23.11.2016

Malaysia: Profit auf Kosten von Menschenleben?

Der malaysische Staatskonzern Petronas verseucht im Südsudan das Trinkwasser von 180.000 Menschen. Es ist Zeit, auch die Regierung in die Verantwortung zu nehmen. Ihre Stimme zählt!
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Am 02.03.2017 abgelaufen
Protestieren Sie für: 
  • die Information der Betroffenen über die Trinkwasserverschmutzung
  • Zugang zu sauberem Trinkwasser
  • medizinische Hilfe für Erkrankte
Protestieren Sie bei: 

Premierminister Najib Razak, Putrajaya/Malaysia
- über Hoffnungszeichen e.V. -

Sehr geehrter Herr Premierminister,
180.000 – das ist die Anzahl der Menschen, die im Südsudan unter verseuchtem Trinkwasser leiden. Verseucht durch Ihren Staatskonzern Petronas. Wie der deutsche Verein Hoffnungszeichen e.V. seit einigen Jahren berichtet und recherchiert hat, wird durch die unsachgemäße Förderung und Weiterverarbeitung von Rohöl durch SPOC (von welchem Petronas Mehrheitseigner ist) das Trinkwasser verunreinigt. Dies, und die Tatsache, dass Menschen bereits mit Blei und Barium vergiftet sind, kann die Organisation wissenschaftlich nachweisen. Ich bitte Sie, den betroffenen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Da der Vorstand von Petronas Ihnen direkt unterstellt ist, fordere ich Sie auf, sich mit Ihrem Einfluss für Produktionspraktiken einzusetzen, die nicht zu Lasten von Mensch und Umwelt gehen.

Dear Prime Minister,
180,000 – that is the number of people in South Sudan who currently suffer from the consequences of contaminated drinking water. Water contaminated by your state-owned company Petronas. According to the German organisation Sign of Hope e.V., who have been investigating and reporting on this issue for many years, drinking water is being contaminated through the improper production and processing of crude oil by SPOC (in which Petronas is the majority shareholder). The organisation has been able to prove this, scientifically, and has also demonstrated that people have already been poisoned with lead and barium. I kindly request you to provide access to clean drinking water and medical care for those affected. As the Petronas Board reports directly to you, I ask that you exercise your influence to ensure the use of production practices that do not negatively affect people or the environment.
Yours respectfully.

„Wie kann eine Regierung, die das Menschenrecht auf einwandfreies und sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung als solches anerkennt, gleichzeitig Eigentümer eines Unternehmens sein, welches wissentlich das Trinkwasser von mindestens 180.000 Menschen im Südsudan verseucht?“ – Diese Frage stellt sich Klaus Stieglitz, Zweiter Vorstand von Hoffnungszeichen. Die Regierung: Jene von Malaysia. Das Unternehmen: Der Öl- und Gas-Konzern Petronas. Der Staatskonzern ist für die gesamte Förderung und Vermarktung der Öl- und Gasvorkommen in Malaysia verantwortlich und ist mit Abstand das bedeutendste Unternehmen Malaysias mit einem Umsatz von 53 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Es zählt zu den 500 größten Unternehmen weltweit mit Vertretungen in 31 Ländern und mehr als 100 Tochtergesellschaften.

Petronas erlangte seine Bekanntschaft durch sein Engagement in der Formel 1. Seit 2010 ist der Konzern Haupt- und Titelsponsor der „Silberpfeile“ (Werksteam der Daimler AG). Zudem werden die Mercedes-Teams in Formel 3 und DTM unterstützt. Beim DTM-Finale Mitte Oktober am Hockenheimring hat Hoffnungszeichen auf die Situation der betroffenen Menschen im Südsudan aufmerksam gemacht und „100 % Petronas-freies Wasser“ an die Besucher verteilt.

Die Geschichte – eine menschliche Tragödie

Unsere Aktion auch bei Twitter verfolgen und unterstützen: @hz_soh / #keingiftwasser - Weitere Infos auf keingiftwasser.de.

Recherche und Aufdeckung des Trinkwasserskandals im Südsudan begannen Ende 2007, als Hinweise aus der Bevölkerung an Hoffnungszeichen herangetragen wurden, dass das Trinkwasser aus den Handbrunnen im Teilstaat Unity ungenießbar sei und krank mache. Nun, neun Jahre später, kann Hoffnungszeichen nicht nur wissenschaftlich nachweisen, dass das Trinkwasser durch die unsachgemäße Förderung und Weiterverarbeitung von Rohöl mit Salzen und Chemikalien verseucht wurde. Mit Hilfe von Prof. Dr. Fritz Pragst vom Institut für Rechtsmedizin an der Berliner Charité wurde auch belegt, dass Menschen bereits mit Barium und Blei belastet wurden. Der Verursacher dieser Tragödie: Das Ölkonsortium SPOC mit seinem Mehrheitseigentümer Petronas, welches im betroffenen Gebiet Öl fördert. „Dieser Fall zeigt, wie rücksichtslos der Konzern gegenüber Mensch und Umwelt agiert. Hier scheinen vor allem die üppigen Gewinnausschüttungen an die Regierung eine große Rolle zu spielen“, fasst Klaus Stieglitz zusammen.

Skrupelloser Staatskonzern – jetzt protestieren!

„Das Öl, die Macht und Zeichen der Hoffnung“ – Von Konzernen und dem Menschenrecht auf sauberes Wasser
„Das Öl, die Macht und Zeichen der Hoffnung“ – Von Konzernen und dem Menschenrecht auf sauberes Wasser (Klaus Stieglitz mit Sabine Pamperrien | ISBN 978-3-907625-95-8 | Verlag rüffer & rub, Zürich)
Mehr Informationen und Details erhalten Sie in „Das Öl, die Macht und Zeichen der Hoffnung“ von Klaus Stieglitz und Sabine Pamperrien (Verlag rüffer & rub, ISBN 978-3-907625-95-8).

„Seit 2008 informieren wir SPOC und Petronas fortlaufend. Doch für die von der Verschmutzung betroffenen Menschen hat sich nichts Substantielles zum Guten gewendet. Nun möchten wir uns direkt an den alleinigen Eigentümer von Petronas, den malaysischen Staat richten. Ganz konkret an Premierminister Najib Razak, der sich zu seiner Verantwortung bekennen muss. Denn die malaysische Regierung ernennt den Vorstandsvorsitzenden von Petronas und der Vorstand ist direkt dem Premierminister unterstellt. Die Menschen im Südsudan müssen aufgeklärt werden, Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinische Hilfe erhalten“, fordert Klaus Stieglitz.

Liebe Leserinnen und Leser, einige von Ihnen begleiten diese wichtige Menschenrechtsarbeit und unsere Projekte im Südsudan seit Jahren. Wir machen damit weiter, uns für die Rechte der Betroffenen einzusetzen. Dieses Mal werden wir die Protestschreiben und -mails sammeln, damit wir diese Anfang 2017 persönlich an eine Vertretung der malaysischen Regierung übergeben können. Vielen Dank.

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