Venezuela: Hoffnung für politische Gefangene

Emirlendris Benítez ist seit 2018 in Haft. Sie wurde gefoltert und es wurde eine Zwangsabtreibung durchgeführt. Seitdem sitzt sie im Rollstuhl.
Die venezolanische Interimsregierung hat eine Amnestie für politische Gefangene erlassen. Hunderte kamen bisher frei – doch viele sind noch oder wieder im Gefängnis.
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  • Versorgung politischer Gefangener
  • Freilassung dieser Inhaftierten
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Amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez, c/o Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela, BERLIN

92 Days remaining
Sehr geehrte Frau Rodríguez,

Die Freilassung der Menschenrechtsverteidiger Eduardo Torres und Javier Tarazona und weiterer politischer Gefangener begrüße ich. Gleichzeitig möchte ich Sie bitten, auf die Freilassung von Emirlendris Benítez sowie aller anderen offenbar willkürlich inhaftierten Menschen hinzuwirken.

Mit Stand Februar 2026 werden immer noch mehr als 600 Menschen offenkundig aus politischen Gründen willkürlich in venezolanischen Gefängnissen festgehalten. Inhaftierte erhalten kein faires Verfahren und sind Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Auch völkerrechtliche Verbrechen wie Folter und Verschwindenlassen sind an der Tagesordnung. Bei Emirlendris Benítez wurden schwere Folter und eine Zwangsabtreibung nachgewiesen.

Sorgen Sie bitte dringend dafür, dass noch inhaftierte politische Gefangene angemessen medizinisch versorgt werden, Familienbesuche empfangen dürfen und ein faires Verfahren erhalten. Emirlendris Benítez muss sofort und bedingungslos freigelassen werden.

Hochachtungsvoll
Estimada señora Rodríguez:

Acojo con satisfacción la liberación de los defensores de los derechos humanos Eduardo Torres y Javier Tarazona, así como de otros presos políticos. Al mismo tiempo, le pido que trabaje para lograr la liberación de Emirlendris Benítez y de todas las demás personas que parecen estar detenidas arbitrariamente.

En febrero de 2026, más de 600 personas seguían detenidas arbitrariamente en prisiones venezolanas por motivos políticos evidentes.
Los detenidos no reciben un juicio justo y son víctimas de violaciones de los derechos humanos. También son habituales los delitos contra el derecho internacional, como la tortura y las desapariciones forzosas. En el caso de Emirlendris Benítez, se han demostrado graves torturas y un aborto forzado.

Por favor, asegúrese urgentemente de que los presos políticos que siguen encarcelados reciban atención médica adecuada, que puedan recibir visitas de sus familiares y que tengan un juicio justo. Emirlendris Benítez debe ser puesta en libertad de forma inmediata e incondicional.

Atentamente,
Anrede
Land

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Mit Absenden der Nachricht wird den Verantwortungsträgern eine E-Mail mit unserer gemeinsamen Forderung, Ihrer Anmerkung sowie Vorname/Nachname und Ihrer E-Mail-Adresse zugestellt.

Eduardo Torres. Emirlendris Benítez. Javier Tarazona. Drei Namen, drei Menschen, drei Schicksale – über alle haben wir in unseren Magazinen schon berichtet. Sie waren aufgrund ihrer Menschenrechtstätigkeiten oder konstruierter Vorwürfe und politisch motivierter, unfairer Verfahren seit Monaten, zum Teil seit Jahren im Gefängnis. Der Menschenrechtsanwalt Eduardo Torres seit Mai 2025, der Menschenrechtsaktivist Javier Tarazona seit 2021 und die Geschäftsfrau und Mutter Emirlendris Benítez, die im Gefängnis schwer gefoltert und bei der sogar eine Zwangsabtreibung durchgeführt wurde, seit 2018. Jetzt gibt es Mut machende Nachrichten in zwei Fällen: Eduardo Torres und Javier Tarazona wurden kürzlich freigelassen, wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtet. Jedoch ist Emirlendris Benítez noch im Gefängnis und seit der Folter auf einen Rollstuhl angewiesen. 

Amnestie hilft nicht allen

Seit der Entführung des autoritär regierenden Staatschefs Nicolás Maduro durch das US-Militär im Januar befindet sich Venezuela in einer Phase des politischen Umbruchs. Delcy Rodríguez, die zuvor Maduros Vize war, übernahm als geschäftsführende Präsidentin die Führung des Landes. Ein Grund zur Zuversicht für viele Gefangene und ihre Angehörigen ist, dass laut Vatican News seitdem hunderte politische Gefangene entlassen wurden. Grundlage ist das am 19. Februar von Rodriguez initiierte und neu erlassene General-Amnestie-Gesetz, laut dem politische Häftlinge, die seit 1999 u. a. wegen der Teilnahme an Demonstrationen willkürlich gefangen genommen wurden, frei gelassen werden sollen. Doch Menschenrechtsinitiativen sehen zugleich viele Einschränkungen und unklare Bedingungen in dem Gesetz. Derzeit harren noch rund 600 aus politischen Gründen willkürlich verhaftete Menschen in den Gefängnissen aus. 

Hungerstreik für Freilassung

„Seit der Verabschiedung des Amnestiegesetzes in Venezuela sind bislang rund 180 politische Gefangene aus der Haft entlassen worden. Das teilte die Parlamentskommission zur Umsetzung des Gesetzes mit. Zudem sei rund 3.000 Menschen Straffreiheit gewährt worden, die etwa unter Hausarrest standen oder auf Bewährung waren. Insgesamt hätten fast 4.300 Venezolaner einen Antrag auf Amnestie gestellt“, berichtete der Deutschlandfunk Ende Februar. Am 20. Februar traten über 200 Gefangene in der Hauptstadt Caracas in den Hungerstreik, wie das Nachrichtenmagazin Stern schreibt. Sie bekräftigen damit ihre Forderung, freigelassen zu werden. Zudem sei durch das Amnestiegesetz die Wiederherstellung politischer Rechte nach einer Freilassung nicht sichergestellt, wie Vatican News weiter erklärt. 

Seelische und körperliche Folter 

Viele Betroffene wurden ohne geltende Gerichtsverfahren oder rechtliche Unterstützung inhaftiert oder waren unfairen Gerichtsverfahren ausgesetzt. Schlimme humanitäre Verhältnisse, Isolationshaft, Folter und die Verweigerung medizinischer Versorgung zählen wie bei Emirlendris Benítez zum bitteren Gefängnisalltag. Die momentane Entwicklung im Land fasst die tagesschau zusammen: „Venezuela taumelt in unsicherer Zeit. Der Diktator sitzt zwar in einem Gefängnis in den USA, aber seine Stellvertreterin Delcy Rodríguez ist nahtlos aufgerückt – das Regime bleibt.“ Einige der Freigelassenen kämen sofort wieder hinter Gitter, wie die tagesschau beispielsweise von Juan Pablo Guanipa berichtet. Der Oppositionelle war im Mai 2025 festgesetzt worden. Laut Behörden soll er damals ein terroristisches Komplott geplant haben. Nur Tage nach seiner Freilassung im Februar wurde er erneut verhaftet. Die Staatsanwaltschaft erklärte, er werde unter Hausarrest gestellt, da er die Auflagen seiner Entlassung nicht eingehalten habe.

Bitte beteiligen Sie sich an unserem Protest für Menschen wie Emirlendris Benítez, die in Venezuela nach wie vor und zu Unrecht hinter Gittern sitzen sowie Folter und Gewalt ausgesetzt sind. Sie müssen vor weiterer Gewalt geschützt, medizinisch versorgt und freigelassen werden. Bitte unterzeichnen Sie unsere Protestnote an die Interimsregierung! Haben Sie vielen Dank.

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