltern, die den Wert von Bildung nicht erkennen. Nyanajong Meen ist als Projektassistentin tätig – sie bestätigt: „Die regelmäßigen Mahlzeiten verbessern die Leistung vieler Grundschüler; doch in erster Linie kommen die Kinder regelmäßiger und gehen länger in die Schule. Es gibt hier eine Grundversorgung an Nahrung – schon das allein ist für viele Familien ein handfestes Argument für den Schulbesuch.“

In den letzten Jahren haben die Schwestern ihre Nahrungsmittelunterstützung, aber auch ihre ursprünglich nur für die Schüler konzipierte medizinische Hilfe ausgebaut. Neben der Schulspeisung wird, ebenfalls unterstützt von Hoffnungszeichen sowie Sternstunden e.V., ein Ernährungsprogramm für mangelernährte Kleinkinder angeboten. Zudem erhalten obdachlose ältere Menschen, die nirgendwo sonst zu essen bekommen, Frühstück und Mittagessen in der Schule.

Doch insbesondere für den großen Bedarf an medizinischer Hilfe reichten die Kapazitäten bei weitem nicht, und so entstand die Idee, eine Klinik zu errichten. Mit Unterstützung von Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender, und mit Beteiligung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung konnte dies in nur wenigen Monaten realisiert werden. Wurden zuvor nur die Schulkinder in einer improvisierten, in zwei Klassenzimmern untergebrachten Krankenstation behandelt, steht die neue Klinik nunmehr allen Bewohnern der Region zur Verfügung.

Nicht nur Schüler bekommen Hilfe

Krankenschwester Susan Gune kümmert sich heute als erstes um den einjährigen Madier Gum, den seine Mutter Adeng Maker hergebracht hat, weil er seit einigen Wochen stark abnimmt und er von Erbrechen und Durchfall gequält wird. „Der Junge ist stark unterernährt“, bestätigt Susan Gune. „Behandeln werden wir ihn ambulant. Als erstes haben wir Madier Glukose als Energielieferant verabreicht. Die Mutter wird jetzt jeden Tag herkommen, um Milch und Erdnusspaste für ihn zu holen.“ Neben der Behandlung versorgen die Schwestern die Familien der unterernährten Kinder mit Mais oder Sorghum-Mehl.

Mary Acheng, deren 5-jähriger Sohn an Malaria leidet, ist sehr dankbar für die direkte Hilfe vor Ort: „Bevor diese Einrichtung gebaut wurde, konnten wir kaum medizinische Hilfe bekommen; das nächste Krankenhaus ist zu weit weg. Aber jetzt können wir hier in unserem Dorf Medikamente bekommen und die Mediziner kümmern sich gut um uns.“

Liebe Leserinnen und Leser, mit Ihrer Spende unterstützen Sie die wertvolle Arbeit der Loreto-Schwestern in Maker Kuei. Die Kinder erhalten zu essen und die Schulausbildung schenkt ihnen die Chance auf eine bessere Zukunft. Haben Sie vielen Dank für jede Gabe!

So können Sie helfen:

  • 15 € - Spezialnahrung für ein mangelernährtes Kind
  • 40 € - Monatliche Verpflegung einer Internatsschülerin
  • 100 € - Mittagessen eines Grundschülers für ein Jahr

Vielen Dank!

Spenden

Diese Hilfe im Südsudan unterstützen

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