Es fällt auf, wie viele Menschen heutzutage die Begriffe wahr oder Wahrheit benutzen. Manchmal wird sogar von neuen Wahrheiten gesprochen. Oft geht es dann eher um die eigene Meinung oder Weltsicht, die überhöht wird. Und in Zeiten großer Veränderungen oder gefühlter Krisen hört sich das verlockend eindeutig und sicher an.
Ich bemerke bei mir da immer eine Art Skepsis. Und doch: Als religiöser Mensch ist mir das Wort der Wahrheit doch auch vertraut in Bezug auf Gott. An Ostern freue ich mich auf den traditionellen Osterruf, wenn die Gemeinde sich zuruft. „Christ ist erstanden – er ist wahrhaftig auferstanden!“ Weil ich glauben will, dass Gott die Welt geschaffen hat, dass er an der Welt gelitten hat und alle Abgründe menschlichen Leids kennt und begleitet und dass der Tod nicht das letzte Sagen hat, sondern das Leben und die Liebe Gottes. Es ist Gottes Wahrheit, die mich trägt.
Herzlichst Ihre
Sibylle Giersiepen