Südsudan - Der Brunnen läuft
Mit dem Bau eines Tiefbrunnens gelang es Hoffungszeichen, den Bewohnern des Dorfes Rier zu sauberem Trinkwasser zu verhelfen.

- Aus 218 Metern Tiefe läuft gesundes, sauberes Trinkwasser in dankbare Kinderhände. Der Hoffungszeichen-Brunnen ist eine Freude für die Bewohner Riers.
Der Hoffnungszeichen-Brunnen steht in Rier direkt hinter der Kirche. Die Kirche – das ist eine Lehmhütte, 12 Meter lang, fünf Meter breit, unter dem Strohdach kann man gerade aufrecht stehen. Jetzt steht hinter dieser Kirche stolz ein Tiefbrunnen. Aus 218 Metern Tiefe fördert er das kostbare Nass zu Tage. Und damit aus der zweiten, der tieferen Wasserschicht.
Die obere trinkwasserführende Schicht, die etwa 30 Meter unter der Erdoberfläche liegt, ist mit den Abfällen der Ölindustrie vergiftet. 6 Gramm Salz pro Liter Wasser führen bei Menschen zu Durchfall. Steht kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung, mit dem der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden kann, droht die Austrocknung des Körpers und damit der Tod. Dazu befinden sich im vergifteten Trinkwasserleiter 0,17 Milligramm Blei pro Liter Wasser. Dieser Wert überschreitet den Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation für Trinkwasser um das 17-fache. Eine Bleivergiftung kann bei Kindern schwere Entwicklungsstörungen hervorrufen und bei Erwachsenen zu Nierenproblemen und Bluthochdruck führen. Die Menschen in Rier konnten bislang das Wasser aus ihren Handpumpen-Dorfbrunnen nicht mehr trinken.
Schon im Februar 2008, als wir erstmals nachgewiesen hatten, dass diese Verschmutzungen von der Ölindustrie verursacht waren, haben wir uns gefragt, wie wir den Menschen in Rier helfen können. Wir wollten nicht tatenlos zusehen, wie einem ganzen Dorf von profitgierigen asiatischen Unternehmen das Trinkwasser vergiftet wird. Deshalb haben wir uns entschlossen, zusammen mit einer deutschen Firma einen zweiten Trinkwasserleiter zu suchen. Nach einer geologischen Vorstudie sahen wir gute Chancen, die zweite Trinkwasserschicht zu finden. Wir sahen auch gute Chancen, dass das Wasser aus dieser Schicht nicht verseucht ist. Wir haben den zweiten Trinkwasserleiter gefunden und das Wasser ist von guter Qualität. Welch ein Segen! Ich konnte es kaum erwarten, am 13. November in Rier mein erstes Glas Wasser gezapft aus dem Hahn des Hoffnungszeichen-Brunnens zu trinken. Das Wasser hat Mineralwasserqualitäten und schmeckt mir sehr gut.
Elisabeth Nyakuok (22 Jahre) freut sich sehr über das Wasser. Ich treffe sie am Wasserhahn unseres Tiefbrunnens, als sie für sich und ihre beiden Kinder Wasser holt. „Das Wasser aus den Handpumpen- Dorfbrunnen konnte man nicht mehr trinken. Nicht einmal waschen konnten wir uns damit. Es war zu salzig. Das Wasser aus diesem Brunnen hier – sie zeigt auf den Hoffnungszeichen-Brunnen – ist gut, es ist nicht salzig. Nun geht es uns besser, mit dem Wasser aus diesem Brunnen hat sich unsere gesamte Lebenslage verbessert.“
So wie Elisabeth ergeht es vielen Menschen in Rier. Welch eine Freude es ist, den Kindern dabei zuzusehen, wie sie mit offenen Händen das frische Wasser trinken.
Liebe Spenderinnen und Spender, ich möchte gerne einen persönlichen Dank an Sie richten. Mit Ihrer Gabe haben Sie den Bau dieses Brunnens, auf den wir alle sehr stolz sein dürfen, ermöglicht. Ich möchte den Dank von Elisabeth Nyakuok, den ich stellvertretend für Sie in Rier entgegengenommen habe, gerne an Sie weitergeben – „elaong“ – vielen Dank!










