Indien: 14-jähriger Christ ermordet

23.07.2020
Christen und Muslime protestieren am 29. Februar im pakistanischen Quetta  gegen die Angriffe auf religiöse Minderheiten in Indien. Zuvor war es in Delhi zu  schweren Ausschreitungen mit 27 Toten gekommen.
Ein zum Christentum konvertierter Schüler wurde im Juni brutal getötet. Auch in den Monaten zuvor kam es immer wieder zu Überfällen auf Christen. Mit unserer Protestkampagne möchten wir die Wahrung der Religionsfreiheit in Indien einfordern.
  • eine Strafverfolgung der Täter
  • die Wahrung der Religionsfreiheit

Präsident Ram Nath Kovind, New Delhi, India

Botschaft der Republik Indien, I. E. Frau Mukta Dutta Tomar, Berlin

Am 30.09.2020 abgelaufen
Sehr geehrter Herr Präsident, mit Entsetzen habe ich vom gewaltsamen Tod des 14-jährigen Christen Sombaru Madkami Kenntnis erhalten. Der Junge wurde laut Medienberichten in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni im Bezirk Malkangiri, Bundesstaat Odisha, von hinduistischen Extremisten ermordet. Die Täter wurden bereits festgenommen. Ich bitte Sie höflich, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, damit die Justiz dieses Verbrechen aufklärt und die Täter zur Rechenschaft zieht. Weiterhin bitte ich Sie, sich für die Religionsfreiheit und den Schutz aller Religionsgemeinschaften in Indien stark zu machen. Hochachtungsvoll
Dear Mr. President, I was horrified to learn of the violent death of Sombaru Madkami, a 14-year-old Christian. The boy was murdered by Hindu extremists in the night of 4-5 June in Malkangiri District, Odisha state, according to media reports. The perpetrators have already been arrested. I kindly ask you to do everything in your power to ensure justice is served in this case and that the perpetrators are held accountable. Furthermore, I ask you to stand up for religious freedom and the protection of all religious communities in India. Sincerely

Am Abend des 4. Juni war der 14-jährige Sombaru Madkami alleine. Der Vater des Halbwaisen war nicht zu Hause, als Dorfbewohner seines Heimatorts Kenduguda (Bezirk Malkangiri, Bundesstaat Odisha) an die Haustür klopften. Begleitet wurden sie von bewaffneten ortsfremden Hindu-Extremisten. Sie überredeten Sombaru, sie zu einem Treffen zu begleiten. Dann kam es zu einem schweren Verbrechen: Auf dem Weg zu dem Treffen fielen die Radikalen über den vor drei Jahren konvertierten Jungen her, töteten ihn mit Stöcken und Messern und vergruben seinen Leichnam anschließend auf einem Hügel. Das berichtete Sajan K. George, Präsident der Organisation Global Council of Indian Christians, dem Portal AsiaNews. Der Gemeindepastor Bijay wandte sich am nächsten Morgen mit einer Vermisstenanzeige an die Polizei. Die Täter konnten daraufhin gefasst und die Leiche des Jungen geborgen werden. Den ermordeten Jugendlichen bezeichnete der Gemeindepastor Bijay aus Kenduguda gegenüber der Hilfsorganisation Persecution Relief als sehr engagierten Christen. Er habe den Kindern und Jugendlichen im Dorf Bibelgeschichten erzählt.

Die Gewalt gegen Christen reißt nicht ab

Schon 2015 war ein Pastor im benachbarten Bundesstaat Jharkhand ermordet worden. Mitte April 2020 griffen offenbar dieselben Täter seine Tochter, die Christin Neelam Purty, an und schossen auf sie, wie die christliche Menschenrechtsorganisation Open Doors berichtet. Die junge Frau überlebte. Laut Neelams Familienangehörigen riefen die Angreifer: „Der Pastor wurde getötet, aber ihr habt eure Lektion nicht gelernt. Ihr habt euch weiterhin in großer Zahl zu christlichen Gebeten versammelt. Wo ist die Frau, die als Spionin arbeitet?“

Christen und Muslime protestieren am 29. Februar im pakistanischen Quetta  gegen die Angriffe auf religiöse Minderheiten in Indien. Zuvor war es in Delhi zu  schweren Ausschreitungen mit 27 Toten gekommen.
Christen und Muslime protestieren am 29. Februar im pakistanischen Quetta gegen die Angriffe auf religiöse Minderheiten in Indien. Zuvor war es in Delhi zu schweren Ausschreitungen mit 27 Toten gekommen.

Einen Monat später, im Mai 2020, wurde der Christ Kama Sodi überfallen, ausgeplündert und mit Stöcken brutal niedergeschlagen. Er kam mit ernsthaften inneren und äußeren Verletzungen ins Krankenhaus in Malkangiri, wo er eine Woche lang behandelt wurde, wie Sajan K. George weiter erklärt. Schon seit drei Jahren wiegelten Radikale mit Hass die Dörfer um Kenduguda auf.

Bitte erheben Sie Ihre Stimme für religiösen Minderheiten in Indien: Unterstützen Sie unsere Online-Protestkampagne, und setzen Sie sich gemeinsam mit uns dafür ein, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Protestieren Sie für die Wahrung der Religionsfreiheit in Indien! Vielen Dank.

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