Südsudan

Klinik-Neubau als Hoffnung für ein ganzes Dorf

21.03.2018
Im Dorf Maker Kuei unterstützt Hoffnungszeichen den Neubau eines Klinikgebäudes für die Kinder der Loreto-Schule und Kranke aus der Umgebung.
Der zweijährige Joseph kam mit Fieber und Atemnot in die Gesundheitsstation der Loreto-Schule in Maker Kuei bei Rumbek. Seine Mutter Mary ist dankbar, ihren Sohn in guten Händen zu wissen.
Der zweijährige Joseph kam mit Fieber und Atemnot in die Gesundheitsstation der Loreto-Schule in Maker Kuei bei Rumbek. Seine Mutter Mary ist dankbar, ihren Sohn in guten Händen zu wissen.

Autor/in

Chol Thomas Dongrin
Hoffnungszeichen-Mitarbeiter in Ostafrika

Die Schlange wird länger und länger – kranke Schulkinder,Mütter mit schwächlichen Babys auf dem Arm und nervös dreinblickende Jugendliche – sie alle warten darauf, behandelt zu werden. Doch das medizinische Fachpersonal ist auf diesen Ansturm nicht vorbereitet und das Gebäude viel zu klein. Eigentlich ist die Gesundheitsstation der Loreto-Schule nur den Schulkindern vorbehalten. Weil die medizinische Infrastruktur im Südsudan jedoch in weiten Teilen brachliegt, bietet die Klinik für die umliegende Bevölkerung oft die einzige Chance auf medizinische Hilfe. Vor allem für Mütter mit Kindern ist der Fußweg in die nächstgelegene Klinik im sieben Kilometer entfernten Rumbek im Krankheitsfall zu beschwerlich.

Großer Andrang verzweifelter Kranker

„Wir sind hier in einer ernsten Lage. Die Mitglieder der Gemeinde kommen in großer Zahl, aber dafür sind wir nicht gerüstet. Viele Kranke, die eigentlich keinen Anspruch auf eine Behandlung haben und an unserer Pforte abgewiesen werden, finden ihren Weg auf unser Klinikgelände, indem sie Löcher in den Drahtzaun schneiden. Sie haben keine Alternative – es gibt keine andere Krankenstation in der Nähe“, erklärt Schwester Peninnah, eine der zwei ehrenamtlichen Krankenschwestern. Um der umliegenden Bevölkerung in ihrer Not beizustehen, unterstützt Hoffnungszeichen mit Hilfe des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einen Erweiterungsbau für die Gesundheitseinrichtung in Maker Kuei. Die Ortsansässigen sehen ihm mit großen Erwartungen entgegen. So auch die 20-jährige Mary Adeng, deren zweijähriger Sohn Joseph von den Loreto-Schwestern behandelt wird. Er kam mit Fieber und Atemproblemen in die Klinik, erhält hier Medikamente, damit es ihm bald besser geht. Ein wichtiges Zeichen der Hoffnung – nicht nur für die junge Mutter: „Wir Bewohner aus Maker Kuei sind voller Hoffnung, was die Klinik betrifft. Sie wird nicht nur unseren Kindern zu Gute kommen, die diese Schule besuchen, sondern auch denen eine Behandlung ermöglichen, die kein Geld dafür haben“, erzählt sie mit leuchtenden Augen.

Beistand gegen Krankheit und Hunger

Das Leistungsspektrum der Klinik wird mit dem Neubau breiter aufgestellt sein. Die Patienten sollen hier sowohl diagnostiziert als auch behandelt werden und darüber hinaus Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen erhalten. Die Dorfbewohner werden auch über Krankheitsrisiken aufgeklärt und sie lernen, wie man sich mithilfe von Hygienemaßnahmen schützen kann. Zudem wird Wissen vermittelt, wie man Kinder bestmöglich ernährt. Geplant ist auch, die Behandlung von unterernährten Kindern auszuweiten. Denn der Bedarf ist groß – die Vereinten Nationen (VN) sprechen in einem aktuellen Bericht von mehr als 1,1 Mio. lebensbedrohlich mangelernährten Kindern im Südsudan.

Schon jetzt bietet die Loreto-Schule ein Ernährungsprogramm auf dem Klinikgelände an, in dem unterernährte Kinder mit Spezialnahrung aufgepäppelt werden – beispielsweise mit „Plumpy‘nut“, einer energiereichen Erdnusspaste. Die von Hoffnungszeichen unterstützte Schule sorgt auch mit der täglichen Schulspeisung dafür, Kinder vor Unterernährung zu schützen. Wer zum Unterricht kommt, bekommt morgens eine Portion Frühstücksbrei und zum Mittagessen Bohnen oder Reis. Diese Mahlzeiten sorgen dafür, dass die Kinder nicht mit leeren Bäuchen lernen und dass viele von ihnen überhaupt etwas lernen dürfen. Denn für viele Eltern ist die Aussicht, dass ihre Kinder satt werden, ein großer Anreiz, sie in die Schule gehen zu lassen. Laut den VN besuchen mehr als 1,8 Mio. Kinder im Südsudan keine Schule.

Hoffnungszeichen hat schon in der Vergangenheit dieses wichtige Programm unterstützt und möchte die Hilfe vor Ort mit dem Klinikbau nun ausweiten. Damit die Klinik in Maker Kuei neben den Schulkindern möglichst vielen Kranken aus der Umgebung zu Gute kommen kann, benötigen wir Ihre Unterstützung. Mit 250 Euro leisten Sie einen beachtlichen Beitrag an den Bauarbeiten. Mit 40 Euro unterstützen Sie die medizinische Behandlung von kranken Kindern wie Joseph. Bereits mit 15 Euro ermöglichen Sie einem mangelernährten Kind die wichtige Spezialnahrung. Danke, dass Sie den Menschen unter dem Spendenstichwort "Südsudan" beistehen!

Land: Südsudan

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