Libanon

Trauma, Armut, Corona

Tausende Menschen in Beirut sind nach der Explosionskatastrophe traumatisiert. Es mangelt den Bewohnern an Nahrung und angesichts der Bedrohung durch Covid-19 auch an medizinischer Versorgung.
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Die Katastrophe bringt Nagham Rahbani an ihre Grenzen.
Die Katastrophe bringt Nagham Rahbani an ihre Grenzen.

Antranik Zaccak (Name geändert) schrie verzweifelt, aber niemand hörte ihn, niemand half ihm. Aus eigener Kraft gab es für den körperbehinderten 65-Jährigen kein Entkommen. Hilflos saß er in seinem Rollstuhl, während seine Nachbarn am 4. August 2020 voller Panik aus dem Haus flüchteten. Die Explosion von 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat zerstörte an diesem Tag mit einer gewaltigen Druckwelle halb Beirut. Nicht nur die Stadt wurde schwer erschüttert, sondern auch das Leben tausender Menschen. Antranik ist traumatisiert und schreckt bei jedem lauten Geräusch zusammen. „Er benötigt psychologische Hilfe, um wieder in ein normales Leben zurückzufinden“, berichtet Yasser Dawoud von unserer libanesischen Partnerorganisation Naba‘a. Gemeinsam mit Naba‘a bringt Hoffnungszeichen Antranik und vielen anderen Hilfe – psychologische Betreuung, Lebensmittel und medizinische Versorgung.

Von Albträumen verfolgt

Auch die 4-jährige Adriana Massri (Name geändert) erhält wichtige Unterstützung. Das kleine Mädchen leidet seit der Explosion unter Angstattacken, weint häufig und nässt nachts ein. Adriana will nicht mehr mit anderen Kindern spielen und spricht kaum noch. Eine psychologische Therapie ist erforderlich, aber ihre Eltern könnten sich das nicht leisten. Die Familie lebt in Armut, und Adriana und ihre Geschwister bekommen kaum ausreichend zu essen „Wir nehmen Adriana in ein psychologisches Betreuungsprogramm auf, und die Familie erhält Lebensmittel, auch damit Adrianas Immunsystem gestärkt wird. Das ist gerade wegen des Coronavirus sehr wichtig“, betont Yasser Dawoud, denn Covid-19 ist für die geschwächten Menschen in Beirut eine große Gefahr. Ihnen ist es oft nicht möglich, sich vor dem Virus zu schützen. In dieser Notsituation voller Angst und Armut blicken sie in den Abgrund, so wie Nagham Rahbani (Name geändert). Die 60-jährige Witwe kann sich kaum Essen leisten – und schon gar keine Hygieneartikel zum Schutz vor einer Infektion. Die Frau ist sichtlich verängstigt: „Ich bin ganz alleine und denke oft an den Tod. Ich möchte nicht alleine sterben!“

Liebe Leserinnen, liebe Leser, wir wollen Menschen wie Nagham Rahbani nicht alleine lassen. Durch unser Projekt helfen wir rund 1.900 Kindern sowie 450 besonders schwer von der Explosionskatastrophe betroffenen Familien und älteren Menschen. Mit Ihrer Spende stehen Sie den in größte Not Geratenen bei.

So können Sie helfen:

  • 30 € - Hygiene- und Desinfektionsartikel
  • 60 € - Nahrungsmittelpaket für eine Familie
  • 150 € - Psychosoziale Begleitung und Therapie

Vielen Dank!

Diese Hilfe im Libanon unterstützen

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