Wo Armut herrscht, verstärkt sich auch die Gewalt gegen Frauen und Mädchen.  Auf den Philippinen macht sich das z. B. in einer steigenden Anzahl von Zwangs-  und Kinderehen bemerkbar. (Bild: Mädchen auf einer Müllkippe in Manila.)
Wo Armut herrscht, verstärkt sich auch die Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Auf den Philippinen macht sich das z. B. in einer steigenden Anzahl von Zwangs- und Kinderehen bemerkbar. (Bild: Mädchen auf einer Müllkippe in Manila.)
22.06.2021

Philippinen: Frauenrechte werden der Pandemie geopfert

Weltweit steigen Gewalttaten gegen Frauen und Mädchen rapide an – eine Folge der Corona-Pandemie. Auch die Zahl der Zwangs- und Kinderehen geht besorgniserregend in die Höhe. Bitte setzen Sie sich mit uns für die Rechte der philippinischen Frauen ein.
Protestieren Sie für: 
  • den Kampf gegen Zwangsehen
  • den Schutz von Frauen vor Gewalt
Protestieren Sie bei: 

Präsident Rodrigo Duterte, Manila/Philippinen

In Kopie an: 

Botschaft der Republik Philippinen, I. E. Theresa Dizon-De Vega, Berlin 

Verbleibende Zeit
15 Tage verbleibend

Etwa 15 Prozent aller verheirateten philippinischen Frauen sind bei ihrer Eheschließung minderjährig. Viele davon, wie die 13-jährige Asnaira P., die laut internationalen Medienberichten im Oktober 2020 in Mamasapano mit dem 48-jährigen Abdulrzak A. verheiratet wurde, sind noch Kinder. Da eine Scheidung laut philippinischem Gesetz nicht möglich ist, sind die Mädchen und Frauen in diesen Ehen schutzlos möglicher Gewalt, sexuellem Missbrauch und Ausbeutung ausgeliefert.
Ich bitte Sie höflich, sich energisch gegen die Praxis der Zwangsverheiratung und der Kinderehen einzusetzen und die Mädchen und Frauen auf den Philippinen vor dieser Gewalt zu schützen.

Humigit-kumulang na 15 porsyento ng lahat ng mga babaeng Pilipinang may asawa ay wala sa edad. Marami rito ay mga bata pa, tulad ng 13 taong gulang na si Asnaira P., na ipinakasal sa 48 na taong gulang na si Abdulrzak A., ayon sa ulat ng International Media nuong Oktubre, 2020 sa Mamasapano. Sa dahilang hindi posible ang diborsyo ayon sa Batas ng Pilipinas, ang mga batang babae at mga kababaihan ay walang proteksyon laban sa posibleng karahasan, pang-aabusong sekswal at pagsasamantala.
Magalang na ipinakiki-usap ko po sa inyo na sana’y labanan ninyo nang husto ang gawaing sapilitang pagpapakasal ng mga batang babae at sana ay protektahan ang mga batang babae at mga kababaihan sa Pilipinas laban sa karahasang ito.

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Mit Absenden der Nachricht wird den Verantwortungsträgern eine E-Mail mit unserer gemeinsamen Forderung, Ihrer Anmerkung sowie Vorname/Nachname und Ihrer E-Mail-Adresse zugestellt.
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35 Jahre Altersunterschied

Asnaira P. ist gerade 13 Jahre alt, eine „Kinderbraut“. Im Oktober 2020 wurde sie in der philippinischen Stadt Mamasapano mit dem 48 Jahre alten Abdulrzak A. vermählt. „Als fünfte Ehefrau soll sie sich um den Haushalt des Gatten kümmern – und um seine Kinder, die mitunter genauso alt sind wie sie“, berichtet das Nachrichtenmagazin Focus.

Scheidungen sind auf den Philippinen verboten

15 Prozent der philippinischen Frauen sind bei ihrer Hochzeit minderjährig, berichtet die Organisation Girls Not Brides (dt.: „Mädchen sind keine Bräute“). Eine Chance, aus einer solchen – in vielen Fällen von den Mädchen nicht selbst gewählten – Ehe zu entkommen, gibt es nicht. Die Philippinen sind neben dem Vatikan das einzige Land der Welt, in dem Scheidungen auch in Fällen von Gewalt oder anderen Konflikten verboten sind. Vor allem Frauen aus ländlichen, armen Gegenden mit niedrigem Bildungsgrad werden früh verheiratet.

Die weltweite Corona-Pandemie mache einen Anstieg von Kinderehen noch wahrscheinlicher, sagt Katharina Ebel, Koordinatorin der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer: „Wenn Gesellschaften in Not geraten, Familien wirtschaftliche Probleme bekommen und die Basisversorgung nicht gesichert ist, wie wir das aktuell weltweit erleben, ist das ein Nährboden für Kinderehen.“

Misshandlung, sexueller Missbrauch und Ausbeutung

Asnairas Schicksal steht damit für die in vielen Ländern zunehmende Gewalt gegen Frauen und Mädchen allgemein, denn häufig basieren diese Ehen auf Zwang. Vor Misshandlung, sexuellem Missbrauch und Ausbeutung sind die Kinder in solchen Ehen überhaupt nicht geschützt. Ein Drittel der 15- bis 49-jährigen Frauen weltweit hat – laut einem aktuellen Bericht der Weltgesundheitsorganisation – bereits körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Meist ist der Täter der eigene Partner.

Besonders in sehr armen Ländern sei sogar die Hälfte aller Frauen von Gewalt betroffen. Wie Wissenschaftlerinnen der London School of Hygiene and Tropical Medicine in einer aktuellen Studie darlegen, verstärken Umweltkatastrophen oder Krisen wie Corona das Gewaltpotenzial gegen Frauen – und das wiederum auch überwiegend in ärmeren Regionen.

Gegen Zwangsehen und Gewalt

Bitte nehmen auch Sie an dieser Protestaktion teil: Fordern sie damit ein Verbot von Zwangs- und Kinderehen auf den Philippinen und sprechen Sie sich gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen aus. Wir danken Ihnen im Namen der Betroffenen!

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