Soldaten sichern nach dem Anschlag auf die Kathedrale in Jolo mit Dutzenden Toten und über hundert Verletzten den Tatort. Der Angriff erschüttert den Friedensprozess in der Region Mindanao.
Soldaten sichern nach dem Anschlag auf die Kathedrale in Jolo mit Dutzenden Toten und über hundert Verletzten den Tatort. Der Angriff erschüttert den Friedensprozess in der Region Mindanao.
25.02.2019

Philippinen: Gefährdeter Frieden

Mehrere Anschläge mit dutzenden Toten erschütterten den Süden der philippinischen Inselgruppe Mindanao. Der Friedensprozess zwischen Christen und Muslimen ist wieder in Gefahr geraten. Unterstützen Sie unsere Protestkampagne!
Protestieren Sie für: 
  • die Verfolgung der Attentäter
  • das Festhalten am Friedensprozess
Protestieren Sie bei: 

Präsident Rodrigo Duterte, Manila/Philippinen

In Kopie an: 

Botschaft der Republik Philippinen, Frau Lillibeth Pono, Berlin

Verbleibende Zeit
39 Tage verbleibend

Sehr geehrter Herr Präsident, mit Bestürzung habe ich internationalen Medienberichten entnommen, dass es im Januar bei Anschlägen auf ein christliches und ein muslimisches Gotteshaus auf der Inselgruppe Mindanao zahlreiche Todesopfer und Verletzte gegeben hat. Ich möchte Ihnen meine Trauer und mein Mitgefühl darüber ausdrücken und Sie gleichzeitig bitten, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, die jeweiligen Täter zur Verantwortung zu ziehen. Der Friedensprozess auf Mindanao darf durch die Gewaltakte nicht in Gefahr geraten. Ich bitte Sie, Ihre Bemühungen um ein friedliches Miteinander der Bevölkerung weiterhin mit aller Kraft fortzusetzen.

Mahal na Pangulo, Ikinagugulat kong malaman mula sa international media reports na noong Enero, naganap ang pagkamatay at pagkakasugat ng marami sa mga atake sa simbahang Kristiyano at Muslim sa kapuluang Mindanao. Gusto kong ipahayag ang aking pagkalungkot at simpatiya at hihilingin din kayo na gawin ang lahat sa kapangyarihan ninyo para mapanagot ng hustisya ang mga nagkasala. Ang proseso ng kapayapaan sa Mindanao ay kailangang hindi malagay sa panganib ng mga kilos ng karahasan. Nais ko pong hilingan kayo na patuloy na magsisikap para mapalaganap ang mapayapang paninirahan ng lahat ng tao sa Mindanao hangga’t sa kayang magagawa ninyo. Taos-puso

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Der Terror kam während des Gottesdienstes: Eine Bombenexplosion in der Kathedrale in Jolo (Provinz Sulu, Inselgruppe Mindanao) am 27. Januar kostete zahlreiche Menschen das Leben und forderte viele Verletzte. Doch damit war das Grauen noch nicht vorbei. Als Rettungskräfte und Soldaten an den Ort des Verbrechens eilten, um Hilfe zu leisten, detonierte eine weitere Bombe auf dem Parkplatz vor der Kirche. Die Zahl der Opfer stieg dadurch noch einmal – insgesamt verloren 27 Menschen an diesem Sonntag ihr Leben, und über 100 wurden verletzt, berichtet Welt online.

Terror gefährdet Friedensprozess

Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich kurz darauf zu den Anschlägen und bestätigte damit schlimmste Befürchtungen, dass der fragile Friedensprozess in der Unruheregion gefährdet ist. Verschiedene Gruppierungen muslimischer Extremisten kämpfen in der Region Mindanao seit Jahrzehnten gegen die Zentralregierung und für einen eigenen muslimischen Staat. Auf den Philippinen ist die Mehrheit der Bevölkerung christlichen Glaubens, teilweise kommt es zu Spannungen zwischen Christen und der muslimischen Minderheit.

Zwischen 1970 und 2002 forderte der Bürgerkrieg auf Mindanao nach Angaben der Weltbank mindestens 120.000 Opfer, die Mehrzahl von ihnen Zivilisten. Zahlreiche Versuche, Frieden zu stiften, scheiterten, bis am 27. März 2014 die philippinische Regierung und die einflussreiche Islamische Befreiungsfront der Moros ein Friedensabkommen unterzeichneten, auf dem seitdem viele Hoffnungen ruhen. „Der Friedenspakt sieht vor, dass Christen in den von Muslimen dominierten Gebieten geschützt und eingebunden werden“, erläutert die Süddeutsche Zeitung. „Experten deuten die Gewalt als Versuch, einen Keil zwischen die Religionen zu treiben und den keimenden Frieden zu untergraben.“

Das grausame Attentat schürt die Besorgnis, dass der Frieden wieder gefährdet ist. Die philippinische Regierung bezieht deshalb deutlich Stellung. An der Totenwache von Familien der Opfer nahm auch der philippinische Staatspräsident Rodrigo Duterte teil, berichtet Welt online. Der Präsident sei „wütend“ über den Anschlag, sagte dessen Sprecher Salvador Panela der amtlichen Nachrichtenagentur PNA. Auch Papst Franziskus verurteilte die Anschläge scharf und äußerte tiefes Entsetzen. Das Auswärtige Amt sprach seine Solidarität mit dem philippinischen Volk aus. Man verurteile den „hinterhältigen“ Anschlag „auf das Schärfste“. Ein Ministeriumssprecher sagte, „feige Angriffe wie dieser“ dürften den Friedensprozess nicht gefährden. Deutschland stehe an der Seite des philippinischen Volkes. „Unsere Gedanken sind bei den zahlreichen Opfern und ihren Familien“, fügte er hinzu.

Gewalt und Gegengewalt

Zeit online berichtete wenige Tage nach dem Anschlag, dieser sei von einem Selbstmordattentäter und dessen Frau verübt worden. Der Mann habe sich während der Messe in die Luft gesprengt und seine Frau habe den Sprengsatz vor der Kirche platziert, sagte Präsident Duterte vor Journalisten in Manila. Die Frau sei flüchtig. Wenige Tage nach dem Angriff kam es erneut zu einem Anschlag auf ein Gotteshaus – diesmal auf ein muslimisches. Unbekannte feuerten Granaten auf eine Moschee. Zwei Geistliche kamen dabei ums Leben, berichtet Welt online. „Polizei und Armee warnten vor Spekulationen über einen Zusammenhang zwischen beiden Taten. Trotzdem vermuten viele, dass es sich bei dem Anschlag auf die Kamahaldikaan-Moschee in Zamboanga City um einen Racheakt handeln könnte.“

Wir wollen der philippinischen Regierung unser Beileid und unsere Unterstützung für den Friedensprozess aussprechen. Gleichzeitig bitten wir die Verantwortlichen um eine lückenlose Aufklärung der Anschläge und um ein weiteres Festhalten am Friedensprozess, der von der Bevölkerung in der Unruheregion gewünscht ist und von vielen Initiativen unterstützt wird. Mit Teilnahme an unserer Protestaktion, liebe Leserinnen und Leser, demonstrieren Sie Ihre Unterstützung für die Opfer der Anschläge und deren Angehörigen. Danke dafür!

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