Etwa die Hälfte der Eritreer sind Christen. In den staatlich anerkannten Kirchen  können sie ihren Glauben relativ frei leben. Anhänger nicht anerkannter Kirchen  werden verfolgt und oft jahrelang eingesperrt.
Etwa die Hälfte der Eritreer sind Christen. In den staatlich anerkannten Kirchen können sie ihren Glauben relativ frei leben. Anhänger nicht anerkannter Kirchen werden verfolgt und oft jahrelang eingesperrt.
22.10.2020

Eritrea: 27 Christen befreit

Hunderte Menschen sitzen wegen ihres christlichen Glaubens seit Jahren ohne Gerichtsverfahren hinter Gittern. 27 Christen hat die eritreische Regierung im September freigelassen. Wir fordern eine Fortsetzung dieses Kurses!
Protestieren Sie für: 
  • die Freilassung aller inhaftierter Christen
  • die Wahrung der Religionsfreiheit
Protestieren Sie bei: 

Präsident Isaias Afwerki, c/o Botschaft des Staates Eritrea, Yohannes Woldu Habtemikael (Geschäftsträger a. i.), Berlin

Verbleibende Zeit
30 Tage verbleibend

Sehr geehrter Herr Präsident, mit Erleichterung habe ich der internationalen Presse entnommen, dass im September 27 Christen gegen Kaution aus dem Gefängnis freigelassen wurden. Doch noch immer befinden sich hunderte Menschen nur aufgrund ihrer Religion in Haft. Angehörige religiöser Gruppen, die keiner staatlich registrierten Kirche angehören, werden in Eritrea systematisch verfolgt. Ich bitte Sie höflich, sich mit aller Kraft für die Religionsfreiheit und für die Rechte religiöser Minderheiten in Eritrea einzusetzen und darauf hinzuwirken, dass Personen, die aufgrund der Ausübung ihrer Religion inhaftiert wurden, freigelassen werden. Hochachtungsvoll

Dear Mr. President, I have read – with relief – in the international press that 27 Christians had been released on bail from prison in September. Hundreds of people are however still being imprisoned exclusively due to their religion. Members of religious groups who do not belong to a state-registered church are systematically being persecuted in Eritrea. I want to ask you kindly to do all you can to plead for religious liberty and for the rights of religious minorities to work towards the release of all captives imprisoned for practising their religion. Yours sincerely

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Mit Absenden der Nachricht wird den Verantwortungsträgern eine E-Mail mit unserer gemeinsamen Forderung, Ihrer Anmerkung sowie Vorname/Nachname und Ihrer E-Mail-Adresse zugestellt.
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Wie grausam Christen, die keiner staatlich anerkannten Kirche angehören, teilweise in Eritrea verfolgt und behandelt werden, zeigt die Geschichte von Shiden*: Der heute 30-Jährige verbrachte zehn Jahre seines Lebens im Gefängnis – weil er einem geheimen Gottesdienst lauschte. 2017 wurde er ohne Begründung freigelassen. Bis auf die Knochen abgemagert, stotternd und unter starken Depressionen leidend, wie seine Mutter und sein Bruder dem christlichen Hilfswerk Open Doors erzählten. Sie mussten Tag und Nacht aufpassen, dass er sich nichts antat.

Regelmäßige Menschenrechtsverletzungen

Ähnlich wie Shiden erging es auch 19 Männern und acht Frauen, die evangelikalen und Pfingstkirchen angehören: Jahrelang saßen sie wegen ihres Glaubens ohne Gerichtsverfahren hinter Gittern. Im September hat die eritreische Regierung die 27 Christen nun gegen Kaution freigelassen. Ein Zeichen der Hoffnung?

Rund 49 Prozent der Bevölkerung sind christlichen Glaubens, die Mehrheit folgt der Eritreisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche. Neben dem Katholizismus erkennt Eritrea nur drei weitere Konfessionen an. Christen, die einer nicht staatlich anerkannten Religionsgemeinschaft angehören, werden seit Jahren verfolgt und verhaftet. Erst 2019 waren in der Hauptstadt Asmara mindestens 150 Christen inhaftiert worden (wir berichteten).

Etwa die Hälfte der Eritreer sind Christen. In den staatlich anerkannten Kirchen  können sie ihren Glauben relativ frei leben. Anhänger nicht anerkannter Kirchen  werden verfolgt und oft jahrelang eingesperrt.
Etwa die Hälfte der Eritreer sind Christen. In den staatlich anerkannten Kirchen können sie ihren Glauben relativ frei leben. Anhänger nicht anerkannter Kirchen werden verfolgt und oft jahrelang eingesperrt.

Seit 1993 regiert Präsident Isaias Afwerki das Land autoritär. Bis heute gibt es keine Verfassung. Sowohl die Vereinten Nationen (VN) als auch Kirchenvertreter und Aktivisten werfen dem Regime regelmäßig Menschenrechtsverletzungen vor. Der Weltverfolgungsindex 2020 von Open Doors sieht Eritrea an sechster Stelle der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Hunderte Gläubige sind nach Informationen des Hilfswerks seit vielen Jahren im Gefängnis eingesperrt, Tausende für kürzere Zeit. Unter den Verhafteten sind sogar Kinder. Tausende Menschen fliehen laut VN jedes Jahr aus dem Land.

Wir sind dankbar für die Freilassung der Christen! Doch noch immer befinden sich Hunderte in Haft. In unserer Protestnote an den eritreischen Präsidenten bitten wir darum, auch die anderen Gläubigen freizulassen und weitere Verhaftungen zu verhindern. Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Teilnahme!

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