In den Ostergottesdiensten in Lahore wurden viele Gebete auch für das christliche Ehepaar gesprochen, das seit acht Jahren wegen Blasphemie im Gefängnis ist.
In den Ostergottesdiensten in Lahore wurden viele Gebete auch für das christliche Ehepaar gesprochen, das seit acht Jahren wegen Blasphemie im Gefängnis ist.
21.04.2021

Pakistan: Zum Tode verurteilt - erfolgreich abgeschlossen!

Weil zwei Christen gegen die Blasphemie-Vorschriften verstoßen haben sollen, saßen sie neun Jahre im Gefängnis und warteten in der Todeszelle auf eine faire Berufungsverhandlung. Unser Engagement hatte Wirkung. Lesen Sie mehr dazu.
Protestieren Sie für: 
  • die Freilassung der Eheleute
  • den Schutz der christlichen Minderheit
Protestieren Sie bei: 

Premierminister Imran Khan, Islamabad/Pakistan

In Kopie an: 

Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, S.E. Herr Mohammad Faisal, Berlin

Teilnehmer
114 haben bereits protestiert
Verbleibende Zeit
Am 30.06.2021 abgelaufen

Shafqat Emmanuel und Shagufta Kausar sind ein christliches Paar, das 2014 wegen „Blasphemie“ zum Tode verurteilt wurde. Sie sollen „blasphemische“ Textnachrichten an einen muslimischen Kleriker geschickt haben. Das Paar bestreitet sämtliche Vorwürfe. Pakistans Rechtsvorschriften zur Bekämpfung von Blasphemie verletzen sowohl in ihrem Inhalt als auch in ihrer Anwendung die Menschenrechtsverpflichtungen des Landes. Diese Vorschriften entsprechen nicht den Menschenrechtsnormen und -standards, und es fehlen wesentliche Schutzmechanismen, die das Risiko einer missbräuchlichen Anwendung minimieren würden. Ich fordere Sie höflich auf, dafür zu sorgen, dass Shafqat Emmanuel und Shagufta Kausar umgehend und bedingungslos freigelassen werden. Ich vertrete die Auffassung, dass die pakistanischen Rechtsvorschriften zur Bekämpfung von Blasphemie die Rechte Angehöriger religiöser Minderheiten grundlegend beschränken. Deshalb bitte ich Sie, alles in Ihrer Macht Stehende zu unternehmen, damit diese Rechtsvorschriften aufgehoben werden.

Shafqat Emmanuel and Shagufta Kausar are a Christian couple who were sentenced to death for „blasphemy“ in 2014. They allegedly sent „blasphemous“ text messages to a Muslim cleric. The couple deny all charges. Pakistan's blasphemy legislation violates the country's human rights obligations in both its content and application. These provisions do not meet human rights norms and standards and lack essential safeguards that would minimise the risk of misuse. I respectfully request that you ensure that Shafqat Emmanuel and Shagufta Kausar are released immediately and unconditionally. It is my view that Pakistan's anti-blasphemy legislation fundamentally restricts the rights of persons belonging to religious minorities. I therefore ask you to do everything in your power to ensure that this legislation is repealed.

Update: Gericht hebt Urteil auf!

Die Anhörung des christlichen Ehepaars Shagufta Kausar und Shafqat Emmanuel war für April 2020 angesetzt und wurde ein Dutzend Mal verschoben. Jetzt hat das Oberste Gericht in der Stadt Lahore das Todesurteil des Ehepaars nach dreitägiger Verhandlung aufgehoben und es freigesprochen. Vielen Dank für Ihre Teilnahme an der Protestkampagne!

Neun Jahre in der Todeszelle

Neun Jahre saßen die beiden Christen im Gefängnis. Zu Unrecht, wie Medien und Hilfsorganisationen berichten. „Sie hätten nie inhaftiert werden dürfen“, schreibt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai). „Der Fall ist eindeutig ein Konstrukt“, erklärte einer der Anwälte des Paares gegenüber Vatican News. Shagufta Kausar und Shafqat Emmanuel warteten – getrennt in zwei weit voneinander entfernten Gefängnissen, ohne Kontakt zu ihren Kindern – auf die Berufungsverhandlung vor dem Obersten Gerichtshof in Lahore.

Am 21. Juli 2013 wurden sie in ihrer Heimatstadt Gojra, Provinz Punjab, verhaftet. Das Ehepaar wurde beschuldigt, per Handy blasphemische Textnachrichten an den muslimischen Kleriker Muhammad Hussain verschickt zu haben. Ein Jahr später, am 4. April 2014, verurteilte ein Gericht die Eheleute nach den Rechtsvorschriften zur Bekämpfung der Gotteslästerung zum Tode: Wegen Beleidigung des Korans und des Propheten sollten die Eltern von vier Kindern gehängt werden. 

Analphabeten zum Versand blasphemischer SMS beschuldigt

Bekannt ist, dass die Eheleute Analphabeten sind. Sie können kaum Urdu schreiben, Englisch beherrschen sie nicht. Shagufta Kausar gab an, ihr Handy im Juni 2013 verloren zu haben. Die SMS an den muslimischen Geistlichen im Juli 2013 aber sollen in englischer Sprache geschrieben und von Shaguftas Mobiltelefon verschickt worden sein.

Bereits vor der Verhaftung ist die Situation der Familie prekär: Nach einem Unfall 2004 ist Vater Shafqat Emmanuel querschnittgelähmt, er sitzt im Rollstuhl. Mutter Shagufta Kausar hält als Haushaltshilfe die Familie über Wasser.

Laut dem irisch-christlichen Internetportal churchinchains.ie litten die Eheleute unter Depressionen. Der schwerbehinderte Shafqat gab an, sein Geständnis sei unter Folter vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder erzwungen worden. Der Mann, der nur liegen kann, litt an offenen Druckwunden. Der derzeitige Anwalt des Paares Saif ul Malook war laut evangelisch.de sehr besorgt: Shafqat sei abgemagert und bekomme nicht die erforderliche medizinische Versorgung.

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