Neulich las ich einen Artikel über Suleika Jaouad, eine junge Frau, die mit einer wiederkehrenden Leukämieerkrankung zu kämpfen hat. Eins beeindruckte mich besonders: Sie beschreibt, dass sie oft den Satz hört: „Genieße den Tag, als wärs dein letzter, koste die Zeit aus.“ Diese Aufforderung stresst sie, setzt sie unter Druck. Sie hat sie für sich umgedreht – und genießt jeden Tag, als wäre es ihr erster, mit Neugier und dem Staunen eines Kindes. Diese auch humorvolle Art der Haltung zum Leben nennt sie eine Form des Widerstands gegen das Böse.
Mir kommt der Begriff Zuversicht in den Sinn. Dieser beschreibt auch eine Haltung zum Leben. Zuversicht richtet sich vertrauensvoll auf die Zukunft aus und gibt Mut: Mit unserem Handeln können wir etwas bewirken – wenn auch manchmal nur im Kleinen. Zuversicht ist eine aktive Haltung.
So stelle ich es mir vor, dass die Jüngerinnen und Jünger Jesu an Pfingsten durch Gottes Geist mitten in ihrer schweren, unsicheren Zeit wieder dem Leben zuversichtlich begegnen konnten und wieder ins Handeln kamen.
In diesem Sinne wünsche ich uns ein zuversichtlich machendes, stärkendes Pfingstfest!
Herzlichst Ihre
Sibylle Giersiepen