Mexiko: Gewalt durch organisiertes Verbrechen

Pater Omar Sotelo (vorne Mitte) ist leidenschaftlicher Pfarrer und Menschenrechtsaktivist. Als Journalist und Geistlicher prangert er öffentlich die Bedrohung durch Kartelle an.
95 Prozent der mexikanischen Bevölkerung sind Christen. Doch ihre Verfolgung ist immens: Geistliche werden entführt und ermordet. Gläubige erleben Ausgrenzung und Vertreibung.
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  • die Wahrung der Religionsfreiheit
  • den Schutz der Zivilbevölkerung
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Presidenta Claudia Sheinbaum, CIUDAD DE MÉXICO, MEXICO

In Kopie an

Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten, S.E. Herrn Francisco Jose Quiroga Fernandes, Berlin

61 Tage verbleibend
Sehr geehrter Frau Präsidentin,

zwischen 2001 und 2025 wurden laut internationalen Medienberichten in Mexiko über 80 Priester ermordet. Hinter den Verbrechen stecken meist organisierte Kriminalität und mächtige Drogenkartelle. Aber nicht nur Geistliche sind von der Brutalität betroffen. Auch die Zivilbevölkerung wird bedroht. 2024 hatten, um nur ein Beispiel zu nennen, 580 Menschen – darunter vor allem Kinder, Frauen und Senioren – aus dem Hochland von Chiapas im Nachbarland Guatemala Schutz vor der Kartellkriminalität gesucht.

Ich bin mir bewusst, dass die mexikanische Regierung bereits Anstrengungen unternimmt, um die Kartellkriminalität einzudämmen. Ich bitte Sie höflich, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, um die Zivilbevölkerung zu schützen und die Religionsfreiheit im Land zu wahren.
Estimada señora Presidenta:

Según informes de medios internacionales, más de ochenta sacerdotes fueron asesinados en México entre 2001 y 2025. El crimen organizado y los poderosos cárteles de la droga suelen estar detrás de estos crímenes. Pero no solo el clero se encuentra afectado por esta brutalidad. La población civil también está amenazada. En 2024, por citar solo un ejemplo, quinientas ochenta personas —principalmente niños, mujeres y ancianos— de las tierras altas de Chiapas buscaron en la vecina Guatemala refugio contra la delincuencia de los cárteles.

Sé que el gobierno mexicano ya está tomando medidas para frenar la delincuencia de los cárteles. Le ruego respetuosamente que haga todo lo que esté en su poder para proteger a la población civil y defender la libertad religiosa en el país.
Anrede
Land

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Mexiko sei das gefährlichste Land für katholische Priester, titelte die katholische Nachrichtenagentur CNA vor einem Jahr. Die Zahlen sprechen für sich. Allein im Jahr 2024 gab es 850 Fälle von Erpressung und Morddrohungen gegen Priester, berichtete Pater Omar Sotelo vom Katholischen Multimediazentrum des Erzbistums Mexico-Stadt im Februar 2025. Hinzu kamen 26 Überfälle auf Kirchen. Sotelo spricht von aggressiver, systematischer Einschüchterung. Zwi-schen 2001 und 2025 wurden über 80 Priester ermordet. Die Morde, Erpressungen und Entführungen geschehen im ganzen Land.

Riesige Macht der Kartelle

Hinter den Verbrechen stecken meist organisierte Kriminalität und mächtige Drogenkartelle. Auf etwa 460 kleine, mittlere und große kriminelle Gruppierungen kam 2019 eine Zählung der Nichtregierungsorganisation Crisis Group, so die Tagesschau. Es geht dabei ums große Geschäft, um territoriale Verteilung, Kontrolle und sehr viel Geld. Die Verbindungen der Clans reichen um die ganze Welt. Mit ihren Geschäften verdienen sie Milliarden und agieren wie „ein Staat im Staat, mit eigenen Gesetzen“. Wie mächtig die Kartelle sind, zeigte sich im Februar 2026, nach der Tötung des Drogenbosses Nemesio Rubén Oseguera durch Sicherheitskräfte. Im ganzen Land zettelten seine Anhänger Aufstände an, verbreiteten Gewalt und Terror. Und oft sind die Geistlichen die Einzigen, die als Fürsprecher der Opfer der organisierten Gewalt auftreten und deutliche Worte zur allgegenwärtigen Korruption finden.

Bedrohung der Bevölkerung

Aber nicht nur Kirchenführer und Mitarbeitende sind von der Brutalität betroffen. Auch die Zivilbevölkerung wird bedroht. Dabei komme es immer wieder zu Angriffen, Morden und Vertreibung. 2024 hätten 580 Menschen – darunter vor allem Kinder, Frauen und Senioren – aus dem Hochland von Chiapas im Nachbarland Guatemala Schutz vor der Kriminalität gesucht, berichtet Domradio. Die Menschen würden von den Kartellen eingeschüchtert und unter Androhung von Bestrafung und Übergriffen gezwungen, Schutzgelder zu bezahlen und für sie zu arbeiten. Sie müssten auch als lebendige Schutzschilde an den Konfrontationen der Kartelle teilnehmen.

Religionsfreiheit schützen!

Gerade schaut die Welt auf Mexiko. Noch bis zum 19. Juli findet u. a. in Mexiko-Stadt die Fußball-Weltmeisterschaft statt. Lassen Sie uns gemeinsam diese Gelegenheit nutzen. Nehmen Sie an unserer Protestaktion an die Präsidentin Claudia Sheinbaum teil und fordern Sie mit uns gemeinsam den Schutz der Zivilbevölkerung und der Religionsfreiheit! Haben Sie vielen Dank.

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