Drohende Hungerkrise in Äthiopien

Im Norden Äthiopiens verschlechtert sich die humanitäre Lage durch den andauernden Konflikt um die Region Tigray zunehmend. Derzeit sind 9,4 Mio. Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Bitte unterstützen Sie unsere Nothilfe mit einer Spende.
Familien aus der Region Tigray lassen ihre Heimat und ihre Habseligkeiten zurück, um vor den Kämpfen zu fliehen. Sie suchen Zuflucht in der Nachbarregion Afar - dort fehlt es ihnen am Nötigsten wie eine Unterkunft, Nahrungsmittel und Wasser.
Familien aus der Region Tigray lassen ihre Heimat und ihre Habseligkeiten zurück, um vor den Kämpfen zu fliehen. Sie suchen Zuflucht in der Nachbarregion Afar - dort fehlt es ihnen am Nötigsten wie eine Unterkunft, Nahrungsmittel und Wasser.

Vier Mio. Menschen auf der Flucht

Seit Beginn des bewaffneten Konflikts im November 2020 sind bereits 4,5 Mio. Menschen innerhalb der Region Tigray geflohen. Immer wieder wird über Gräueltaten gegen Zivilisten, darunter Luftangriffe, Verfolgungen, Vertreibungen und Vergewaltigungen, berichtet. Die Vertriebenen suchen im benachbarten Sudan oder in südlicheren Regionen von Äthiopien Schutz. Doch die Kämpfe dehnen sich mittlerweile auf weitere Regionen des Staates aus. Die Menschen haben Angst und sind verzweifelt. Darüber hinaus mangelt es im ganzen Land an Nahrung und Wasser.

Unter den Binnenvertriebenen ist Agereredi Taffese. Die Frau beschreibt im Video, wie sie aus ihrer Heimatregion Oromia vor den Kämpfen floh und vor welchen Herausforderungen sie nun steht:

Kämpfe um die Region Tigray seit 2020

Der Streit zwischen der Zentralregierung unter Ministerpräsident Abiy Ahmed und den regionalen Machthabern der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) verwandelte sich im November 2020 in einen offenen, bewaffneten Konflikt. Beide Seiten beschuldigen sich, mit den Kämpfen begonnen zu haben. Inzwischen weitet sich der Konflikt auf die Nachbarregionen Afar und Amhara sowie in Richtung der Hauptstadt Addis Abeba aus.

Der bewaffnete Konflikt um die Region Tigray dehnt sich auf die Nachbarregionen Afar und Amhara aus.
Der bewaffnete Konflikt um die Region Tigray dehnt sich auf die Nachbarregionen Afar und Amhara aus.

Hunger in den Konfliktregionen

Die Ernährungssituation in Äthiopien ist derzeit verheerend: Über 26 Mio. Zivilisten benötigen laut der Vereinten Nationen (UN) humanitäre Hilfe. Allein in den Krisenregionen Tigray, Afar und Amhara haben 9,4 Mio. Menschen nicht genug zu essen. Darunter sind zahlreiche Kinder und die Lage spitzt sich immer weiter zu. Bereits 400.000 Äthiopierinnen und Äthiopier sind nach Angaben der UN vom Hungertod bedroht.

Die humanitäre Lage in Äthiopien verschlechtert sich von Tag zu Tag. Der Bedarf an Hilfe wird größer und größer.

Dagim Tesfaye

Hoffnungszeichen-Mitarbeiter in Äthiopien

Unsichere Ernährungslage durch Katastrophen verschärft

Nicht nur durch den Konflikt leiden die Menschen in den Krisenregionen: Die ohnehin kritische Ernährungsunsicherheit wird durch

  • Heuschreckenplagen
  • wiederkehrende Dürreperioden
  • starke Überschwemmungen
  • die Corona-Pandemie

weiter verschlechtert. Die Folgen sind Ernteausfälle, eine eingeschränkte Produktion von Lebensmitteln und kaum noch verfügbare Nahrungsmittel auf lokalen Märkten. Viele Menschen, die von Landwirtschaft oder Viehzucht leben, haben ihre Existenzgrundlage verloren. Sie können ihre Familie nicht mehr ernähren.

Unsere Nothilfe

Seit 2014 ist Hoffnungszeichen in Äthiopien aktiv und hat verschiedenste Projekte durchgeführt. Aktuell haben wir uns der Not der Binnenvertriebenen mithilfe lokaler Partner angenommen:

So wirkt ein Euro bei uns

Ihre Spende hilft! Von jedem gespendeten Euro kommen 87 ct bei den bedürftigen Menschen an. Die restlichen 13 ct fließen in die Betreuung unserer Projekte.

  • In Addis Abeba werden geflüchtete Familien von der Erzdiözese der äthiopisch-katholischen Kirche (ACS) mit Nahrungsmitteln versorgt.
  • In Afar unterstützen Mitarbeiter unseres Partners Africa Humanitarian Action (AHA) Binnenvertriebene mit dem Nötigsten wie Wasser, Lebensmittel, Schlafmatten und Decken. Zudem erhalten unterernährte Kinder Spezialnahrung wie Hochenergie-Kekse. Daneben schaffen wir in den Bezirken Konnaba und Dallol mit unserem Partner Afar Pastoralist Development Association (APDA) nachhaltige Lebensgrundlagen, indem Binnenvertriebene mit neuen Anbaumethoden in der Landwirtschaft geschult, Saatgut und Setzlinge verteilt, Wasserdämme aufgebaut und Bewässerungspumpen installiert werden.

Wir sind in einem ständigen Austausch mit unseren Partnern und Kollegen vor Ort, um auf die sich ändernde Situation reagieren zu können und den Notleidenden bestmöglich beizustehen. Bereits weitere Nothilfe-Projekte sind mit unseren lokalen Partnern zudem in Planung.

Um möglichst viele Bedürftige zu unterstützen, benötigen wir Ihre Hilfe: Bitte stehen Sie den Geflüchteten bei und bewahren Kinder und deren Familien vor den schlimmsten Folgen des Hungers. Bereits 30 Euro ermöglichen einer Familie wichtige Nahrungsmittelhilfe. Vielen Dank für jede Gabe.

Diese Hilfe in Äthiopien unterstützen

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