Südsdudan

Akol kann es schaffen!

22.02.2020
Viele Familien können auch mit Feldarbeit und Viehhaltung ihre Kinder kaum versorgen. Trockenheit und Konflikte machen das Leben schwierig. Die Folge ist Mangelernährung – doch Hilfe ist möglich.
Nyibol Marial versucht, ihre stark mangelernährte kleine Tochter Akol zu stillen. Doch das Kind ist zu schwach, und die Mutter ist selbst mangelernährt.
Nyibol Marial versucht, ihre stark mangelernährte kleine Tochter Akol zu stillen. Doch das Kind ist zu schwach, und die Mutter ist selbst mangelernährt.

Autor/in

Chol Thomas Dongrin
Hoffnungszeichen-Mitarbeiter in Ostafrika

Nyibol Marial macht sich große Sorgen. Die 26-Jährige sitzt mit ihrer einjährigen Tochter Akol Meen vor der Krankenstation in Rumbek und versucht, das weinende und verstörte Kind zu beruhigen, obwohl sie selbst kaum Ruhe empfinden kann. Sie ist mit ihrer jüngsten Tochter hierhergekommen, weil diese schwer unterernährt ist. Der kleine Körper ist in einem erschreckenden Zustand. Lang andauernder Durchfall und Appetitlosigkeit haben den Organismus des Mädchens ausgezehrt. Akol kann nicht alleine stehen, ihr Bauch ist aufgebläht, ein schmerzhafter Husten macht ihr zu schaffen.

Sorge um die Kinder

Die Angst um ihr krankes Jüngstes belastet die Mutter, und auch der Gedanke an ihre anderen drei Kinder, die sie in ihrem Dorf zurücklassen musste, um mit Akol zur Klinik der Diözese Rumbek kommen zu können. Rund 50 Kilometer entfernt im Örtchen Duony sind die noch kleinen Kinder der Familie nahezu auf sich gestellt, weil der Vater mit einem Viehlager umherzieht. Nyibol Marial weiß zwar, dass die Nachbarn gelegentlich ein Auge auf ihre Kinder werfen, aber Ruhe hat sie trotzdem nicht.

Im letzten Jahr musste die Frau miterleben, wie eine Bande Bewaffneter das Dorf stürmte und Vieh raubte, Hütten niederbrannte und sogar Menschen ermordete. „Wir rannten um unser Leben“, erzählt sie stockend. „Im Ort Abiriu habe ich Verwandte und konnte dort mit meinen Kindern unterkommen. Schlimm war auch, dass der Angriff während der Regenzeit geschah. Da wir fliehen mussten, konnten wir unsere Felder nicht bestellen, und deshalb haben wir jetzt so wenig zu essen.“

Nyibol Marial möchte deshalb so schnell wie möglich wieder nach Hause, und so beobachtet sie voller Hoffnung jede Verbesserung des Gesundheitszustands von Akol. „Bevor wir hierher kamen, hat meine Tochter kaum etwas zu sich genommen. Jetzt kann Akol schon Erdnusspaste essen und Milch trinken. Ihr Durchfall ist auch nicht mehr so schlimm. Ich hoffe, dass meine Kleine hier wieder ganz gesund wird.“

Medizinische Hilfe und Nahrung für Notleidende

Die Krankenstation der Diözese Rumbek ist Anlaufpunkt für viele Patienten. Sowohl mangelernährten Kindern als auch Schwerkranken, Behinderten, Schwangeren, Alten und Waisen wird hier geholfen.
Die Krankenstation der Diözese Rumbek ist Anlaufpunkt für viele Patienten. Sowohl mangelernährten Kindern als auch Schwerkranken, Behinderten, Schwangeren, Alten und Waisen wird hier geholfen.
Für die Menschen in der Region Rumbek ist die Klinik der Diözese seit vielen Jahren eine lebenswichtige Anlaufstelle bei Krankheit, Unterernährung oder Schwangerschaft. Von Hoffnungszeichen e.V. ab 2012 selbst betrieben, wird die Krankenstation seit 2017 von der Diözese Rumbek geleitet. Hoffnungszeichen unterstützte in der Folge die Arbeit der Diözese direkt mit Hilfsgütern, Medikamenten sowie Lohnzuschüssen; seit 2019 stellen wir den Missionarinnen der Nächstenliebe Hilfsgüter und Nahrungsmittel zur Verfügung.

Nach der Diagnose kranker und mangelernährter Kinder übernehmen die benachbarten Missionarinnen der Nächstenliebe, in enger Zusammenarbeit mit der Diözese Rumbek, die Fürsorge für die Kleinen. Auch Akol ist schon seit einigen Tagen bei den Schwestern untergebracht und erhält über einen Behandlungszeitraum von mehreren Wochen hinweg Vitaminpräparate und energiereiche Nahrungsmittel, die ihren Körper stärken sollen. Die Mediziner der ­ Klinik führen regelmäßig ihre Visite durch, um den Gesundheitszustand des Mädchens zu überprüfen.

Es ist gar nicht so schwierig, ein mangelernährtes Kind wieder aufzupäppeln, aber es braucht kompetente Gesundheitshelfer, Medikamente, etwas Geduld und vor allem ausreichend Nahrungsmittel. Bereits mit einer Spende von 25 Euro (Spendenstichwort „Südsudan“) ermöglichen Sie einem Kind wie Akol die wichtige Spezialnahrung, mit der es wieder zu Kräften kommen kann. Liebe Leserinnen und Leser, haben Sie vielen Dank, wenn Sie die Arbeit der Ordensschwestern zugunsten Kranker und Hungernder im Südsudan mit Ihrer Spende unterstützen.

So können Sie helfen:

  • 18 € - Ein Karton Seife zur Krankheitsvorbeugung
  • 25 € - Spezialmilch für ein Kind wie Akol
  • 60 € - Ein großer Sack Reis für viele Hungernde
  • 90 € - Decken für eine fünfköpfige Familie

Vielen Dank!

Spenden

Diese Hilfe im Südsudan unterstützen

Projekt: Hoffnung in Rumbek

Jeden Tag ist der Andrang in der Klinik in Rumbek groß. Mütter, die mit ihren Kindern oft stundenlange Fußmärsche hinter sich haben, warten geduldig.
Jeden Tag ist der Andrang in der Klinik in Rumbek groß. Mütter, die mit ihren Kindern oft stundenlange Fußmärsche hinter sich haben, warten geduldig.
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