Eritrea: Jahrzehnte im Gefängnis

Mitglieder der orthodoxen Enda-Eyesus-Kirche in Asmara, am 27. September 2025: Auch Angehörige dieser staatlich offiziell anerkannten Kirche sind vor Verfolgung nicht sicher.
Eritrea garantiert laut Verfassung Religionsfreiheit – doch die staatliche Konstitution trat nie in Kraft. Die Realität besteht aus harter Verfolgung von missliebigen Gläubigen.
Protestieren Sie für

• Religionsfreiheit
• das Inkrafttreten der Verfassung

Protestieren Sie bei

President Isaias Afewerki, Office of the President, ASMARA, ERITREA

In Kopie an

Botschaft des Staates Eritrea, Herrn Yohannes Woldu (Geschäftsträger a. i.), Berlin

60 Days remaining
Sehr geehrter Herr Präsident,

mit großer Besorgnis entnehme ich der internationalen Berichterstattung, dass mindestens sieben Kirchenvertreter seit Jahren oder Jahrzehnten und zum Teil ohne Anklage und Gerichtsverfahren inhaftiert sind. Ein Betroffener ist Haile Naizghe, Pastor und Präsident der christlichen Full Gospel Church, der seit Mai 2024 im Hochsicherheitsgefängnis Wengel Mermera Central Criminal Investigation Interrogation Center offenbar aus religiösen Gründen eingesperrt ist. Das staatliche Verbot zahlreicher Religionsgemeinschaften in Eritrea stellt aus meiner Sicht eine Verletzung der Religionsfreiheit dar.

Die Religionsfreiheit in Eritrea wird durch die 1997 entworfene, aber nie offiziell implementierte Verfassung gewährt. Ich fordere Sie nachdrücklich auf, die Verfassung in Kraft zu setzen und damit auch die Religionsfreiheit zu garantieren und umzusetzen.
السيد الرئيس المحترم،

لقد علمتُ بقلق بالغ، من خلال التقارير الإعلامية الدولية، أن ما لا يقل عن سبعة من قادة الكنائس يقبعون في السجن منذ سنوات، بل منذ عقود، وبعضهم محتجز من دون توجيه اتهامات إليه أو إخضاعه لمحاكمة.
ومن بين هؤلاء القس هايلي نايزغي، رئيس "كنيسة الإنجيل الكامل" المسيحية، الذي يبدو أنه محتجز لأسباب دينية منذ مايو/أيار 2024 في سجن "وينغل ميرميرا المركزي شديد الحراسة للتحقيقات الجنائية والاستجواب".
ومن وجهة نظري، يمثّل الحظر الذي تفرضه الدولة على العديد من الطوائف الدينية في إريتريا انتهاكًا لحرية الدين والمعتقد.
ويكفل الدستور الإريتري، الذي وُضع عام 1997 لكنه لم يدخل حيّز التنفيذ رسميًا قط، حرية الدين والمعتقد. ولذلك، أحثّكم
Anrede
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Mit Absenden der Nachricht wird den Verantwortungsträgern eine E-Mail mit unserer gemeinsamen Forderung, Ihrer Anmerkung sowie Vorname/Nachname und Ihrer E-Mail-Adresse zugestellt.

22 Jahre im Gefängnis. 22 Jahre eines Menschenlebens hinter Gittern – und eine Freilassung ist nicht absehbar. Seit Mai 2004 ist Haile Naizghe, Pastor und Präsident der christlichen Full Gospel Church, inhaftiert. Er war laut der US‑Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) in einem Netzwerk von in Eritrea nicht anerkannten und verbotenen Kirchen engagiert. Sein letzter bekannter Aufenthaltsort ist ein Hochsicherheitsgefängnis in Asmara. Naizghes Mutter starb, ohne ihn je wiederzusehen, während seine Frau Rahel und seine drei Söhne Shalom, Joel und Naher ins Ausland fliehen mussten, wie Vatican News berichtet.

Hunderte in Haft

Mindestens sieben Kirchenvertreter sind laut Vatican News seit Jahren oder Jahrzehnten und zum Teil ohne Anklage und Gerichtsverfahren inhaftiert oder unter Hausarrest. Dabei trifft es nicht nur Angehörige verbotener christlicher Kirchen, sondern auch solcher, die in Eritrea offiziell anerkannt sind. Der damalige Patriarch der eritreisch-orthodoxen Kirche, Abune Antonios, ausgesprochener Kritiker des autoritären Regimes von Präsident Isayas Afewerki, wurde 2006 zwangsabgesetzt, 2019 aus der Kirche ausgeschlossen und starb 94-jährig nach 16 verbüßten Jahren im Hausarrest, dokumentiert die Plattform der Evangelischen Kirche Deutschlands, evangelisch.de.

Keine Religionsfreiheit

Diese Geistlichen sind Beispiele für Hunderte andere Gläubige, die für ihr Engagement und ihre Glaubensausübung schikaniert, bedroht, eingeschüchtert, diskriminiert, kriminalisiert und bestraft werden. Systematisch verfolge die Regierung Eritreas religiöse Menschen und Minderheiten, schreibt die USCIRF in einem Report. Neue religiöse Organisationen werden nicht registriert und damit auch nicht anerkannt. So dürfen Personen, die anderen Glaubensrichtungen als den vier in Eritrea offiziell erlaubten (eritreisch-orthodox, römisch-katholisch, evangelisch-lutherisch und sunnitisch-muslimisch) weder gemeinsam beten noch Gebetshäuser einrichten oder bauen. Ihr Recht auf Religions-und Glaubensfreiheit wird grundlegend missachtet.

Formal wird die Religionsfreiheit in Eritrea durch die 1997 entworfene, aber nie offiziell implementierte Verfassung des Landes gewährt. Fordern Sie mit Ihrer Teilnahme deshalb gemeinsam mit uns den eritreischen Präsidenten auf, die Freiheit des Glaubens im Land zu gewährleisten und endlich auch die Verfassung in Kraft treten zu lassen.

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