Venezuela: Große Erfolge – der Protest wirkt!

Nach acht Jahren willkürlicher Haft ist Emirlendris Benítez (Foto von 2018), durch Folter gesundheitlich schwer gezeichnet, endlich frei. Heute sitzt sie im Rollstuhl.
In den vergangenen Monaten wurden viele politische Häftlinge entlassen. Das ist ein Fortschritt – doch Hunderte Betroffene bleiben weiter eingesperrt.
Protestieren Sie für

• die Freilassung politisch Gefangener
• faire Verfahren und Rechtsstandards

Protestieren Sie bei

Larry Devoe, Fiscal general de la república, CARACAS, VENEZUELA

In Kopie an

Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela, Herrn Vartkes Martin Saatdjian Castellanos, Gesandter-Botschaftsrat, Berlin

29 Tage verbleibend
Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt,

die Freilassung der seit acht Jahren aus politischen Gründen inhaftierten Emirlendris Benítez und weiterer politischer Gefangener begrüße ich. Gleichzeitig möchte ich Sie bitten, auf die Freilassung aller anderen offenbar willkürlich inhaftierten Menschen hinzuwirken.

Mit Stand August 2026 werden immer noch mehr als 300 Menschen offenkundig aus politischen Gründen willkürlich in venezolanischen Gefängnissen festgehalten. Viele Inhaftierte erhalten kein faires Verfahren und sind Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Auch Verbrechen wie Folter und Verschwindenlassen finden offenkundig statt. Bei Emirlendris Benítez wurden schwere Folter und eine Zwangsabtreibung nachgewiesen.

Sorgen Sie bitte dringend dafür, dass noch inhaftierte politische Gefangene angemessen medizinisch versorgt werden, Familienbesuche empfangen dürfen, Zugang zu Rechtsbeiständen ermöglicht bekommen und ein faires Verfahren erhalten.
Estimado Fiscal General:

Celebro la puesta en libertad de Emirlendris Benítez, encarcelada por motivos políticos desde hace ocho años, y de otros presos políticos. Al mismo tiempo, le pido que haga lo posible por lograr la liberación de todas las demás personas que, al parecer, permanecen detenidas de manera arbitraria.

A fecha de agosto de 2026, más de trescientas personas siguen recluidas de forma arbitraria en prisiones venezolanas, por motivos evidentemente políticos. Muchos detenidos no reciben un juicio justo y están expuestos a violaciones de los derechos humanos. Asimismo, todo indica que se cometen delitos como la tortura y la desaparición forzada. Se ha demostrado en el caso de Emirlendris Benítez que fue sometida a graves torturas y a un aborto forzado.

Le ruego que garantice con urgencia que los presos políticos que aún permanecen encarcelados reciban atención médica adecuada, puedan recibir a sus familiares, tengan acceso a asistencia letrada y obtengan un juicio justo.
Anrede
Land

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Mit Absenden der Nachricht wird den Verantwortungsträgern eine E-Mail mit unserer gemeinsamen Forderung, Ihrer Anmerkung sowie Vorname/Nachname und Ihrer E-Mail-Adresse zugestellt.

Es gibt erneut gute Nachrichten aus dem Land, in dem Hunderte politische Gefangene, viele seit Monaten und Jahren, willkürlich im Gefängnis sind: Etwa 80 der Inhaftierten wurden seit Mitte August freigelassen. Darüber berichtete die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI). Darunter waren auch einige Personen, für die wir uns eingesetzt hatten.

Acht Jahre Martyrium

Unter den Entlassenen ist auch die heute 44-jährige Geschäftsfrau Emirlendris Benítez. Über ihr besonders tragisches Schicksal hatten wir wiederholt berichtet und ihre Freilassung gefordert. Die mehrfache Mutter wurde in der rund achtjährigen Haft im Gefängnis in Los Teques so schwer gefoltert, dass sie jetzt im Rollstuhl sitzt. Ohne ihr Wissen oder ihr Einverständnis hat man sie außerdem einer Zwangsabtreibung unterzogen. Dringende medizinische Versorgung wie eine wichtige Operation wurde ihr immer wieder verweigert. Vorgeworfen wurde der Frau ein Anschlag auf den Präsidenten, das Urteil lautete 2018 auf 30 Jahre Haft. Ihre Unschuld hat sie immer wieder beteuert. Sie war eine der prominentesten politischen Gefangenen in Venezuela, und über ihre Freilassung wurde weltweit berichtet, so zum Beispiel in El País International. 

Noch Hunderte in Haft

Die Entlassung aus dem Gefängnis bedeutet für viele Betroffene noch nicht, dass Anklagen, Verfahren oder die Einschränkungen ihrer Rechte aufgehoben sind. Bis heute sind zudem noch 
mindestens 300 bis 450 aus politischen Gründen Inhaftierte in den venezolanischen Gefängnissen. AI zählt Namen von politischen Häftlingen auf: Jonathan Delgado, Nudre Chourio, Olbis Dirinot, Damián Rojas, Rafael Guedes, Renny González, Roberto Pérez. Sie alle sind von schweren Menschenrechtsverletzungen oder der Praxis des Verschwindenlassens bedroht. So gilt laut AI unter anderem Jorgen Guanares seit 2024 als „verschwunden“; der willkürlich inhaftierte Juan Carlos Marrufo, der unter gesundheitlichen Problemen leidet, müsste dringend medizinisch be-
handelt werden. Das sind nur wenige Beispiele unter vielen bestürzenden Einzelschicksalen.

Protest hat Erfolg

Liebe Leserin, lieber Leser, die willkürlich und aus politischen Gründen eingesperrten Frauen und Männer brauchen eine Stimme. Die bisherigen Freilassungen zeigen, dass der weltweite Protest, an dem wir uns beteiligen, Erfolg hat. Danke für Ihren bisherigen Beistand – und danke, dass Sie gemeinsam mit uns weiter für faire Verfahren und Freilassungen sowie die Einhaltung rechtlicher Standards protestieren.

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