In den Ostergottesdiensten in Lahore wurden viele Gebete auch für das christliche Ehepaar gesprochen, das seit acht Jahren wegen Blasphemie im Gefängnis ist.
In den Ostergottesdiensten in Lahore wurden viele Gebete auch für das christliche Ehepaar gesprochen, das seit acht Jahren wegen Blasphemie im Gefängnis ist.
21.04.2021

Pakistan: Zum Tode verurteilt

Weil zwei Christen gegen die Blasphemie-Vorschriften verstoßen haben sollen, sitzen sie seit acht Jahren im Gefängnis. Seit 2014 warten die Eheleute in der Todeszelle auf eine faire Berufungsverhandlung. Bitte engagieren Sie sich mit uns für christliche Minderheiten in Pakistan!
Protestieren Sie für: 
  • die Freilassung der Eheleute
  • den Schutz der christlichen Minderheit
Protestieren Sie bei: 

Premierminister Imran Khan, Islamabad/Pakistan

In Kopie an: 

Botschaft der Islamischen Republik Pakistan, S.E. Herr Mohammad Faisal, Berlin

Verbleibende Zeit
54 Tage verbleibend

Shafqat Emmanuel und Shagufta Kausar sind ein christliches Paar, das 2014 wegen „Blasphemie“ zum Tode verurteilt wurde. Sie sollen „blasphemische“ Textnachrichten an einen muslimischen Kleriker geschickt haben. Das Paar bestreitet sämtliche Vorwürfe. Pakistans Rechtsvorschriften zur Bekämpfung von Blasphemie verletzen sowohl in ihrem Inhalt als auch in ihrer Anwendung die Menschenrechtsverpflichtungen des Landes. Diese Vorschriften entsprechen nicht den Menschenrechtsnormen und -standards, und es fehlen wesentliche Schutzmechanismen, die das Risiko einer missbräuchlichen Anwendung minimieren würden. Ich fordere Sie höflich auf, dafür zu sorgen, dass Shafqat Emmanuel und Shagufta Kausar umgehend und bedingungslos freigelassen werden. Ich vertrete die Auffassung, dass die pakistanischen Rechtsvorschriften zur Bekämpfung von Blasphemie die Rechte Angehöriger religiöser Minderheiten grundlegend beschränken. Deshalb bitte ich Sie, alles in Ihrer Macht Stehende zu unternehmen, damit diese Rechtsvorschriften aufgehoben werden.

Shafqat Emmanuel and Shagufta Kausar are a Christian couple who were sentenced to death for „blasphemy“ in 2014. They allegedly sent „blasphemous“ text messages to a Muslim cleric. The couple deny all charges. Pakistan's blasphemy legislation violates the country's human rights obligations in both its content and application. These provisions do not meet human rights norms and standards and lack essential safeguards that would minimise the risk of misuse. I respectfully request that you ensure that Shafqat Emmanuel and Shagufta Kausar are released immediately and unconditionally. It is my view that Pakistan's anti-blasphemy legislation fundamentally restricts the rights of persons belonging to religious minorities. I therefore ask you to do everything in your power to ensure that this legislation is repealed.

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Mit Absenden der Nachricht wird den Verantwortungsträgern eine E-Mail mit unserer gemeinsamen Forderung, Ihrer Anmerkung sowie Vorname/Nachname und Ihrer E-Mail-Adresse zugestellt.
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Verhaftet und zum Tode verurteilt

Am 21. Juli 2013 werden Shagufta Kausar und Shafqat Emmanuel in ihrer Heimatstadt Gojra, Provinz Punjab, verhaftet. Das Ehepaar wird beschuldigt, per Handy blasphemische Textnachrichten an den muslimischen Kleriker Muhammad Hussain verschickt zu haben.

Ein Jahr später, am 4. April 2014, verurteilt ein Gericht die Eheleute nach den Rechtsvorschriften zur Bekämpfung der Gotteslästerung zum Tode: Wegen Beleidigung des Korans und des Propheten sollen die Eltern von vier Kindern gehängt werden. 

Seit acht Jahren sitzen die beiden Christen im Gefängnis. Zu Unrecht, wie Medien und Hilfsorganisationen berichten. „Sie hätten nie inhaftiert werden dürfen“, schreibt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai). „Der Fall ist eindeutig ein Konstrukt“, erklärte einer der Anwälte des Paares gegenüber Vatican News. Bis heute warten Shagufta Kausar und Shafqat Emmanuel – getrennt in zwei weit voneinander entfernten Gefängnissen, ohne Kontakt zu ihren Kindern – auf die Berufungsverhandlung vor dem Obersten Gerichtshof in Lahore.

Analphabeten zum Versand blasphemischer SMS beschuldigt

Bekannt ist, dass die Eheleute Analphabeten sind. Sie können kaum Urdu schreiben, Englisch beherrschen sie nicht. Shagufta Kausar gibt an, ihr Handy im Juni 2013 verloren zu haben. Die SMS an den muslimischen Geistlichen im Juli 2013 aber sollen in englischer Sprache geschrieben und von Shaguftas Mobiltelefon verschickt worden sein.

Bereits vor der Verhaftung ist die Situation der Familie prekär: Nach einem Unfall 2004 ist Vater Shafqat Emmanuel querschnittgelähmt, er sitzt im Rollstuhl. Mutter Shagufta Kausar hält als Haushaltshilfe die Familie über Wasser.

Anhörung ein Dutzend Mal verschoben

Die Anhörung der beiden, für April 2020 angesetzt, wurde ein Dutzend Mal verschoben. Laut dem irisch-christlichen Internetportal churchinchains.ie leiden die Eheleute unter Depressionen. Der schwerbehinderte Shafqat gibt an, sein Geständnis sei unter Folter vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder erzwungen worden. Der Mann, der nur liegen kann, leidet an offenen Druckwunden. Der derzeitige Anwalt des Paares Saif ul Malook ist laut evangelisch.de sehr besorgt: Shafqat sei abgemagert und bekomme nicht die erforderliche medizinische Versorgung.

Druck auf die pakistanische Regierung wächst

Der Fall geht derzeit durch die internationale Presse. Der Druck auf die pakistanische Regierung wächst.

Bitte helfen auch Sie mit: Fordern Sie zusammen mit uns die Freilassung von Shafqat Emmanuel und Shagufta Kausar! Erinnern Sie die pakistanische Regierung mit Ihrer Protestnote daran, dass die geltenden Blasphemie-Vorschriften die Menschenrechtsverpflichtungen Pakistans verletzen.

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