Die pakistanische Telekommunikationsaufsicht PTA warnt Handy-Nutzer mit dieser Nachricht davor, „blasphemische“ Inhalte zu verbreiten und ruft zur Meldung solcher Inhalte auf.
Die pakistanische Telekommunikationsaufsicht PTA warnt Handy-Nutzer mit dieser Nachricht davor, „blasphemische“ Inhalte zu verbreiten und ruft zur Meldung solcher Inhalte auf.
24.10.2017

Pakistan: Todesstrafe wegen eines Gedichtes

Der Vorwurf der Blasphemie kann ein Todesurteil bedeuten. Ein junger Christ wurde jetzt verurteilt, rund 40 weitere Menschen sitzen ebenfalls im Todestrakt. Bitte unterstützen Sie unsere Protestaktion.
Protestieren Sie für: 
  • die Freilassung von Nadeem James
  • die Abschaffung des Blasphemieparagraphen
Protestieren Sie bei: 

Präsident Mamnoon Hussain, Islamabad/Pakistan

In Kopie an: 

Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, S. E. Herrn Jauhar Saleem, Berlin
 

Verbleibende Zeit
Am 31.12.2017 abgelaufen

Sehr geehrter Herr Präsident, ich mache mir große Sorgen um Nadeem James (24). Laut Presseberichten wurde er wegen Blasphemie zum Tode verurteilt, weil er mit seinem Mobiltelefon ein Gedicht verschickt hat. Ich bitte Sie höflich, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, die Aufhebung des Urteils und die Freilassung von Nadeem James zu erreichen. Bitte führen Sie Reformen des Blasphemiegesetzes durch mit dem Ziel, es abzuschaffen. Sorgen Sie dafür, dass wirksame Sicherheitsmaßnahmen einen Missbrauch des Gesetzes unmöglich machen.

جناب صدر صاحب،
میں ندیم جیمز ) 24 سال( کے بارے میں بہت پریشان ہوں۔ میڈیا رپورٹس کے
مطابق ان کو توہین مذہب کی وجہ سے موت کی سزا دی گئ ہے کیونکہ انہوں
نے اپنے موبائل فون پر ایک نظم بھیجا تھا۔
میں آپ سے احترامانہ درخواست کرتا/کرتی ہوں کہ اپنی پوری طاقت کا
استعمال کرکے اس سزا کو ختم کریں اور ندیم جیمز کو رہا کریں۔ برائے
مھربانی توہین رسالت کے قوانین میں ان کو ختم کرنے کے مقصد کے ساتھ
اصلاحات کریں۔ اس بات کو یقینی بنائیں کہ مؤثر حفاظتی انتظامات کے
ذریعے ان قوانین کا غلط استعمال ناممکن ہوجائے۔
آپ کا مخلص

Millionen Menschen verschicken jeden Tag über ihr Mobiltelefon Sprüche oder Gedichte. Besonders junge Leute tun so etwas oft – auch in Pakistan. Nadeem James (24), ein Christ aus Yaqoobabad, wurde wegen eines solchen Gedichtes zum Tode verurteilt. Das Gericht in Gujrat (Bundesstaat Punjab) urteilte in erster Instanz, der Inhalt sei blasphemisch gewesen, wie der Nachrichtendienst Al Jazeera berichtet. Ein Freund der Familie des jungen Christen hatte bei der Polizei in Sarai Alamgir Anzeige erstattet, und wurde dabei von zwei muslimischen Imamen unterstützt.

Schwestern des Angeklagten wurden geschlagen

Aufgrund des sogenannten Blasphemieparagraphen (Artikel 295a und 295c des pakistanischen Strafrechts) sitzen laut der Kommission für Menschenrechte in Pakistan aktuell rund 40 Angeklagte in den Todestrakten pakistanischer Gefängnisse. Zudem seien seit 1990 insgesamt 71 Personen ohne Gerichtsurteil von extremistischen Gruppen oder Einzelpersonen wegen angeblicher Blasphemie ermordet worden. Dabei könnten schon eine harmlose Äußerung oder das Entfernen von Seiten aus einem Koran als Blasphemie beurteilt werden. „Der Vorwurf der Blasphemie ist nicht selten – und immer bedeutet er das Ende einer Existenz. Entweder muss der Beschuldigte für den Rest seines Lebens untertauchen, aus Angst vor Lynchjustiz, oder er landet im Gefängnis“, schreibt SPIEGEL ONLINE. Auch Nadeem James versuchte aus Angst zu fliehen. In seiner Abwesenheit nahmen die Polizeibeamten zwei seiner Familienangehörigen fest, berichtet World Watch Monitor. Daraufhin stellte er sich und wurde zum Tode verurteilt.

Die Auswirkungen des pakistanischen Blasphemiegesetzes treffen sowohl Muslime als auch Menschen anderer Glaubensrichtungen. Wir haben schon oft gegen dieses Gesetz protestiert und wollen es wieder tun. Bitte beteiligen Sie sich an unserer Protestkampagne und stehen Sie Nadeem James und den anderen Verurteilten bei. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

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