Schon seit Jahren kämpfen Angehörige des uigurischen Volksstammes gegen ihre zunehmende Unterdrückung und Verfolgung in China, wie hier auf einer Demonstration in Berlin 2009.
Schon seit Jahren kämpfen Angehörige des uigurischen Volksstammes gegen ihre zunehmende Unterdrückung und Verfolgung in China, wie hier auf einer Demonstration in Berlin 2009.
24.04.2019

China: Millionenfache Umerziehung

In der Provinz Xinjiang werden Religionsfreiheit und kulturelle Selbstbestimmung der Uiguren und anderer Minderheiten extrem eingeschränkt. Bitte setzen Sie sich für ein Ende der Internierung und "Umerziehung" ein.
Protestieren Sie für: 
  • die Freilassung der Internierten
  • Religionsfreiheit
Protestieren Sie bei: 

Präsident Xi Jinping, Beijing/China

In Kopie an: 

Botschaft der Volksrepublik China, S. E. Herrn Shi Mingde, Berlin

Verbleibende Zeit
Am 30.06.2019 abgelaufen

Sehr geehrter Herr Präsident, ich entnehme internationalen Medienberichten mit großer Besorgnis, dass hunderttausende Angehörige der Volksgruppe der Uiguren in der Provinz Xinjiang in Umerziehungslagern interniert sind. Ich bitte Sie höfl ich, die Religions- und Meinungsfreiheit in China zu schützen und sich vor allem an die Richtlinien der Rassendiskriminierungskonvention der Vereinten Nationen zu halten, die China ratifiziert hat. Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass Menschen, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Volksgruppe oder Religion interniert sind, sofort freigelassen werden.

尊敬的主席先生:
从国际媒体报道中我了解到,在新疆有数十万的维吾尔族人被关押在劳教所,这让我感到非常的忧心。
在此,我礼貌地请求您保护中国的宗教和言论自由,特别是请遵守中国批准的“联合国种族歧视公约”。请您帮助那些因特定的种族或宗教信仰而被拘禁的人员,让他们能够立即获释。
此致

„Die Lagerinsassen müssen täglich stundenlang kommunistische Lieder singen, Parteipropaganda auswendig lernen und die chinesische Sprache büffeln. (…) Wer seine Lektion nicht auswendig gelernt hat oder Anweisungen nicht befolgt, wird bestraft mit Nahrungsentzug und Einzelhaft, teilweise auch geschlagen und gefoltert. (…) Besonders für alte Menschen oder Personen mit körperlichen Gebrechen sind diese Haftbedingungen unerträglich. (…).“ Sozialwissenschaftler Adrian Zenz hat in seinen penibel recherchierten Forschungsberichten das ganze Ausmaß der Unterdrückung religiöser Gruppen in China offengelegt. Insgesamt etwa eine Million Menschen, der allergrößte Teil von ihnen Angehörige des Volkes der Uiguren, seien in mehr als 1.000 Lagern in der Region Xinjiang interniert, so Zenz am 28. Februar gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Innerhalb und auch außerhalb der Lager wird  die Bevölkerung mit modernsten elektronischen Mitteln totalüberwacht.

Christen gelten als Unruhestifter

Viele Uiguren sind Muslime, die besonders im Fokus der Verfolgung stehen, aber es gibt auch eine ganze Anzahl Christen unter ihnen. Sie wiederum seien als „Minderheit in der Minderheit“ zusätzlicher Härte ausgesetzt, berichtet die christliche Nachrichtenagentur Open Doors. Sowohl aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit als auch wegen ihres Glaubens würden sie „als Unruhestifter in einer ohnehin aufrührerischen Volksgruppe“ gelten.

Schon seit Jahren kämpfen Angehörige des uigurischen Volksstammes gegen ihre zunehmende Unterdrückung und Verfolgung in China, wie hier auf einer Demonstration in Berlin 2009.
Schon seit Jahren kämpfen Angehörige des uigurischen Volksstammes gegen ihre zunehmende Unterdrückung und Verfolgung in China, wie hier auf einer Demonstration in Berlin 2009.

Die chinesische Regierung bestreitet, dass es sich um Internierungslager handelt und bezeichnet die Einrichtungen als Berufs- und Ausbildungszentren, wie die tagesschau im Oktober 2018 berichtet. „Sie bekommen professionelle Erziehung und Trainings, damit sie bessere Jobs finden und für die Zukunft besser vorbereitet sind. Und sie bekommen auch grundlegendes Wissen über unser Gesetz vermittelt“, beschönigt Li Xiaojun, Direktor für Medienangelegenheiten im chinesischen Staatsrat – und bezeichnenderweise auch „verantwortlich für Menschenrechtsfragen“. Das Komitee der Vereinten Nationen, das für die Einhaltung der auch von China ratifizierten Rassendiskriminierungskonvention zuständig ist, lässt sich davon allerdings nicht beeindrucken. China habe Xinjiang „in etwas verwandelt, was einem riesigen Internierungslager gleicht, das geheim gehalten werden soll“, kritisierte deren Sprecherin gegenüber der NZZ. Man sei über die glaubhaften Berichte „zutiefst beunruhigt“.

Mit unserer Protestaktion richten wir uns an die chinesische Regierung und fordern ein Ende der Internierung und „Umerziehung“ von Minderheiten. Danke, dass Sie sich mit Ihrer Stimme beteiligen!

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