Der seit Juni 2018 amtierende Präsident Iván Duque will sich für Personengruppen einsetzen, welche durch organisierte Kriminalität besonders gefährdet sind.
Der seit Juni 2018 amtierende Präsident Iván Duque will sich für Personengruppen einsetzen, welche durch organisierte Kriminalität besonders gefährdet sind.
26.03.2019

Kolumbien: Junger Pastor erschossen

Die organisierte Kriminalität in Kolumbien geht rücksichtslos gegen Menschen vor, die sich ihnen durch soziales Engagement oder Menschenrechtsarbeit in den Weg stellen. Mit unserer Protestkampagne möchten wir gemeinsam die Aufklärung des Mordes an Pastor Leider Molina fordern.
Protestieren Sie für: 
  • die Aufklärung des Mordes
  • die Bestrafung der Täter
Protestieren Sie bei: 

Präsident Iván Duque, Bogotá/Kolumbien

In Kopie an: 

Botschaft der Republik Kolumbien, S. E. Herrn Hans-Peter Knudsen Quevedo, Berlin

Verbleibende Zeit
Am 26.05.2019 abgelaufen

Sehr geehrter Herr Präsident, am 9. Februar wurde in Caucasia der 24-jährige Pastor Leider Molina vor seiner Kirche erschossen. Die Täter konnten laut Medienberichten bisher nicht ermittelt werden. Ich bitte Sie höflich, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, die Verantwortlichen für diesen Mord zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen. Bitte setzen Sie sich darüber hinaus verstärkt für die Menschen in Ihrem Land ein, die aufgrund ihres sozialen, politischen oder religiösen Engagements in das Visier des organisierten Verbrechens geraten. Vielen Dank!

Estimado Sr. Presidente: El 9 de febrero fue baleado de muerte frente a su iglesia, en Caucasia, el pastor de 24 años Leider Molina. Según informes de los medios, aún no han podido determinarse los autores. Le solicito amablemente que haga todo lo que esté a su alcance para determinar los responsables de este asesinato y llevarlos ante la Justicia. Le solicito, además, interceder más intensamente en favor de las personas en su país que en virtud de su compromiso social, político o religioso están en la mira del crimen organizado. ¡Muchas gracias! Atentamente

Der Gottesdienst war zu Ende, die Gemeindemitglieder waren schon heimgekehrt. Als der junge Pastor Leider Molina am Samstagabend, den 9. Februar, seine Kirche in der Stadt Caucasia im Nordwesten Kolumbiens verließ, fielen fünf Schüsse. Der 24-jährige leidenschaftliche Seelsorger brach tödlich getroffen zusammen. „Nach seinem Tod sind Christen in der Gegend verängstigt. Einige von ihnen haben als ganze Familien die Flucht ergriffen. Andere haben sich entschieden zu bleiben und hoffen auf das Eingreifen der Behörden, um ihre Sicherheit zu gewährleisten“, berichtet das christliche Nachrichtenmagazin Open Doors.

Tötungsdelikte häufen sich

Wer die Täter sind, ist bisher nicht bekannt. Der Bundesstaat Antioquia, in dem das Verbrechen geschah, wird vom Auswärtigen Amt als gefährliche Region eingestuft . Zwar habe sich die Sicherheitslage für die kolumbianische Bevölkerung in den letzten Jahren verbessert, weil es Friedensgespräche zwischen der Regierung und den Guerillaorganisationen ELN und FARC gibt. Allerdings seien Gruppen aus dem Bereich
der organisierten Kriminalität weiterhin für Gewalttaten und Bandenkriege verantwortlich. „Die genannten Gruppierungen sind in vielfältigen Deliktsfeldern (Drogenökonomie, illegaler Bergbau, Schmuggel, Erpressung, Entführung, Anschläge, Gewalt- und Tötungsdelikte usw.) aktiv und gehen aggressiv gegen Eindringlinge bzw. potentielle Opfer vor“, fasst das Auswärtige Amt zusammen.

Dass auch engagierte Christen im Fokus gezielter Verbrechen stehen, zeigt nicht nur der Mord an Leider Molina, sondern auch ein weiterer tödlicher Anschlag. Bereits im vergangenen September war in der Region Pastor Hector Galarza (Name zum Schutz seiner Angehörigen geändert) vor den Augen seiner Familie ermordet worden, wie Open Doors berichtet. Seit 2016 und trotz des fortgeschrittenen Friedensprozesses haben Morde an Personen, die sich für soziale Belange oder den Schutz der Menschenrechte einsetzen, massiv zugenommen, so das Auswärtige Amt. Die im Frühjahr 2018 gewählte neue Regierung unter Präsident Iván Duque hat erklärt, sich für einen besseren Schutz dieses besonders gefährdeten Personenkreises einsetzen zu wollen.

Wir fordern mit unserer Protestaktion von den lokalen Behörden und der kolumbianischen Regierung eine lückenlose Aufklärung des Mordes an Leider Molina. Danke, dass Sie sich beteiligen.

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