Kolumbien: Die "Suchenden Frauen" Lateinamerikas

Frauen- und Menschenrechtsaktivistin Cleiner Almanza sucht seit 28 Jahren nach ihrem „verschwundenen“ Bruder. Mehrfach wurde sie Opfer von Bedrohung und Gewalt.
Zehntausende Menschen sind „verschwunden“. Und Angehörige, die nach ihnen suchen, erfahren ebenfalls Gewalt, so wie Cleiner Almanza.
Protestieren Sie für
  • die Aufklärung der Angriffe auf Cleiner Almanza
  • die Ermittlung und Bestrafung der Täter
Protestieren Sie bei

Fiscal General de la Nación Sra. Luz Adriana Camargo, BOGOTÁ DC, COLOMBIA

In Kopie an

Botschaft der Republik Kolumbien, I. E. Frau Yadir Salazar Mejía, Berlin

49 Days remaining
Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin,

am 8. Juni wurde die Menschenrechtsaktivistin Cleiner Almanza von Unbekannten in Cartagena angegriffen und schwer gefoltert. Ihr wurde dabei auch geschlechtsspezifische Gewalt angetan. Cleiner Almanza sucht seit 1998 nach ihrem Bruder, der in der Region Montes de María dem Verschwindenlassen zum Opfer fiel. Wegen ihres Engagements wurde sie bereits mehrfach angegriffen.

Bitte setzen Sie die Verpflichtungen aus dem Gesetz 2364 um, indem Sie den Angriff auf Cleiner Almanza umfassend untersuchen und aufklären sowie die Auftraggeber und Täter ermitteln. Sie müssen in einem fairen Gerichtsverfahren zur Verantwortung gezogen werden.
Estimada Fiscal General:

El 8 de junio, la defensora de derechos humanos Cleiner Almanza fue atacada y sometida a graves torturas por personas desconocidas en Cartagena. Durante el ataque, también fue víctima de violencia de género. Cleiner Almanza lleva buscando desde 1998 a su hermano, víctima de desaparición forzada en la región de Montes de María. Anteriormente, ya había sufrido diversas agresiones debido a su labor de defensa de los derechos humanos.

Le solicito que cumpla las obligaciones establecidas en la Ley 2364 y lleve a cabo una investigación exhaustiva para esclarecer el ataque contra Cleiner Almanza e identificar a quienes lo ordenaron y perpetraron. Los responsables deben rendir cuentas ante la justicia mediante procesos judiciales justos.
Anrede
Land

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Mit Absenden der Nachricht wird den Verantwortungsträgern eine E-Mail mit unserer gemeinsamen Forderung, Ihrer Anmerkung sowie Vorname/Nachname und Ihrer E-Mail-Adresse zugestellt.

Seit 28 Jahren sucht die kolumbianische Frauen- und Menschenrechtsverteidigerin Cleiner Almanza nach ihrem Bruder. Er verschwand 1998 im Karibik-Gebiet Montes de María, bisher spurlos, wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) berichtet. Seine Schwester gehört zu den Mujeres Buscadoras (Suchende Frauen): Ehefrauen, Mütter, Töchter in ganz Lateinamerika, die nach Angehörigen forschen, die dem Verschwindenlassen zum Opfer fielen. Denn dieses Verbrechen wird laut AI „in großem Ausmaß und in vielen Ländern weltweit verübt“, wie z. B. auch in Syrien, Bosnien oder Marokko.

Schon in den 1970er und 1980er Jahren entledigten sich Militärdiktaturen ihrer Gegner auf diese Weise. Milizen, Terrorgruppen, Banden oder kriminelle Organisationen führen das System von Terror und Unterdrückung fort. Eine strafrechtliche Verfolgung der Täter gibt es häufig so gut wie nicht. In Kolumbien wurden in den Jahren 1985 bis 2016 laut AI geschätzt 210.000 Menschen Opfer des Verschwindenlassens.

Neues Gesetz soll helfen

Verschwindenlassen ist seit 2010 ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Sinne des Völkerrechts. In einer Konvention der Vereinten Nationen verpflichten sich seit 2006 Vertragsstaaten wie Kolumbien, alle Menschen vor gewaltsamem Verschwindenlassen zu schützen. Zudem verabschiedete Kolumbien 2024 das Gesetz 2364, das die suchenden Angehörigen als Men-schenrechtsverteidigerinnen anerkennt und Schutzmaßnahmen für sie vorsieht. Doch statt Unterstützung zu bekommen, erleben die verzweifelten Verwandten laut AI häufig Belästigungen, Drohungen, Stigmatisierung und physische Gewalt. Einige Frauen mussten sogar ihr Heimatland verlassen und ins Exil gehen, um ihr Leben zu retten.

Schutz durch Öffentlichkeit

Auch Cleiner Almanza wurde am 8. Juni 2026 in Cartagena zum wiederholten Mal von Unbekannten angegriffen. Sie wurde bedroht, gefoltert und erfuhr geschlechtsspezifische Gewalt. Laut AI kam sie dabei fast zu Tode. „Öffentlichkeit schützt uns und hilft, die Arbeit fortzuset-zen!“, appelliert die kolumbianische Rechtsanwältin Andrea Torres Bautista, die sich für Opfer des Verschwindenlassens und ihre Angehörige einsetzt, an uns alle.

Deshalb: Bitte nehmen Sie an unserer Protestaktion an die Generalstaatsanwältin in Kolumbien teil. Wir fordern, anlehnend an das Gesetz 2364, die Aufklärung der Angriffe auf Cleiner Almanza und die Ermittlung und Bestrafung der Auftraggeber und Täter. Haben Sie vielen Dank!

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