Erfolgreiche Protestaktionen - Türkei
Protestaktionen 2001 und 2002 - Freiheit für Pfarrer Yusuf Akbulut!

- Yusuf Akbulut und seine Anwälte begutachten das Hoffnungszeichen-Magazin, in dem wir über den Fall berichten. Die über 6.000 Unterschriftenkarten und -listen unserer Leser liegen auf dem Tisch.
Am 5. Oktober war der syrisch-orthodoxe Priester Yusuf Akbulut in Diyarbakir kurzzeitig verhaftet und dann wegen Volksverhetzung angeklagt worden. Tage vorher habe er - so die türkische Tageszeitung Hürriyet - Reportern gegenüber eine Resolution des US-Repräsentantenhauses bestätigt, wonach zwischen 1915 und 1923 rund 1,5 Millionen Armenier in einem Völkermord getötet worden sind. Dieser Genozid wird heute in der türkischen Öffentlichkeit totgeschwiegen. Akbulut habe außerdem erklärt, dass auch syrische Christen getötet worden seien. Der Volksverhetzungsprozess gegen Pfarrer Yusuf Akbulut begann am 21. Dezember 2000, wurde am 22. Februar fortgesetzt und wurde dann abermals vertagt. Am 5. April wurde Yusuf Akbulut vom Staatssicherheitsgericht Diyarbakir vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen.
Wir haben Pfarrer Yusuf Akbulut begleitet und unsere Leser zum Protest aufgerufen. Unser Dank gilt allen Menschen, die sich an unserer Protestkartenaktion beteiligt hatten. 6.233 Unterschriften, die wir dem Oberstaatsanwalt sechs Wochen vor dem Urteilsspruch persönlich übergeben hatten, haben mit dazu beigetragen, dass Pfarrer Yusuf Akbulut freigesprochen wurde.
Protestaktionen 2001 und 2002 - Freispruch für Kemal Timur!

- Kemal Timur und Hoffnungszeichen-Geschäftsführer Reimund Reubelt in Diyarbakir.
Es war eine schwere Zeit für Kemal Timur. In siebzehn Monaten musste er sieben Verhandlungstermine vor dem Gericht in Diyarbakir über sich ergehen lassen. Siebzehn Monate Ungewissheit. Seine Standhaftigkeit hat sich gelohnt: Kemal Timur wurde am 26. Juni 2002 vom Vierten Strafgericht in Diyarbakir von allen Vorwürfen freigesprochen.
Vor fünf Jahren war der gelernte Klempner zum christlichen Glauben übergetreten. Dass er auch noch Bibeln verteilte, war den türkischen Behörden zuviel. Die Polizei verhaftete Kemal, als er am 1. Mai 2000 Neue Testamente vor der Technischen Hochschule in Diyarbakir weitergab. Neue Testamente zu verteilen ist eigentlich auch in der Türkei nicht verboten. Bei der Verteilung soll er den Propheten Mohammed gelästert und dadurch den Tatbestand des Artikels 175 des türkischen Strafgesetzbuches (Gotteslästerung) erfüllt haben. Dieser Vorwurf, zunächst von drei Männern vorgetragen, war die Grundlage des peinigenden Verfahrens gegen Kemal Timur. Schmerzen musste er aber nicht nur seelisch erleiden. Noch am 1. Mai 2000 wurde Kemal von der Polizei verhaftet. 24 Stunden lang saß er ein. Der Vater zweier Kinder erzählt uns im Dezember 2001, als wir ihn zum ersten Mal in seiner Heimatstadt trafen, dass ihn Polizisten während der Haft heftig auf die Fußsohlen geschlagen hatten. „Meine Füße waren eine Woche lang geschwollen. Ich konnte nicht gehen“.
Am 5. Februar 2002 treffen wir als Prozessbeobachter Kemal Timur erneut – diesmal im Strafgericht von Diyarbakir. Etwa 5.000 Hoffnungszeichen-Freunde haben sich im März 2002 mit Protestkarten für Kemal Timur eingesetzt und ihm so den Rücken gestärkt. Das Gericht sprach Kemal Timur von allen Vorwürfen frei.












